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Initiative von 40 Unternehmen Aldi, Bahn, Telekom – Konzerne fordern den Kohleausstieg

Die mögliche Jamaika-Koalition ist uneins in der Klimapolitik. Darum fordern nun 40 Konzerne von Aldi bis Telekom in einer Erklärung klare Ansagen: Die künftige Regierung müsse den Ausstieg aus der Kohle vorantreiben.
17 Kommentare
Bahn, Aldi, Telekom – Konzerne fordern den Kohleausstieg Quelle: dpa
Dämmerung für die Kohle

40 Unternehmen wollen die Kohleverstromung stoppen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWährend sich Union, FDP und Grüne bei den Sondierungsgesprächen in Berlin öffentlich beharken, wenn es um die Klima- und Energiepolitik geht, zeigen sich 40 deutsche Konzerne geschlossen. Mit einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch wollen sie den Druck auf die Politik erhöhen, den Klimawandel energischer zu bekämpfen, berichtet die „Börsen-Zeitung“. Der Klimaschutz müsse „zentrale Aufgabe“ einer künftigen Regierung sein, heißt es in dem Schreiben.

Angestoßen wird die Initiative von der „Stiftung 2 Grad“, die unter anderem durch namhafte Konzerne wie Aldi, die Deutsche Bahn und die Telekom finanziert wird. Aber auch weitere Unternehmen wie Adidas, Siemens und EnBW haben sich dem Appell angeschlossen. „Die zukünftigen Regierungsparteien sind dazu aufgerufen, ein konsistentes Konzept vorzulegen, wie die 2020-Ziele und die Ziele des Klimaschutzplans 2050 erreicht werden können“, hatte Stiftungsvorständin Sabine Nallinger bereits erklären lassen.

„Als wesentliche Innovationstreiber brauchen Energiewende und Wärmewende durch den neuen Koalitionsvertrag einen zusätzlichen Schub“, heißt es in dem Appell weiter. Die Sektorenziele für das Jahr 2030 sollten bald implementiert werden, nachdem man zuletzt die selbstgesteckten Ziele verfehlt hatte.

Was aus ihrer Sicht konkret zu ändern ist, verraten die Unternehmen ebenfalls: „Unverzichtbar ist ein verlässlicher und sozialverträglicher Ausstiegspfad bei der Kohleverstromung“, zitiert die „Börsenzeitung“ aus dem Schreiben. „Dazu gehört eine schrittweise Verringerung der treibhausgasintensiven Kraftwerkskapazitäten unter Berücksichtigung der Versorgungssicherheit und der Klimaziele.“ Darüber hinaus müsse CO2 wirksam bepreist, die Ausschreibungsmengen für erneuerbare Energien erhöht und der Anreiz zum Stromsparen gesteigert werden.

Damit setzt die Industrieinitiative insbesondere FDP-Chef Christian Lindner unter Druck, der zuletzt öffentlich die Klimaziele infrage gestellt hatte.

Das sind die größten Kraftwerke der Welt
Wasserkraft: Drei-Schluchten-Staudamm (China)
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Der Jangtse liefert das Wasser für dieses gigantische Kraftwerk. 32 Turbinen sorgen für eine Nennleistung von 22.500 Megawatt. Damit ist der Drei-Schluchten-Damm nicht nur das größte Wasserkraft, sondern das größte Kraftwerk überhaupt weltweit.

Groß wie die Leistung war auch die Kritik an dem Bauwerk, das eine einzigartige Landschaft zerstörte und die Umsiedlung vieler Menschen nötig machte. Andererseits dient der Damm auch dem Hochwasserschutz in der oft von den Fluten heimgesuchten Region: Allein im 20. Jahrhundert kamen drei Millionen Menschen bei Überschwemmungen des Jangtse ums Leben.

(Foto: Reuters)
Kernkraft: Kashiwazaki-Kariwa (Japan)
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Trotz der Reaktorkatastrophe von Fukushima setzt Japan nach wie vor auf die Kernkraft. Das größte Kernkraftwerk ist Kashiwazaki-Kariwa in der japanischen Präfektur Niigata. 8.200 Megawatt liefern seine insgesamt sieben Reaktoren, damit ist die Anlage das leistungsstärkste Kernkraftwerk der Welt.

