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Insolvenzantrag gestellt TMD: Erster großer Autozulieferer ist pleite

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Die Firma war 2001 vom britischen Private-Equity-Unternehmen Montagu für 776 Millionen Euro übernommen worden. Wie in der Branche üblich, bürdete die Beteiligungsgesellschaft der Tochter die Finanzierung der eigenen Übernahme auf, so dass die Schuldenlast stieg. TMD konnte massiv gestiegene Materialkosten nicht an die Kunden weiterreichen, so dass Montagu die Kontrolle 2006 an die Fremdkapitalgeber, eine Gruppe von Hedgefonds, abgeben musste. Beteiligt sind seitdem die Fonds Davidson Kempner, Clearwater und Eos. In der Folgezeit gab es bereits ein Restrukturierungsprogramm, das auch schon mit Stellenstreichungen verbunden war. Bis Mitte dieses Jahres habe es ganz gut ausgesehen, aber dann sei die große Absatzkrise in der Autoindustrie gekommen, sagte die TMD-Sprecherin.

Zu den Kunden von TMD Friction zählen unter anderem Audi, Daimler oder Ford. Seit einigen Wochen sagen Fachleute, dass die Folgen der Absatzkrise für die Zulieferer sehr viel erheblicher sind als für die Autohersteller selbst. Letztere haben ein umfangreicheres Finanzpolster. Den kleineren Mittelständlern geht dagegen schneller das Geld aus. "Die Bundesregierung muss endlich ein Programm für die Zulieferer mit Kredithilfen und Bürgschaften in Höhe von fünf Milliarden Euro auflegen. Diese Progrämmchen bisher, die helfen niemandem", sagt Automobilexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

Betroffen vom Insolvenzantrag sind drei Gesellschaften in Leverkusen: TMD Friction Holding GmbH, die TMD Friction Services GmbH, die TMD Friction GmbH sowie die TMD Friction EsCo GmbH in Essen. Vier Beschlüsse des Amtsgerichtes waren am Morgen im Büro des Düsseldorfer Wirtschaftsrechtlers Kebekus eingegangen. Der vorläufige Insolvenzverwalter war am Mittag bereits zu einem Außentermin in der Firma. Das Verfahren beim Amtsgericht steht noch am Anfang. Am Montagmorgen gab es nach Angaben eines Sprechers "einen Beschluss zur Sicherung der künftigen Insolvenzmasse und zur Aufklärung des Sachverhaltes".

Unterdessen teilte das Unternehmen mit, dass der Betrieb zunächst weiterlaufe. Im Jahr 2007 erwirtschaftete TMD Friction in zwölf Ländern einen Umsatz von 690 Millionen Euro. Die Firma stellt nach eigenen Angaben an 15 Standorten jeden Tag eine Million Bremsbeläge her; man sei damit mit der weltweit führende Hersteller von Reibbelägen für die Erstausrüstung der Automobil- und Bremsenindustrie. Die Mitarbeiter produzieren neben Scheiben- und Trommelbremsbelägen für Autos auch Bremsbeläge für den Rennsport und Reibmaterialien für den Schienenverkehr und die Industrie.

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