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Elon Musk

Das vergangene Jahr war für den Tesla-Chef ein schwieriges, wie er im Interview mit der „New York Times“ sagte.

(Foto: action press)

Interview mit „New York Times“ „Das letzte Jahr war quälend“ – Tesla-Chef Musk offenbart sein Privatleben

2001 nahm sich der Tesla-Chef das letzte Mal länger als eine Woche frei, 120-Stunden-Wochen sind für ihn normal: Ein Interview liefert seltene Einblicke in Musks Privatleben.
17.08.2018 Update: 17.08.2018 - 14:49 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Jahrelang inszenierte sich Tesla-Chef Elon Musk als „Iron Man“ des Silicon Valley: Nichts schien den Superhelden der Elektromobilität stoppen zu können. Doch in einem Interview mit der New York Times offenbart Musk nun ungewohnte Schwächen. Druck und Stress hätten den Unternehmer zuletzt stark belastet, gibt er zu. „Das vergangene Jahr war das schwierigste und schmerzvollste Jahr meiner Karriere“, so Musk. „Es war quälend.“

Wenn Elon Musk Interviews gibt, spricht er meist nur über Geschäftliches. Im Gespräch mit der US-Zeitung zeigt sich der Gründer des Elektroautopioniers nun ungewohnt emotional und verrät, wie sehr die Probleme bei Tesla ihn auch privat belastet haben: 120-Stunden-Wochen, Schlafprobleme und keine Zeit mit Familie und Freunden – das ist Elon Musks Leben seit Jahren.

Die Aktie des Autobauers aus Palo Alto fiel nach der Veröffentlichung des Interviews an diesem Freitag um bis zu acht Prozent im Mittagshandel.

Stress ist Musk seit der Gründung von Tesla im Jahr 2003 gewohnt. Doch gerade im vergangenen Jahr überschlugen sich beim E-Autobauer die Ereignisse: Mit allen Mitteln, so schien es, erreichte Tesla so gerade das Produktionsziel fürs Model 3 und geriet wegen schlechter Arbeitsbedingungen in die Kritik. Nun ermittelt die US-Börsenaufsicht und prüft, ob Tesla seine Investoren wegen Verzögerungen in der Produktion getäuscht hat.

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    Beim Höhlendrama von Thailand vor wenigen Wochen bat Musk mehrfach seine Hilfe an, die Jugendlichen und ihren Trainer zu retten. Das endete in einer digitalen Schlammschlacht mit einem Höhlentaucher.

    Und erst in der vergangenen Woche überlegte er öffentlich, Tesla von der Börse zu nehmen – und zog damit den Unmut vieler Investoren auf sich, die ihn mittlerweile verklagen wollen. Sein liebstes Kommunikationsmittel in nahezu all diesen Situationen: Twitter.

    Im Gespräch mit der „New York Times“ erklärte Musk auch, wie es am 7. August zu jenem Tweet kam, der den Tesla-Börsenkurs in die Höhe katapultierte. Nach dem Aufstehen machte Musk ein wenig Sport und stieg anschließend in sein Model 3, das ihn zum Flughafen brachte. Auf der Fahrt tippte er seinen folgenschweren Tweet, in dem er ein mögliches Delisting Teslas ins Spiel brachte.

    Ein äußerst ungewöhnliches Vorgehen. Im Land der klagefreudigen Anwälte verkünden börsennotierte Unternehmen solche Nachrichten nach Handelsschluss. Musk nicht. Nach seinem Tweet musste der Handel mit der Tesla-Aktie kurzerhand ausgesetzt werden.

    War der Tweet unüberlegt? „Ich war nicht auf Gras“, verteidigte sich Musk nun im Interview. Daher bereue er seinen Post auch nicht. „Wieso sollte ich?“

    Während die Kurse nach dem Tweet verrückt spielten, folgte für Musk der für ihn alltägliche Wahnsinn: Am Flughafen stieg der Unternehmer in ein Privatflugzeug nach Nevada, wo er die Tesla-„Gigafactory“, in der Batteriezellen gefertigt werden, besuchte. Nach Gesprächen mit Managern und einem Workshop flog er nach San Francisco, wo er bis spät in die Nacht noch mehrere Meetings abhielt.

    120-Stunden-Wochen sind für den Unternehmer normal. Eine Auszeit vom Job, die länger als eine Woche gedauert hat, nahm er sich zuletzt vor 17 Jahren – aber auch nur, weil er an Malaria erkrankt und aus diesem Grund bettlägerig war. „Es gab Zeiten, in denen habe ich die Fabrik drei oder vier Tage nicht verlassen“, sagte Musk.

    Selbst seinen 47. Geburtstag Ende Juni verbrachte er bei der Arbeit. „Auch die ganze Nacht – ohne Freunde“, sagte Musk der „New York Times“. Die Worte über die Lippen zu bringen soll ihm laut anwesenden Journalisten schwer gefallen sein.

    Zwei Tage nach seinem Geburtstag stand erneut ein eigentlich schönes Ereignis im Hause Musk an: Sein Bruder Kimbal heiratete in Katalonien – und Elon sollte Trauzeuge sein. Doch seinen großen Auftritt im privaten Rahmen hätte der Tesla-Chef fast verpasst: Er flog direkt von der Tesla-Zentrale in die spanische Region und traf erst zwei Stunden vor der Zeremonie ein. Unmittelbar danach setzte er sich laut eigener Aussage direkt wieder ins Flugzeug und kehrte zur Tesla-Zentrale zurück.

    Erschöpfung und Schlafprobleme

    Der Stress macht sich bereits körperlich bemerkbar. Musk selbst ist das bewusst. Auf die Frage, ob die Erschöpfung sich bereits auf seinen Gesundheitszustand auswirke, sagte er gegenüber der Zeitung: „Es ist nicht gut. Ich habe Freunde, die wirklich besorgt um mich sind.“

    Immer öfter hat der Unternehmer nachts Probleme, in den Schlaf zu finden, und nimmt deshalb Schlafmittel. „Es ist oft eine Wahl zwischen keinem Schlaf und Ambien“, sagte er. Andere Vorstandsmitglieder lästern Insidern zufolge bereits, dass Musk durch das Schlafmittel erst recht nicht zur Ruhe komme und stattdessen konfus drauflos twittere. Bei Tesla mehren sich zudem Stimmen, die behaupten, Musk nehme nicht nur Schlafmittel, sondern auch Drogen, um mit der Situation klarzukommen.

    Vorstandsmitglieder suchen laut Medienberichten aus diesem Grund eine Nummer zwei für Tesla, die Musk entlastet. Der E-Autobauer dementiert das. Auch Musk sagte im Interview, dass es derzeit keine Suche gebe und versuchte es mit Humor: „Wenn Sie jemanden kennen, der den Job besser macht, dann lassen Sie es mich wissen. Er kann sofort die Zügel übernehmen.“ In Anbetracht der Belastung gar nicht so unwahrscheinlich, dass bei diesem Satz auch ein Hauch Ernst mitschwang.

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