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Interne Mail Wenn BMW-Mitarbeiter Flip-Flops tragen

Es soll eine hilfreiche Unmutsbekundung an den Vorstand sein, um untragbare Zustände bei BMW zu ändern - nämlich, dass Beschäftigte des Premium-Autobauers in Strandbekleidung oder T-Shirts mit obszönem Aufdruck zur Arbeit erscheinen. Das Handelsblatt dokumentiert die Original-Mail, mit der BMW in der Autobranche für viel Aufmerksamkeit sorgte.
9 Kommentare
Adressat der Mail: BMW-Entwicklungschef Klaus Dräger. Quelle: Reuters

Adressat der Mail: BMW-Entwicklungschef Klaus Dräger.

(Foto: Reuters)

Betreff: Kleiderordnung im FIZ

Sehr geehrter Herr Dr. Draeger,

seit Jahren beobachte ich mit wachsendem Unmut den zunehmenden Trend vieler Mitarbeiter, in ungepflegter Freizeit- oder gar Strandbekleidung zur Arbeit im FIZ zu erscheinen – und das nicht nur am Freitag.

Ich erwarte von Entwicklungsingenieuren und Kollegen ohne Außenkontakte und sofern sie im Werkstattbereich tätig sind, keinen dunklen Anzug mit Krawatte, aber lange Hosen und ein gebügeltes Hemd, und Herren in abgeschnittenen Hosen und Flipflops sind für mich Ausdruck der Missachtung des Arbeitgebers, deren Repräsentanten sie sind. Unsere Premium-Platzierung, die wir unseren Kunden nicht nur durch unsere exzellenten Produkte vermitteln, muss sich auch im Auftreten eines jeden Mitarbeiters widerspiegeln.

Bei meinen Führungen durch das FIZ setze ich alles daran, BMW in bestem Licht erscheinen zu lassen und vermeide, dass auch nur das kleinste Staubkörnchen am Premium-Image unseres Unternehmens kratzt, und dann bringt mich ausgerechnet die Kleiderordnung in die Bredouille.

Den Gästen – wir führen im Jahr ca. 5000 Besucher durch das FIZ - fällt der legere Auftritt unserer Mitarbeiter nämlich sehr wohl unangenehm auf und sie quittieren ihn mit der Bemerkung, dass es bei uns aber locker zuginge, was man bei dem Image, das wir uns geben, nicht erwarte.

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9 Kommentare zu "Interne Mail: Wenn BMW-Mitarbeiter Flip-Flops tragen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Übrigens, der Filmtitel heisst richtig: “ Wer früher stirbt, ist länger tot“ aus dem Jahr 2006, Regie: Markus H. Rosenmüller.
    im fiktiven oberbayerischen Dorf Germringen lebt der elfjährige Sebastian Schneider zusammen mit seinem alleinerziehenden Vater Lorenz, dem Wirt der Gaststätte Kandler, und seinem großen bruder Franz.
    Sebastian ist ein echter Lausbub, der eines Tages im Streit von seinem bruder erfährt, dass seine Mutter Sophie nicht, wie bislang ihm gegenüber behauptet worden ist, bei einem Unfall, sondern bei Sebastians Geburt starb. Der wütende bruder beschuldigt Sebastian, die alleinige Schuld am Tod der Mutter zu tragen. Sebastian nimmt sich die Vorwürfe sehr zu Herzen und fühlt sich fortan schuldig. Franz erzählt ihm auch, dass man nach dem Tode im Fegefeuer büßen müsste, wenn man zu viele Sünden vorzuweisen habe.
    Um diesem Schicksal zu entgehen – Sebastian hat bereits ein großes Sündenregister vorzuweisen – sieht er zunächst nur eine Möglichkeit: Er muss unsterblich werden....usw....usw....
    Die kindlich-naive Handlung des Films spiegelt das religiös verbrämte bayerische Gemüt wider, mit dem sich offenbar auch viele der Werker identifizieren, die nun die Fanartikel zu dem Film in den Hallen der weiss-blauen Marke zur Schau tragen....na ja, das image der Autos ist eben nur so gut wie das Niveau der Flip-Flops tragenden Leute, die sie machen....

