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Industriekonzern Thyssen-Krupp trotzt der Konjunktur, doch ringt um Profitabilität – die Blitzanalyse

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Der Konzern macht vor der Aufspaltung mehr Umsatz, aber weniger Gewinn. Quelle: Reuters
Thyssen-Krupp-Zentrale in Essen

Der Konzern macht vor der Aufspaltung mehr Umsatz, aber weniger Gewinn.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Der Essener Industriekonzern Thyssen-Krupp hat am Dienstag die Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten:

  • Sowohl Auftragseingang als auch Umsatz haben im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich zugelegt. Ohne die Stahlaktivitäten konnte Thyssen-Krupp den Auftragseingang um sechs Prozent auf 8,1 Milliarden Euro, den Umsatz um drei Prozent auf 7,9 Milliarden Euro steigern.
  • Mit einem Betriebsgewinn (Ebit) von 168 Millionen (ohne Stahl) bleibt davon nur ein kleiner Teil beim Konzern hängen. Die Ebit-Marge beträgt so lediglich 2,1 Prozent.
  • Der Free Cashflow vor Zu- und Verkäufen fiel wie erwartet negativ aus. Zwischen Oktober und Dezember flossen insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro ab (Vorjahr: minus 1,1 Milliarden Euro). Dabei läuft das erste Quartal bei Thyssen-Krupp traditionell am schlechtesten.
  • Im frühen Börsenhandel reagiert die Aktie mit einem Abschlag von bis zu 2,5 Prozent und stand zuletzt bei rund zwei Prozent im Minus.

Das fällt positiv auf:

Trotz der trüben Konjunkturaussichten bestätigt der Ruhrkonzern seine Ziele für das laufende Jahr. Demnach soll der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2018/19 deutlich den Vorjahreswert von 60 Millionen Euro übersteigen. Auch beim Cashflow will Vorstandschef Guido Kerkhoff in den kommenden Monaten spürbare Fortschritte erzielen – auch wenn der Kapitalfluss vor M&A auch in diesem Jahr wieder negativ ausfallen soll, nachdem 2017/18 insgesamt 678 Millionen Euro abgeflossen waren. Im Geschäftsjahr 2020/21, also in rund drei Jahren, soll der Wert auf mehr als eine Milliarde Euro steigen.

Das fällt negativ auf:

Noch immer hinkt Thyssen-Krupp bei der Profitabilität den eigenen Zielen hinterher. Mit einer Ebit-Marge von 2,1 Prozent kommt der Ruhrkonzern immer noch nicht vom Fleck. Als Ursachen für das erneut enttäuschende Ergebnis führt der Konzern höhere Anlaufkosten für Werke im Automobilzuliefergeschäft, höhere Materialkosten und schwächere China-Verkäufe in der Aufzugssparte sowie rückläufige Preise im Werkstoffgeschäft an.

Vor allem die Schwierigkeiten bei Autoteilen und Aufzügen können sich noch als Problem herausstellen. Denn die beiden Sparten sollen zusammen mit dem kriselnden Anlagenbau im Zuge der Spaltung in einem neuen Unternehmen an die Börse gebracht werden.

Die Märkte nahmen die Zahlen nicht gut aus, die Papiere des Konzerns notierten zum Handelsauftakt im Minus und verlor zwischendurch bis zu 2,5 Prozent.

So geht es jetzt weiter:

Mit den Quartalszahlen hat Vorstandschef Kerkhoff auch die geplante Führungsstruktur für die beiden neuen Unternehmen Thyssen-Krupp Materials (Werkstoffe) und Thyssen-Krupp Industrials (Industriegüter) bekanntgegeben: Zwei jeweils dreiköpfige Vorstände sollen die neuen Unternehmen bekommen.

Zudem soll die sogenannte Matrix-Struktur des Konzerns aufgelöst werden, bei dem es neben den einzelnen Geschäftsbereiche auch Regionalstrukturen gibt, die die Sparten noch einmal auf lokaler Ebene bündeln. Im Jahr 2020/21 sollen die Verwaltungskosten für beide Gesellschaften zusammen unter 300 Millionen Euro sinken - ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Doch bevor es im Oktober endgültig zur Teilung des Unternehmens kommt, muss Kerkhoff noch die Stahlfusion mit Tata durch die EU-Kartellbehörde absegnen lassen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag berichtete, verlangt Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager weitere Zugeständnisse von den beiden Partnern.

So monierte Brüssel zuletzt eine womöglich entstehende marktbeherrschende Stellung in den Bereichen Auto- und Weißblech sowie beim Elektroband. Bis April haben beide Konzerne Zeit, ihre Pläne für mögliche Desinvestitionen vorzulegen.

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