Interview mit Christian Hartel: Wacker-Chemie-Chef will Höhenflug fortsetzen – Bangen um Siltronic-Verkauf
In den Niederlanden wollte der Konzern eigentlich den Covid-19-Impsftoff von Curevac produzieren.
Foto: HandelsblattMünchen. Die Investoren erwarten Großes von Christian Hartel: Wacker Chemie ist aktuell einer der Highflyer an der Börse – und der neue CEO muss die hohen Erwartungen an das Unternehmen jetzt erfüllen. Um 80 Prozent ist die Aktie des MDax-Unternehmens binnen Jahresfrist gestiegen. Allein seit der Manager Mitte Mai an die Spitze von Wacker Chemie aufrückte, ist der Wert um 40 Prozent in die Höhe geschossen. Der Branchenindex Euro Stoxx Chemicals hat seit Ende 2020 lediglich 23 Prozent zugelegt.
Hartel weiß, dass dieser Erfolg weniger an seiner Person liegt als an dem Potenzial, das die Investoren im Konzern sehen. Aber der neue Manager an der Vorstandsspitze macht beim Münchener Traditionsunternehmen auch selbst Tempo: „Mein Ziel ist es, das Wachstum jetzt deutlich zu beschleunigen“, sagte Hartel im Gespräch mit dem Handelsblatt, seinem ersten Medieninterview. Für die dabei möglichen Übernahmen sieht er Wacker Chemie finanziell gerüstet.
Im Fokus stehen bei den Münchenern neben der klassischen Spezialchemie zwei Geschäfte mit gehörigem Zukunftspotenzial: Polysilicium, ein wichtiger Inhaltsstoff für Halbleiter und Solaranlagen, sowie die Auftragsfertigung für Pharmafirmen und mRNA-Hersteller. Vom geplatzten Deal mit Curevac bei der Covid-19-Impfstoffproduktion lässt sich Wacker dabei nicht beirren.