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Investorentag Bayer-Chef verspricht Anlegern starkes Wachstum und höhere Dividenden

Die Glyphosat-Klagen haben der Bayer-Aktie schwer zugesetzt. Konzernchef Baumann zeigt sich demütig und verspricht starkes Wachstum bis 2022.
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Bayer-Chef verspricht starkes Wachstum und höhere Dividenden Quelle: dpa
Bayer-Chef Werner Baumann

„Wir haben in diesem Jahr hart gearbeitet, aber wir sind überhaupt nicht glücklich mit der jüngsten Entwicklung des Unternehmens und der Aktie.“

(Foto: dpa)

DüsseldorfBayer-Chef Werner Baumann zeigte sich zum Beginn des Investorentages in London am Mittwochmorgen demütig: „Wir haben in diesem Jahr hart gearbeitet, aber wir sind überhaupt nicht glücklich mit der jüngsten Entwicklung des Unternehmens und der Aktie. Ihre Enttäuschung ist unsere Enttäuschung“, rief er den Analysten und Fondsmanagern zu.

Er verspricht: „Wir werden alles tun, um den wahren Wert des Unternehmens zurück in die Aktie zu bringen.“

Die Bayer-Aktie notiert derzeit auf dem tiefsten Stand seit sechs Jahren. Seit dem verlorenen Prozess um den von Monsanto übernommenen Unkrautvernichter Glyphosat hat der Konzern 30 Milliarden Euro an Börsenwert verloren. Die Anleger fürchten Rechtsbelastungen in Milliardenhöhe und sind deshalb scharenweise aus der Aktie ausgestiegen. Am Mittwochmorgen stagnierte der Kurs bei 65 Euro.

Neuigkeiten zu den Verfahren um Glyphosat hat Baumann nicht mit nach London gebracht. Dafür präsentierte er sehr ambitionierte Wachstumsziele für die kommenden drei Jahre und hohe Gewinnspannen bis zum Jahr 2022. Die Anleger können auf höhere Dividenden und Aktienrückkäufe hoffen.

Das sind die Pläne des Konzerns: Der Umsatz soll bis 2022 auf 52 Milliarden Euro steigen, im kommenden Jahr um vier Prozent und danach um vier bis fünf Prozent. 2018 kommt Bayer auf einen Umsatz von 44,6 Milliarden Euro auf Pro-Forma-Basis, das heißt, die Jahreszahlen von Monsanto und die Teilverkäufe sind darin eingerechnet.

Noch höhere Ziele setzt sich Bayer beim Ertrag. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda vor Sonderposten) soll jedes Jahr um neun Prozent steigen und im Jahr 2022 der Wert von 16 Milliarden Euro erreichen. 2018 wird der Wert auf Pro-Forma-Basis bei 11,5 Milliarden Euro liegen. Binnen drei Jahren soll also die Gewinnspanne des Konzerns auf mehr als 30 Prozent steigen.

Mit den Ankündigungen vom Mittwochmorgen präzisiert Bayer seine künftige Strategie und will zugleich das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Vergangene Woche hat der Konzern bereits das größte Sparprogramm in der Konzerngeschichte bekanntgegeben.

Monsanto-Kauf lastet schwer auf der Bilanz

12.000 Stellen sollen weltweit gestrichen werden, in Deutschland wird auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Bayer verspricht, bis 2021 die Kosten um 2,6 Milliarden Euro zu senken – rund 900 Millionen Euro davon kommen aus den angekündigten Synergien durch die Monsanto-Übernahme.

Der 63,5 Milliarden Dollar teure Kauf belastet die Bayer-Bilanz deutlich. Ende 2018 wird der Konzern netto mit 36 Milliarden Euro verschuldet sein. Um schneller wieder an Finanzkraft zu gewinnen, plant der Konzern den Verkauf der Tiermedizin und seines Anteils am Leverkusener Chemiepark-Betreiber Currenta. Beides zusammen könnte nach Analystenschätzungen acht Milliarden Euro einbringen.

Doch nicht nur Verkäufe sollen Geld in die Kasse bringen. Bayer hat hohe Erwartungen mit Blick auf die freien Mittel, die das um Monsanto erweiterte operative Geschäft in den nächsten Jahren liefern soll. Zwischen 2019 und 2022 soll der Free Cashflow in Summe 23 Milliarden Euro betragen.

Baumann kündigte an, die neu gewonnene Finanzkraft zum Schuldenabbau und für weitere Dividendenerhöhungen zu verwenden. Die Nettoschulden sollen bis 2022 auf 26 bis 28 Milliarden Euro sinken. Die Anleger sollen aber nicht nur mit höherer Ausschüttung vom neuen Bayer-Kurs profitieren: Der Konzern prüft die Option, einen erheblichen Teil der Erlöse für Aktienrückkäufe einzusetzen.

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