Seit 1985 in Betrieb, musste das Kraftwerk im Lauf der Jahre wiederholt abgeschaltet werden, unter anderem wegen Beschädigungen durch Erdbeben. So war die Anlage nach einem Beben am 16. Juli 2007 für insgesamt 21 Monate außer Betrieb. Ins Gerede kam der Reaktor auch 2002, nachdem der Betreiber Untersuchungsberichte gefälscht und Störfälle zu vertuschen versucht hatte.

(Foto: Reuters)
Windkraft: Windpark Gansu (China)
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Am Rand der Wüste Gobi entsteht der weltweit größte Windpark an Land. 2010 gingen hier die ersten Windräder ans Netz, bis 2020 sind Windanlagen mit einer Gesamtleistung von 20.000 Megawatt geplant. Würden diese Windräder 4000 Stunden im Jahr unter Volllast laufen, ließe sich die Nennleistung von etwa 15 Kernkraftwerken erreichen.

(Foto: Reuters)
Offshore-Windpark: London Array (GB)
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2013 eröffnete der damalige Premierminister David Cameron den Windpark in der Themsemündung. Mit 175 Windräder und 630 Megawatt Gesamtleistung ist die Anlage die größte ihrer Art weltweit. Eine zweite Ausbaustufe, die zusätzlich 240 Megawatt bringen sollte, wurde 2014 gestoppt - unter anderem wegen möglicher Auswirkungen auf die Seevögel-Population in dem Gebiet.

(Foto: dpa)
Thermisches Solarkraftwerk: Ivanpah (USA)
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In der kalifornischen Mojave-Wüste steht das weltgrößte solarthermische Kraftwerk: Mehr als 300.000 Spiegel fokussieren die Sonnenstrahlung auf drei Solartürme. Dort heizt sich Wasser auf, der Wasserdampf wird dann über Turbinen zur Energiegewinnung genutzt. Die Nennleistung der Anlage liegt bei 392 Megawatt.

(Foto: AFP)
Photovoltaik-Solarkraftwerk: Longyangxia Dam Solar Park (China)
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Strom aus Sonne gewinnt auch das weltgrößte Photovoltaik-Kraftwerk. Die Anlage im Gebiet der Longyangxia-Talsperre in der chinesischen Provinz Qinghai erstreckt sich über mehr als 20 Quadratkilometer und bringt es auf eine Nennleistung von 850 Megawatt.

(Foto: dpa)
Öl: Shoaiba-Kraftwerk (Saudi-Arabien)
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Wo sonst als im Ölstaat Saudi-Arabien sollte das weltgrößte Ölkraftwerk stehen? Auf eine Leistung von 5600 Megawatt bringt es die Anlage an der Küste des Roten Meeres. Das zum Betrieb des Kraftwerks nötige Süßwasser liefern angegliederte Meerwasser-Entsalzungsanlagen, die ihrerseits vom Kraftwerk mit Energie versorgt werden.

(Foto: dpa)
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17 Kommentare zu "Initiative von 40 Unternehmen: Aldi, Bahn, Telekom – Konzerne fordern den Kohleausstieg"

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  • Anmerkung zum Kommentar von heute, 11:50 Uhr:

    Menschenrechtsanwälte hingegen finden sich weltweit immer öfter hinter Gittern wieder.

    Und "überkritische" Journalisten sowie Menschenrechts- bzw. Umweltaktivisten auf dem Friedhof.

