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Industriekonzern Umbau von Thyssen-Krupp alarmiert die Belegschaft

Mit der neuen Stahlstrategie legt der Vorstand den Grundstein für die Zukunft des Ruhrkonzerns. Doch mit den Arbeitnehmern gibt es vorher noch viel zu klären.
04.12.2019 - 18:05 Uhr Kommentieren
Mitarbeiter der Aufzugssparte protestierten mit rotem Rauch aus bengalischen Feuern. Der angeschlagene Industriekonzern will die profitable Sparte ganz oder teilweise verkaufen oder an die Börse bringen. Quelle: dpa
Demonstration bei Thyssen-Krupp in Essen

Mitarbeiter der Aufzugssparte protestierten mit rotem Rauch aus bengalischen Feuern. Der angeschlagene Industriekonzern will die profitable Sparte ganz oder teilweise verkaufen oder an die Börse bringen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Mit Fahnen und Trompeten sind Tausende Mitarbeiter der Aufzugsparte von Thyssen-Krupp am Mittwoch zur Konzernzentrale nach Essen gereist. Über Stunden präsentierte sich der gläserne Campus des Ruhrkonzerns in tiefroten Farben – nicht zuletzt wegen der roten Rauchfackeln, die einige der Angereisten angezündet hatten, um deutlich zu machen, woher der Wind für den jüngsten Protest in dem leidgeplagten Konzern weht.

„Kein TK-Exit“, steht auf einem Schild. „Merz, zeig’ Herz“ auf einem anderen. Martina Merz ist seit bald zwei Monaten Interimschefin des Mischkonzerns – an ihr hängt die weitere Entwicklung der Thyssen-Krupp AG.

Und um die bangt die Gewerkschaft IG Metall, die die Belegschaft zu der Kundgebung aufgerufen hatte. Das Unternehmen befindet sich im Umbau: Im Kern geht es darum, Thyssen-Krupp aus seiner selbst verschuldeten Finanzkrise herauszuholen und endlich stabil aufzustellen. Viele Geschäfte laufen schlecht, die Finanzdecke ist hauchdünn. Thyssen-Krupp ist der Krisenfall der deutschen Industrie.

Merz hat den Auftrag, die Firma neu aufzustellen. Wie das aber gelingen soll, dazu hat sie bislang keinen konkreten Plan vorgelegt. Sie setzt eher auf eine Strategie der kleinen Schritte. Letztlich aber wird das Aufzuggeschäft teilweise oder komplett verkauft. Dann folgen die meisten Töchter der Komponenten- sowie der Anlagenbausparte.

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    Letztlich wird der Traditionskonzern auf das zurückgefahren, was er in seiner über 200-jährigen Geschichte nie sein wollte: ein reiner Stahlkonzern. Nach dem Verkauf der anderen Sparten verbleibt nämlich unter dem Dach des Konzerns kaum mehr als das sogenannte Werkstoffgeschäft, also der Materialhandel und die Stahlproduktion.

    Wie aber schon bei der großen Konzernstrategie lieferte der Vorstand bisher auch für die Stahlsparte kaum Details zum geplanten Umbau. Immerhin gewährte der Spartenvorstand nun einen kleinen Einblick darin, was mit den Hütten geschehen soll. Am Mittwoch informierte er die Belegschaft über seine Pläne. „Endlich“, wie ein IG Metaller sagte.

    Konzern hat an Boden verloren

    Organisatorisch will der Vorstand den Stahlbereich in zwei Einheiten aufteilen und näher an den Handel anbinden. So soll die Erzeugung von Rohstahl organisatorisch von der Weiterverarbeitung des Stahls getrennt werden. Dabei können künftig einzelne Anlagen hinzukommen, aber dafür andere auch stillgelegt werden. Mit dem Umbau soll das operative Jahresergebnis um 600 Millionen Euro verbessert werden.

    Von der Neugruppierung verspricht sich der Konzern einen besseren Zugang zu Kunden. Insbesondere die Abnehmer aus der Automobilindustrie wolle Thyssen-Krupp besser adressieren, wie es in einem Brief an die Belegschaft heißt, der dem Handelsblatt vorliegt.

    In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen vor allem gegenüber Arcelor-Mittal an Boden verloren, weil Europas Marktführer bessere Qualitäten liefern konnte. Thyssen-Krupp hatte zudem laut Branchenkreisen oftmals Lieferprobleme. Für die Autobauer ein Gräuel.

    Dieser Rückstand kommt nicht von ungefähr. Thyssen-Krupp hat mangels Finanzkraft über Jahre hinweg zu wenig Geld in die Stahlaktivitäten investiert. Knapp gehalten wurde dabei selbst das Stammwerk in Duisburg, wo am Dienstag rund 6000 Arbeiter für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze protestiert hatten. Es war die zweite Großkundgebung innerhalb weniger Tage.

    Unternehmen im Ausnahmezustand
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