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Industriekonzern Thyssen-Krupp streicht mehr Stellen

Zum bislang geplanten Jobabbau in der Stahlsparte kommen 800 Stellen hinzu. Einzelne Aggregate sollen geschlossen werden.
14.02.2020 - 11:55 Uhr Kommentieren
Der Konzern hatte bereits den Abbau von 2000 Jobs in der Stahlsparte in den kommenden drei Jahren angekündigt und nicht ausgeschlossen, dass es auch mehr sein könnten. Quelle: Reuters
Thyssen-Krupp

Der Konzern hatte bereits den Abbau von 2000 Jobs in der Stahlsparte in den kommenden drei Jahren angekündigt und nicht ausgeschlossen, dass es auch mehr sein könnten.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Für die Mitarbeiter der Stahlsparte von Thyssen-Krupp kehrt nach der plötzlichen Abberufung von Spartenchef Premal Desai vor wenigen Tagen keine Ruhe ein. Wie Desais Nachfolger Bernd Osburg den Mitarbeitern am Freitag in einem Brief an die Mitarbeiter mitteilte, kommen zum bislang geplanten Abbau von 2 000 Stellen noch einmal 800 dazu.

„Wenn wir die Strategie wie geplant umsetzen, wird es zur Schließung einzelner Aggregate und damit zur Verlagerung und dem Entfall von Arbeitsplätzen kommen“, heißt es in dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt. „Dies wäre dann allerdings erst ab 2025 der Fall und hat nichts mit den jetzt anstehenden Maßnahmen zu tun“, so Osburg.

Damit gemeint ist der Abbau von rund 1 000 Stellen in der Verwaltung, weiteren 200 in der Logistik sowie der Wegfall von weiteren 800 Stellen in der Grobblechproduktion. Der Bereich gilt seit Längerem als Sorgenkind und soll verkauft werden. Gelingt das bis zum Sommer nicht, steht das Werk in Duisburg-Hüttenheim vor der Schließung.

Die IG Metall wehrt sich gegen das Ende des Standorts. So erklärte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler dem Handelsblatt auf Anfrage: „Die Managementfehler der letzten Jahre dürfen nicht den Menschen auf den Deckel geschrieben werden.“ Sie seien nicht verantwortlich dafür, dass im Stahlbereich die nötigen Investitionen unterlassen, Innovationen vernachlässigt und Strategien ständig gewechselt worden seien.

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    Die Gewerkschaft fordert, betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 auszuschließen. Derzeit verhandelt die IG Metall mit dem Management über einen neuen Tarifvertrag, nachdem die Stahlfusion mit dem Europa-Geschäft des indischen Konkurrenten Tata gescheitert war.

    Gemeinsam mit seinem Vorgänger Desai und Technologiechef Arndt Köfler arbeitete Osburg eine neue Strategie aus, die darauf abzielt, den produzierten Stahl in höherem Maße weiterzuverarbeiten, um vor allem der Automobilindustrie margenstärkere Produkte anbieten zu können. Teil dessen sind Investitionen in Höhe von 800 Millionen Euro über die nächsten fünf bis sechs Jahre, zuzüglich zu jährlichen Instandhaltungskosten von rund 500 Millionen Euro.

    Schlechte Aussichten

    Bereits bei der Hauptversammlung Ende Januar hatte Konzernchefin Martina Merz betont, dass die Sparten des Ruhrkonzerns ihre Kapitalkosten künftig selbst verdienen müssten. Der Stahlbereich hat es dabei derzeit besonders schwer, da die zyklische Industrie inmitten einer Abwärtsbewegung steckt.

    Der Strukturwandel in der Autoindustrie, die globalen Handelskonflikte und nun auch das Coronavirus lasten derzeit schwer auf den Aussichten der Stahlbranche. Diese Entwicklung macht auch vor der Produktion in Duisburg nicht halt, die mit einem Umsatzanteil von mehr als 90 Prozent besonders stark von der Autoindustrie abhängig ist.

    Im ersten Quartal, das im Dezember endete, fuhr die Stahlsparte so einen operativen Verlust von 166 Millionen Euro (Ebit) ein. Es ist derzeit das schwächste Geschäft von Thyssen-Krupp – soll aber nach dem geplanten Verkauf der Aufzugsparte, des Anlagenbaus und von Teilen der Autozuliefersparte das neue Kerngeschäft des Ruhrkonzerns werden.

    Eine erste Entscheidung über die Aufzugsparte wird in den kommenden Tagen erwartet. So sind derzeit noch vier Bieter im Rennen, darunter mehrere Konsortien von Finanzinvestoren sowie der finnische Aufzughersteller Kone. Bis zu 17 Milliarden Euro bieten die Interessenten.

    Möglich ist auch, dass Thyssen-Krupp sich nur teilweise von dem Geschäft trennt – oder einen Minderheitsanteil davon an die Börse bringt.
    Mit dem Erlös will Vorstandschefin Merz die Bilanz des Industriekonzerns entschulden und die milliardenschweren Pensionsverpflichtungen teilweise decken.

    Was übrig bleibt, soll in Form von Investitionen in die verbleibenden Geschäfte fließen, die künftig stärker um die Gelder konkurrieren sollen. Eine Ausschüttung an die Aktionäre sowie einen Aktienrückkauf hatte der Vorstand in der Vergangenheit mehrfach ausgeschlossen, ebenso wie die IG Metall.

    Mehr: Die schlechte Autokonjunktur drückt auf die Ergebnisse von Thyssen-Krupp. Der Ruhrkonzern verliert im ersten Quartal mehr als 370 Millionen Euro.

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