Insolvenzplan Pfleiderer drohen Klagen der Aktionäre

Mit einer fragwürdigen Strategie will der insolvente Holzverarbeiter Pfleiderer einen Neustart wagen. Demnach sollen die Aktionäre leer ausgehen - doch schon haben Anlegerschützer juristische Schritte angedroht.
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Pfleiderer riskiert derzeit juristische Schritte seiner Aktionäre. Quelle: dpa

Pfleiderer riskiert derzeit juristische Schritte seiner Aktionäre.

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Neumarkt/DüsseldorfDer Insolvenzplan des Oberpfälzer Holzverarbeiters Pfleiderer stößt bei Anlegerschützern auf heftige Kritik. „Dass die Aktionäre trotz der positiven Entwicklung aus der Gesellschaft gedrängt werden sollen, ist schlicht ein Skandal“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler. Für die Anlegerschützer stelle sich die Frage, ob es sich hierbei nicht um einen von langer Hand vorbereiteten Plan handele. „Wir prüfen aktuell alle Optionen. Darunter sind durchaus auch strafrechtliche Schritte.“

Hintergrund ist der Plan, das Kapital der Pfleiderer AG auf Null herabzusetzen. Damit gehen die bisherigen Aktionäre leer aus - ihre Anteilsscheine sind wertlos. Die neuen Aktien sollen ausschließlich von der Investmentgesellschaft Atlantik S.A. gehalten werden. Die auf Restrukturierungsfälle spezialisierte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg übernimmt Schulden in Höhe von 530 Millionen Euro.

Pfleiderer hatte sich mit der Expansion nach Nordamerika verhoben und rund eine Milliarde Euro Schulden angehäuft. Ende März beantragte die Holdinggesellschaft Pfleiderer AG Insolvenz. Inzwischen ist das defizitäre US-Geschäft verkauft und das Unternehmen schreibt wieder schwarze Zahlen. Über den Insolvenzplan entscheidet das Düsseldorfer Amtsgericht noch in diesem Monat.

Sollte der Insolvenzplan rechtskräftig werden, verfüge Pfleiderer über eine solide und marktfähige Kapital- und Finanzierungsbasis, hatte der für den Umbau des Pfleiderer-Konzerns verantwortliche Vorstand, Hans-Joachim Ziems, gesagt. Die Zahl der Mitarbeiter werde sich zwar von momentan 4.700 auf etwa 3.600 reduzieren. Die etwa 2.000 Arbeitsplätze in Deutschland sind nach Konzernangaben aber nicht gefährdet.

  • dpa
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