Internationaler Produktionsverbund bietet dem Management viele Alternativen VW heizt Wettbewerb der Fabriken an

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Mit Alternativen kann VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder reichlich aufwarten. Der Konzern hat außerhalb Deutschlands mehr als zwei Dutzend Produktionsstandorte. Allein sieben davon liegen im nahen osteuropäischen Ausland. Zusätzlich ist VW auf Standortsuche in Russland und baut die Kapazitäten in China deutlich aus. „Die Ausweichmöglichkeiten auf günstigere Standorte ist eine der Stärken des Konzerns“, sagt Philipp Rosengarten vom Marktforschungs- und Analyseunternehmen Global Insight.

Auch jüngst sind Entscheidungen zu Gunsten von Fabriken im Ausland getroffen worden. So wird das für 2006 geplante Golf Cabrio wohl nicht in Wolfsburg, sondern in Portugal vom Band laufen. Und auch bei der Produktion des kleinen Geländewagen auf Golf-Basis, über den der Vorstand im November entscheiden wird, sieht Hartz für die deutschen Beschäftigten schwarz: Zwei weitere Fabriken in Europa haben sich neben Wolfsburg um das Projekt beworben, heißt es – Setubal in Portugal, wo zur Zeit der VW Sharan und die Schwestermodelle Seat Alhambra und Ford Galaxy gebaut werden, und Bratislava. Den Kostennachteil der deutschen Produktion für den Golf-Geländewagen bezifferte Hartz auf 1 400 Euro pro Auto.

Geht es nach seinem Willen, sollen Werksleitung und Betriebsrat vor Ort künftig entscheiden können, ob sie bereit sind, solche Nachteile beispielsweise durch Einkommenseinbußen oder Mehrarbeit auszugleichen. Nur bei einem solchen „Co-Investment“, wie Hartz es nennt, erhielten sie den Zuschlag.

Der VW-Konzern muss auf den hohen Kostendruck in der Branche reagieren. Dafür wird bei VW nach Angaben von Konzernchef Pischetsrieder zurzeit nach „jedem Cent gesucht“. Neben dem milliardenschweren Sparprogramm For Motion sind die Arbeitskosten der zweite große Hebel, um die schwachen Erträge zu verbessern und die Konkurrenzfähigkeit zu wahren. „VW muss die Vorteile seiner günstigen Standorte besser nutzen. Sonst bleibt die Rendite schlecht“, sagt auch Patrick Juchemich, Autoexperte beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Für regionale Empfindlichkeiten ist kein Platz.

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