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Ingo Speich im Interview Krisenmanagement bei Siemens: „Das ist alles unglücklich gelaufen“

Fondsmanager Ingo Speich spricht im Interview über das Verhalten von Siemens im Fall Australien und die Zukunft von Konzernchef Joe Kaeser.
14.01.2020 - 17:47 Uhr Kommentieren
„Wenn ein Auftrag unterzeichnet ist, gibt es fast keinen Weg zurück.“ Quelle: Deka Investments
Fondsmanager Ingo Speich

„Wenn ein Auftrag unterzeichnet ist, gibt es fast keinen Weg zurück.“

(Foto: Deka Investments)

Der Streit über den Siemens-Auftrag in Australien beschäftigt auch die Investoren. Ingo Speich, der im vergangenen Jahr von Union zu Deka Investment als Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance wechselte, beobachtet Siemens schon seit vielen Jahren.

Herr Speich, der Auftrag des Kohlekonzerns Adani in Australien schlägt hohe Wellen. Würden Sie von einer Krise bei Siemens sprechen?
Es ist eine kommunikative Krise. Man muss die Geschehnisse in die richtige Perspektive rücken. Siemens baut keine Kohle ab, sondern liefert in geringem Maße Infrastruktur. Das Beispiel zeigt aber, dass auch solche Fälle enorme Reputationsrisiken auslösen können. Firmen brauchen daher ein Reputationsmanagement.

Wie sieht das konkret aus?
Konzerne müssen definieren, welche Geschäfte sie nicht machen wollen. Bei den anderen, die sie annehmen, muss geklärt werden, wie ökologische und soziale Themen am besten berücksichtigt werden können, um Reputations- und Klagerisiken zu vermeiden. Leider machen das derzeit noch die wenigsten Unternehmen.

Hätte Siemens den Auftrag stornieren sollen?
Wenn ein Auftrag unterzeichnet ist, gibt es fast keinen Weg zurück. Bei Großprojekten drohen sonst enorme Verzögerungen – und damit hohe Schadensersatzforderungen. Zudem wäre es für andere Kunden ein schädliches Signal, wenn sich Siemens zurückzieht.

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    Wie beurteilen Sie Kaesers Krisenmanagement?
    Das ist alles unglücklich gelaufen. Die Idee, die Expertise im Aufsichtsrat zu stärken, ist prinzipiell richtig – das sollte aber mit den richtigen Kompetenzprofilen gut vorbereitet werden.

    Hat die Krise Einfluss auf den Wechsel an der Spitze von Siemens?
    Erst einmal nicht.

    Würden Sie eine Vertragsverlängerung Kaesers unterstützen?
    Nein, ganz unabhängig von Adani. Siemens stellt sich komplett neu auf. Da wäre es gut, wenn ein neuer CEO den Wandel langfristig begleitet. Eine Verlängerung Kaesers wäre ja nur eine Interimslösung. Es sollte in jedem Fall eine geordnete Übergabe erfolgen.

    Herr Speich, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Der umstrittene Auftrag in Australien sorgt weiter für intensive Diskussionen. Erste Investoren fordern nun Klarheit über die künftige Konzernspitze.

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