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Interview Harald Krüger BMW-Chef will nicht nur auf Elektromobilität setzen

Die Frage nach der Antriebstechnik der Zukunft spaltet die Autoindustrie. Der BMW-Chef begründet, weshalb er nicht nur auf Elektroautos setzen will.
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Der BMW-Chef will auf die regulatorischen Anforderungen in unterschiedlichen Märkten vorbereitet sein. Quelle: Reuters
Harald Krüger

Der BMW-Chef will auf die regulatorischen Anforderungen in unterschiedlichen Märkten vorbereitet sein.

(Foto: Reuters)

Der BMW-Chef fordert einen massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur. Doch anders als Volkswagen will sich Krüger nicht allein auf das Elektroauto verlassen. Die Münchener wollen in Zukunft maximal flexibel bleiben, falls die Kunden das Stromauto nicht annehmen. Bei BMW will man künftig Verbrenner, Hybride und Elektroautos auf einem Band bauen können.

Herr Krüger, nach wie vor kommt die Elektromobilität in Deutschland nicht in Gang. Was läuft schief?
Deutschland und Europa haben die Chance, ein Leitmarkt für Elektromobilität zu werden. Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass hierfür jedoch mehr getan werden muss. In Norwegen sind beispielsweise schon heute drei von vier verkauften BMWs elektrifiziert, weil dort eine gute Infrastruktur für Elektromobilität, innerstädtische Anreize wie kostenloses Parken sowie eine hohe finanzielle Förderung vorhanden sind. Die Option zum Nichtstun für Mitgliedstaaten und Städte muss beseitigt werden. Ansonsten werden viele Kunden noch nicht einmal darüber nachdenken, ein E-Fahrzeug zu kaufen.

Die Menschen wollen nicht nur ein Auto kaufen, sie wollen es auch laden können.
Wichtig ist aus meiner Sicht auch, das Laden von E-Autos für alle Kunden billiger und einfacher zu machen: So ist der Strom beim öffentlichen Laden in Norwegen kostenlos. In München ist der gefahrene Kilometer in diesem Fall dagegen so teuer wie mit einem Benziner. Wenn man überhaupt eine öffentliche Ladesäule in der Nähe findet. Dass es auch anders geht, sehen wir in China: Allein die Stadt Peking verfügt über 2,5 mal mehr öffentliche Ladesäulen als in ganz Deutschland mit seinen insgesamt rund 17.400 Säulen vorhanden sind.

Volkswagen-Chef Herbert Diess schlug jüngst vor, die Förderung radikal auf Elektroautos umzustellen.
Der Schlüssel für die Mobilität der Zukunft ist Technologieoffenheit. Um es klar zu sagen: Technologisch alles auf eine Karte zu setzen wäre der völlig falsche Weg und für den Wohlstand in unserem Lande gefährlich. Wir müssen uns technologisch breit aufstellen. Alles andere wäre ein enormes Risiko – nicht zuletzt auch für den Wohlstand und die Arbeitsplätze in Deutschland.

Warum gefährdet das Arbeitsplätze?
Technologische Offenheit ist auch deshalb extrem wichtig, um auf die regulatorischen Anforderungen in den verschiedenen Märkten vorbereitet zu sein. Denn die Einführung alternativer Antriebe vollzieht sich auch in den verschiedenen Weltregionen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.

Hierzulande fordern die Grünen für 2030 schon das Ende des Verbrennungsmotors.
Technologieoffenheit heißt, dass wir unsere sparsamen Verbrennungsmotoren weiter verbessern. Und daneben konsequent die E-Mobilität mit vollelektrischen Fahrzeugen wie auch Plug-in-Hybriden vorantreiben sowie auch in neue Technologien wie die Brennstoffzelle investieren.

Wie sehen Ihre weiteren Pläne aus? BMW war sehr früh mit Stromautos auf dem Markt, manche sagen: zu früh.
Wir sind ein Pionier der Elektromobilität. Unser erstes Elektroauto begleitete bereits 1972 die Marathonläufer bei den Olympischen Spielen. Heute sind wir Marktführer für elektrifizierte Fahrzeuge in Europa. Bis Ende 2020 bringen wir über zehn neue und überarbeitete Modelle mit elektrifiziertem Antrieb auf den Markt.

Herr Krüger, vielen Dank für das Interview.

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