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IPSoft-Gründer Chetan Dube „Die Deutschen sind beim Thema KI in ihrer Analyse gefangen“

Chetan Dube baut menschenähnliche KI-Anwendungen. Damit will er die Erde zu einem besseren Ort machen. In Europa sieht er Frankreich bei dem Thema klar vorn.
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Der Gründer von IPSoft baut menschenähnliche Roboter. Zu seinen Kunden zählen auch viele deutsche Konzerne.
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Der Gründer von IPSoft baut menschenähnliche Roboter. Zu seinen Kunden zählen auch viele deutsche Konzerne.

New YorkDer Gründer und CEO von IPSoft Chetan Dube setzt allein mit Künstlicher Intelligenz (KI) eine Viertelmilliarde Dollar um. Er gilt als einer der wichtigen Vordenker im Bereich KI. Zu den Kunden von IPSoft, das nächstes Jahr an die Börse gehen soll, gehören die meisten US-Großbanken ebenso wie Versicherer, die Deutsche Bank, Allianz, Mercedes und BMW. Seine Assistentin Amelia ist eine der menschlichsten KI-Anwendungen, die aus ihren Gesprächen lernt. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt Dube in New York, warum er keine Angst vor Robotern hat und warum Deutschland den Zug nicht verpassen darf.

Herr Dube, wann werden wir wirklich menschenähnliche Roboter haben?
Ich glaube, dass Sie schon 2025 den Flur hier lang laufen können und nicht wissen, ob Ihr Kollege ein Mensch oder ein Roboter ist.

Ist das gut oder schlecht?
Es ist nicht so sehr eine Frage, ob das gut oder schlecht ist. Aber es wird passieren. Roboter werden diesen schönen Planeten effizienter machen. Und sie werden unsere Freunde sein. Wir müssen ihnen nur Grenzen setzen.

Viele Menschen haben Angst davor...
Ja, das ist verständlich. Aber es gibt auch viel Positives. In Indien starten wir im September ein Pilotprojekt mit Amelia-Ärzten, die auf Künstlicher Intelligenz basieren. Sie werden Menschen helfen, die heute keinen Zugang zum Gesundheitssystem haben. Anders als etwa in Deutschland darf Amelia dort nicht nur diagnostizieren, sondern auch die Behandlung und Medikamente verschreiben.

Roboter als Ärzte?
Ja, das wäre auch in anderen Ländern wünschenswert. Wenn Roboter die einfachen Arbeiten übernehmen und Rezepte schreiben, dann könnten sich Ärzte darauf konzentrieren, eine Heilung für Krebs oder Alzheimer zu finden.

Viele sorgen sich, dass insgesamt massiv Jobs wegfallen werden…
Wir stehen vor einer Revolution und sie geht schneller von statten als die vergangenen Revolutionen. Aber ich bin nicht so pessimistisch, was die Jobs angeht. Als die Banken die Geldautomaten eingeführt haben, sind zwar die Kassierer weggefallen. Aber dafür arbeiten die Mitarbeiter heute in der Kreditkartenabteilung oder im Investmentbanking. Die Bankangestellten sind nicht auf einmal verschwunden. Als die Autos eingeführt wurden, haben auch alle um die Kutscherjobs gefürchtet. Es wird neue Jobs geben in der Automatisierung.

Wie sehen Sie Deutschland in diesem Umfeld positioniert?
Ich gebe der Bundeskanzlerin Merkel recht, wenn sie sagt, wir werden sehen müssen, welche Rolle Deutschland hier spielen wird. Im Moment liegt Frankreich bei der Künstlichen Intelligenz in Europa klar vorne. Deutschland ist zwar führend in der Automatisierung in der Herstellung von Produkten. Aber nicht in der Automatisierung von Dienstleistungen.

Haben die Deutschen zu viel Angst?
Die Deutschen waren bisher oft vorneweg bei der Modernisierung. Aber bei dem Thema Künstliche Intelligenz sind sie ein wenig in ihrer Analyse gefangen. Auch die Gewerkschaften haben Angst. Aber ich bin zuversichtlich, denn die deutschen Arbeitnehmer haben in der Geschichte immer wieder gezeigt, dass sie technologiefreundlich sind und aufsteigen wollen in der Wertschöpfungskette. Wir müssen den Menschen die Möglichkeit geben, umzuschulen. Und das muss schnell gehen, denn die Veränderungen kommen diesmal rasant.

Gibt es etwas, dass Roboter nie können werden?
Kreativität. Auch unsere Amelia kann zwar lernen, lernen, lernen und viele Aufgaben besser als Menschen erledigen. Aber sie wird nie Krebs heilen können und sie wird auch nicht kreativ schreiben können und Menschen auf neue Gedanken bringen.

Noch einmal zum Jahr 2025, wenn wir unsere Roboter-Kollegen auf dem Flur nicht mehr von echten Kollegen unterscheiden werden können. Ist das nicht ethisch bedenklich?
Sollten wir diese Wesen nicht agnostisch betrachten? So wie wir Lebewesen nicht wegen ihrer Hautfarbe beurteilen sollten, sollten wir nicht auch Wesen aus Silikon danach beurteilen, welchen Nutzen die Gesellschaft von ihnen hat ?

Herr Dube, vielen Dank für das Gespräch.

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