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Innovationen Wie sich die Pharmabranche neu ausrichtet

Viele Pharmakonzerne trennten sich zuletzt konsequent von ihren Nebengeschäften. Roche führt die Neuordnung der Pharmabranche an – mit Erfolg.
02.02.2020 - 14:53 Uhr Kommentieren
Der Baseler Konzern fokussiert sich strikt auf Pharma- und Diagnostika. Quelle: Reuters
Roche

Der Baseler Konzern fokussiert sich strikt auf Pharma- und Diagnostika.

(Foto: Reuters)

Volle Konzentration auf innovative und möglichst bahnbrechende Arzneimittel: So lautet der Trend, der die Neuordnung der Pharmabranche und auch die M&A-Strategien etlicher Akteure seit Jahren prägt.

Dieser Wandel ist letztlich auch einer der Erfolgsfaktoren hinter dem Aufstieg der beiden Schweizer Pharmariesen. Das Management von Roche kann dabei sogar eine Vorreiterrolle für sich in Anspruch nehmen. Der Baseler Konzern leitete bereits Anfang des vorletzten Jahrzehnts eine strikte Fokussierung auf Pharma- und Diagnostika ein. Er spaltete damals seine Duftstofftochter Givaudan als eigenständiges Unternehmen ab und trennte sich in den Folgejahren auch von Aktivitäten wie Vitaminen und Consumer Health (verschreibungsfreie Medikamente und Gesundheitsprodukte).

Der heimische Konkurrent Novartis hielt demgegenüber lange Zeit an einer breiteren Aufstellung fest mit einer Präsenz in Segmenten wie Tiermedizin, Diagnostika, Consumergeschäft und einem großen Engagement im Bereich Augenheilkunde. Doch inzwischen hat Novartis diese Strategie revidiert. Setzte der langjährige CEO Daniel Vasella noch voll auf Diversifikation, leiteten seine Nachfolger ab 2014 Schritt für Schritt eine Wende ein.

Seit dem Amtsantritt des aktuellen Vorstandschefs Vas Narasimhan im Februar 2018 hat No‧vartis strategische Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 70 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, darunter die Abspaltung der Sparte frei verkäufliche Arzneimittel in ein Joint Venture mit Glaxo-Smithkline (GSK). Die unter Daniel Vasella zugekaufte Augenheilkundesparte Alcon brachte Novartis als eigenständiges Unternehmen mit einer Bewertung von 27 Milliarden Dollar an die Börse.

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    Novartis soll zu einem weltweit führenden innovativen Arzneimittelunternehmen werden, gestützt auf fortschrittliche Therapieplattformen und Datenwissenschaften, lautet die Devise des CEOs. Um diesen Kurs voranzutreiben, kaufte Narasimhan spezialisierte innovative Unternehmen wie die US-Biotechfirma Avexis, deren innovative Gentherapie Zolgensma gegen die Muskelerkrankung Spinale Muskelatrophie im Mai 2019 die Zulassung in den USA erhielt. Im November vergangenen Jahres kündigte Novartis die Übernahme der US-Biotechfirma The Medicines Company für 9,7 Milliarden Dollar an, die an einem innovativen Cholesterinsenker arbeitet.

    Mit der Strategie sind die Schweizer nicht allein unterwegs. Auch andere Pharmariesen fokussieren ihr Geschäft. Der bisherige Branchenführer Pfizer etwa brachte im vergangenen Jahr seine Consumersparte in ein Joint Venture mit GSK ein, das die beiden Konzerne in einigen Jahren an die Börse bringen wollen.

    Sein Geschäft mit patentfreien Altprodukten will der US-Konzern nun in einem Joint Venture mit dem US-Konkurrenten Mylan bündeln und auf diese Weise ebenfalls abspalten. Schon 2013 brachte Pfizer seine Tiermedizin in Gestalt der Firma Zoetis an die Börse. Ein Beispiel, dem im vergangenen Jahr auch der Konkurrent Eli Lilly mit seiner Tochter Elanco folgte.

    Boehringer Ingelheim und Sanofi schärften ihr Profil vor drei Jahren mit einem Spartentausch: Boehringer gab dabei sein Consumergeschäft ab, um die Tiermedizin von Sanofi zu kaufen. Der französische Konzern geht unter seinem neuen Chef Paul Hudson noch einen Schritt weiter und will nun seine Consumersparte ebenfalls als eigenständiges Unternehmen aufstellen, das Pharmageschäft auf wenige Top-Produkte und Geschäftssegmente im Pharmabereich konzentrieren und dabei unter anderem aus der Herz-Kreislauf- und Diabetesforschung aussteigen.

    Mehr: Lange führte der US-Konzern Pfizer die Arzneimittelindustrie an. Doch nun ziehen die Schweizer Pharmariesen Roche und Novartis an ihm vorbei.

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