  • Unglaublich aber wahr! in Afghanistan fallen bomben, in Haiti gibt es nicht genug Lebensmittel und das Handelsblatt hat nichts anderes zu tun, als über eine solche lapidare interne Firmen- angelegenheit der bMW AG zu berichten.

    Respekt an den Journalisten, das wird noch was mit der richtig großen Karriere, bei so einem unglaublichen und weltbewegenden Artikel.

  • Der Spruch auf dem monierten T-Shirt ist ein Zitat aus dem Film "Wer früher Stirbt ist eher Tod" aus dem Mund des 11-jährigen Hautpdarstellers...
    Zum betrachten des Films sind ausreichende bayrischkenntnisse notwendig, über die ja leider 65 Mio Menschen in Deutschland nicht haben.

  • ich gebe bergmann absolut recht, das ist ja schon biLD-Niveau. Zudem ist diese Mail bereits im Sommer 09 um die Welt gegangen. Nun hat sie wohl auch endlich mal die Hb-Redaktion erreicht ;)
    Peinlich...

  • bergmann, Sie haben wohl wenig Humor. ich hatte diese Mail von bMW schon seit einiger Zeit von einem Kollegen aus der branche erhalten. Hab mich königlich amüsiert und finde es gut, daß in so ernsten Zeiten auch mal was lustiges im Handelsblatt steht. Wobei der Mitarbeiter mit seinem Anliegen zumindest was das T-Shirt angeht absolut Recht hat. Das würde im übrigen bei meinem Arbeitgeber ebenfalls sicher nicht toleriert.

  • Die Chefsekretärin aus der obersten Etage(um eine solche scheint es sich ja zu handeln) hat absolut recht, undzwar in zweierlei hinsicht: Einmal ist natürlich der Text den sie zitiert schon 'abmahnungsfähig' und auch eine beleidigung jedes/jeder anderen Mitarbeiters/Mitarbeiterin und auch des Unternehmens. Zum anderen hat sie völlig recht dass es eine interne Disziplin geben muss. Es ist die Sache des Teamleiters, Gruppenchefs etc. mit seinem Angestellten eine klare Ansprache zu haben.Das muss es doch jetzt schon geben. bei einem kleineren US Unternehmen das ich gut kenne , wird die Länge der bermudas, Texte auf T-Shirts, Tatoos, sehr wohl in internen Anweisungen geregelt und durchgesetzt.

  • ihr halb bankrotten Zeitungsverlage habt wohl gegenwärtig kein anderes Thema, als euch über irgendwelchen Kleiderwünsche bei bMW aufzuregen. Oder steckt bei diesem wichtigen Thema wieder mal die Spin-Doctors von Audi dahinter? Die deutsche Zeitungslandschaft wird immer primitiver.

    Und zum Vorschreiber:

    billige Häme ist offenbar des Deutschen liebstes Hobby, ich hätte auch auf benz getippt.

  • Nun ja, jetzt handelt es sich bei dem Aufdruck des T-Shirts um ein Zitat eines vom Land bayern geförderten ( und mehrfach ausgezeichneten ) Films.
    Da sollte man schon mal ein Auge zudrücken können, vorausgesetzt man kennt den Film :) .

  • Wie sich doch die Zeiten ändern. Vor etlichen Jahren wurde ich in der bWW Niederlassung von oben herab behandelt, weil ich es gewagt hatte, Samstags in Jeans zu erscheinen. Na ja, danach habe ich mir damals einen Mercedes gekauft. Die konnten das immer schon besser. Richtig schön, daß die stolzen bayern solche Probleme haben. ich habe noch ein paar
    alte Klamotten im Schrank, welche ich natürlich gerne bMW Mitarbeitern zur Verfügung stelle.

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