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Investcorp übernimmt Apcoa Parking - Neues Preismodell für Yello EnBW lässt nach Milliardenverlust Dividende ausfallen

Auf ihrer Bilanzpressekonferenz teilte der viertgrößte deutsche Strom- und Gasversorger Energie Baden-Württemberg (ENBW) am Freitag mit, dass das Jahr 2003 mit einem Verlust von 1,07 Milliarden Euro abgeschlossen wurde.

HB KARLSRUHE. Dieser Betrag wurde erstmals nach internationalen Bilanzierungsregeln (IAS) ermittelt und liegt etwas höher, als erwartet worden war. In der Begründung des schlechten Ergebnisses teilte EnBW mit, dass außerordentliche Belastungen zur Sanierung des Konzerns bereits allein 1,33 Millionen Euro gefordert hätten. Auch im operativen Geschäft rutschte EnBW mit minus 165,4 (plus 412) Millionen Euro in die roten Zahlen. Die Dividende soll deshalb ausfallen.

Der Verlust nach Steuern lag im vergangenen Jahr bei 1,19 Milliarden Euro nach minus 44,5 Millionen ein Jahr zuvor. Der Umsatz verbesserte sich durch Zuwächse im Gasgeschäft um 25 Prozent auf 10,61 Milliarden Euro. Aufgrund von Neukonsolidierungen wuchs der Stromumsatz um 21 Prozent auf 7,40 Milliarden Euro. Für 2004 wird mit einem Plus von fünf Prozent gerechnet

Für die Billigstromtochter "Yello" wurde ein neues Preismodell entwickelt, dass sie 2004 in die schwarzen Zahlen führen soll. Weiterhin wurde das Sparprogramm "Top Fit" entwickelt, welches auf insgesamt eine Milliarde Euro ausgelegt ist und bereits 2004 die Kosten um 300 Millionen Euro senken soll. Der Vorstandschef Utz Claasen kündigte ein „vollumfänglich zufrieden stellendes“ Ergebnis für 2006 an. Der Konzern wolle allerdings schon im laufenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehren und die auf 6,1 Prozent geschrumpfte Eigenkapitalquote wieder steigern. Bis 2006 soll dann der acht Milliarden schwere Schuldenberg um zwei Milliarden abgetragen werden.Die Maßnahmen hierfür wurden noch nicht bekannt gegeben.

Mit seinem Amtsantritt im Mai 2003 hat Claassen einen Konsolidierungskurs eingeschlagen, im Zuge dessen bis dato 113 der ehemals 395 Gesellschaften mit fast 15 000 Beschäftigten und 1,24 Milliarden Euro Umsatz entkonsolidiert wurden.

Dabei war die Zerschlagung der der traditionsreichen Schuh- und Dienstleistungs-Tochter Salamander der größte Schritt. Die Bereiche, die aufgegeben wurden, hätten 2003 allein 388,5 Millionen Euro Verlust vor Steuern erwirtschaftet, hieß es im Geschäftsbericht.

Eines der letzten Salamander-Teile ist der größte europäische Parkhausbetreiber Apcoa Parking. Für diesen hat nun die britische Investmentfirma Investcorp den Zuschlag erhalten, wie Claassen nun offiziell bestätigte. Über den Preis ist Stillschweigen vereinbart worden.

Außerdem werde nun auch die defizitäre Müllverwertungsanlage Thermoselect abgestoßen. Sie hatte 400 Millionen Euro an Investitionen verbraucht, aber nie richtig funktioniert. Trotz weiterer noch notwendiger Investitionen zur Ertüchtigung sei die Anlage auch langfristig nur unter großen Risiken zu betreiben, die EnBW nicht eingehen könne, so Prof. Dr. Thomas Hartkopf, Technikvorstand der EnBW.

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