  • Im Gastbeitrag „Realitäsfremde Politik“ (heute auf der letzten Seite im HB) klagt der Energieexperte Stephan Kohler:

    „Die Kluft zwischen Anspruch, Zielen und der Realität: Mit illusorischen Annahmen wird die Energiewende und der Klimaschutz in Deutschland an die Wand gefahren“

    Der wichtigste Satz im ganzen Beitrag lautet m.E. aber:

    „Heute ist klar, dass das von der Politik beschlossene CO²-Reduktionsziel von minus 40 Prozent bis 2020 nicht erreichbar ist. >>> DIES FICHT DIE HEUTE ZUSTÄNDIGEN MINISTERIEN ABER NICHT AN.“

    Wie man auf folgendem Link auf den ersten Blick erkennen kann, rekrutieren sich unsere „politischen Vertreter“ weit überproportional aus der Berufsgruppe der Juristen:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36615/umfrage/berufe-der-bundestagsabgeordneten-16-wahlperiode/

    Zum Artikel „Nicht zu rechtfertigen“ über die „Paradise Papers“ (heute auf S. 12 im HB):

    In der von mir in meinen Kommentaren vom 07.11.2017 um 11:00 und 11:15 Uhr erwähnten „hart aber fair“-Sendung wurde sehr richtig diagnostiziert, dass:

    1.) Legal NICHT dasselbe wie „legitim“ ist

    2.) Der eigentliche Skandal mit gesellschaftsschädigenden „Anwalt“-Kanzeleien à la Mossack Fonseca und Appleby, deren Geschäftsmodell justament das Ausnutzen der vom Gesetzgeber – also den Politikern – erlassenen Gesetze (respektive derer Lücken) ist, also die betreffenden Gesetze selbst sind.

    Hier schließt sich wirklich der Kreis.



    PS: Zum im Forum tobenden Streit über Sinnhaftigkeit und "Sozialkompatibilität" der (Eigen-)Energieversorgung des Unternehmens ALDI habe ich dortselbst gestern einfach mal - unter Einfügung der entsprechenden Kommentare - per Mail angefragt und um Aufklärung gebeten.

  • Es ist immer das gleiche: Die Konzerne und CEOs und langhaarige 68er in Jesus-Sandalen sind bei der Umwelt komplett einer Meinung! Wer bei der Diskussion fehlt ist jedoch die Mittelschicht - die berufstätigen dir für ihren Strom wirklich bezahlen und arbeiten müssen (kein Hartz IV) und die auch keinen steuervergünstigten Strom bekommen (Aldi usw.), die "normalen" Leute! Die wollen nämlich gar keine Energiewende, sie wollten sie noch nie, und sie wollten übrigens auch nie einen Atomausstieg, siehe Wahlergebnis 2009.

  • Alles schön und gut. Zu einem Ausstiegsplan aus der Versorgungssicherheit gehört auch ein Plan wie diese Versorgungssicherheit aufrecht erhalten werden kann. Bisher ist dabei wenig erkennbar. Selbst die wenigen Ansätze, das Stromnetz zu ertüchtigen, um den Öko-Strom besser zu verteilen, werden durch Bürgerinitiativen und Berufsbedenkenträger im Ansatz erstickt und verkompliziert. Forschungen zu der Speicherbarkeit )power-to -x) stehen am Anfangsstadium oder werden durch großspurige Ankündigungen a al Tesla (Powerwall) ersetzt. Solange hier nichts geschieht, sind solche Pläne Gift für den Industriestandort Deutschlands. Das hilft nur den Subventionsschmarotzern, die das Land mit Ökostromproduktion überziehen, der so nicht gebraucht wird. Ähnlich ist das auch mit der Elektromobilität.

  • @ Herr Holger Narrog


    >> Die Aldi Filiale erhält frequenzstabilen Strom aus dem Netz ob die Sonne scheint, oder nicht. Sie speist dagegen umweltschädlichen, wertlosen Zufallsstrom ein. >>

    Das ist auch nur die HALBE WAHRHEIT.

    Aldi erhält noch ÜPPIG VEREGÜTUNGEN wenn die Sonne gar nicht scheint und wenn es dunkel ist.

    Ganz im Sinne der SUBVENTIONSSCHMAROTZER, die dafür ihre betrügerischen EEG-Gesetze dem Bürger aufgebrummt haben. Und der Bürger bezahlt diesen Betrug mit seiner Stromrechnung ( diese bekommt er aber NICHT von der Sonne, zumal diese keine Rechnungen verschickt, sondern von den Stadtwerken ....:-)



  • Hallo Herr Nampf...ich denke Sie haben sich einen Ökobären aufbinden lassen. Die Aldi Filiale schmarotzt mit der Solaranlage auf Kosten der Allgemeinheit.

    Die Aldi Filiale erhält frequenzstabilen Strom aus dem Netz ob die Sonne scheint, oder nicht. Sie speist dagegen umweltschädlichen, wertlosen Zufallsstrom ein.

    Der Stromnetzbetreiber muss für die Aldi Filiale Netzkapazitäten, Erzeugerkapazität, Regelenergie vorhalten.

    Beim heutigen Tarifmodell bei dem Netzkapazität, Erzeugerkapazität und Regelenergie, Steuern und Abgaben im Strompreis enthalten sind schmarotzt Aldi zu Lasten der Allgemeinheit. Abhilfe könnte ein neues Tarifmodell schaffen bei dem diese Leistungen getrennt abgerechnet werden. In diesem Fall wäre der Wert des erzeugten Solarstrom ca. 0 und Aldi würde den Öko Sondermüll eher früher denn später vom Dach entfernen.

  • >> Aldi, Bahn, Telekom – Konzerne fordern den Kohleausstieg >>

    Und ? Ich fordere schon seit langem die 3 Tage-Woche !

    Aldi ist aussagefähig bei Frischequalität der Konserven, die Bahn ist zuständig für die Pünktlichkeit der Züge und die Telekom sollte schon längst flächendeckend das schnelle Internet im Angebot haben ....?

    Was haben all die Firmen mit der Kohle zu tun ?

  • hans mueller 07.11.2017, 12:27 Uhr

    "Bei Aldi und Telekom kaufe ich jedenfalls nicht mehr. Lassen sich billigen
    Strom geben und ihre Kunden sollen immer mehr für den Strom bezahlen."

    Neben dem Eingang des ALDI-Marktes , bei dem ich hin und wieder einkaufe, prangt eine nette kleine Anzeige, die angibt, wieviel Strom die Solarpaneele auf dem Dach gerade produzieren und wieviel Prozent davon selbst genutzt wird. Meist ist der genutzte Strom knapp unter 100% des erzeugten (es sind natürlich nur Momentaufnahmen - ich stehe nicht 24/7 daneben... ).

    Das heißt: zumindest ALDI investiert in die Energiewende mit dem Ziel der Selbstversorgung. Sie können also getrost mit reinem Gewissen dort kaufen.

  • Hallo Fr. Bollmohr, umso interessanter wäre es zu erfahren welche Motive die Unternehmen hatten einen solchen Schwindel zu unterstützen.

    Sie haben Recht, neben ein paar Ökogläubigen in den Chefetagen gibt es viele die die Realitäten einzuschätzen vermögen. Beispielsweise kann die Siemens GL als Hersteller von Kohle, Gaskraftwerken, Netzen und Windmühlen die Realitäten sehr gut einschätzen. Auch Vorstände anderer DAX Unternehmen die nicht direkt mit dem Ökoschwindel zu tun haben, sind gem. persönlicher Begegnungen häufig mit den Realitäten vertraut und äussern sich nach ein paar Bier im privaten Kreis drastischer als ich.

    Insofern stellt sich umso mehr die Frage warum diese einen solchen Schritt unterstützt haben.

    So wurden Prominente 2015/17 (Bsp. Helene Fischer) vom Staatsfernsehen massiv unter Druck gesetzt Ergebenheitsadressen zugunsten der "Flüchtlingspolitik" von Fr. Merkel abzugeben (Quelle Alternative Medien), oder sich gegen die Oppositionspartei zu äussern.

  • @Herr Holger Narrog, 07.11.2017, 12:00 Uhr

    "Interessant wäre es zu erfahren was diese Unternehmen zu einem solchen Schritt (...) bewegt hat."

    Vielleicht erstens der Umstand, dass sie die Realität richtig einschätzen und gleichzeitig an morgen denken, und zweitens, dass ihnen deshalb gerade auch an den Kunden u n t e r sechzig gelegen ist?

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