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IT-Lösungen Porsche und SAP schmieden eine Softwareallianz

Der Sportwagenhersteller und der Softwarekonzern werden Partner. Künftig wollen sie gemeinsam standardisierte IT-Lösungen entwickeln.
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SAP und Porsche wollen gemeinsam die Produktionsprozesse optimieren. Quelle: Porsche
SAP-Co-CEO Christian Klein (links), Porsche-Manager Lutz Meschke (Mitte) und SAP-Geschäftsführer Daniel Holz

SAP und Porsche wollen gemeinsam die Produktionsprozesse optimieren.

(Foto: Porsche)

Stuttgart Autos entwickeln sich immer stärker zu einem Smartphone auf vier Rädern. Deshalb wächst innerhalb der Fahrzeugbranche die Begehrlichkeit nach zusätzlicher digitaler Kompetenz. Besonders im Trend sind strategische Partnerschaften zwischen einzelnen Autoherstellern und großen Partnern aus der IT-Branche.

Porsche ist das nächste Beispiel dafür: Zum Auftakt des Handelsblatt Auto-Gipfels verkündete der Stuttgarter Sportwagenhersteller am Mittwochabend eine strategische Allianz mit dem Walldorfer Softwareriesen SAP.

Porsche ist schon länger regulärer Kunde von SAP. Mit der strategischen Partnerschaft wollen beide Unternehmen die Zusammenarbeit noch weiter vorantreiben. Porsche und SAP planen gemeinsam neue Lösungen und Produkte im IT-Bereich, die später nicht nur von Porsche, sondern als Standard auch von anderen Unternehmen aus der Automobilbranche eingesetzt werden können.

„Wir brauchen genau solche Partnerschaften, um Innovationen am Standort Deutschland zu fördern“, sagte Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandschef und Finanzvorstand bei Porsche. Die künftige engere Zusammenarbeit verschaffe nicht nur dem Stuttgarter Sportwagenhersteller und SAP Vorteile, sondern auch anderen Unternehmen.

Die strategische Partnerschaft von Porsche und SAP hebe die Zusammenarbeit auf ein neues Niveau. Schwerpunkte der neuen Allianz würden datengetriebene Geschäftsmodelle, verbunden mit Künstlicher Intelligenz und einer Softwarearchitektur, die aus den Produktionsprozessen heraus gesteuert werde. Porsche und SAP hätten in der Vergangenheit bereits gemeinsam ein Auftrags-Management-System mit dem Namen „PIA“ erarbeitet.

Neue Standards entwickeln

„Im Rahmen unserer strategischen Partnerschaft wollen wir den Standard in der Automobilindustrie weiterentwickeln“, sagte der neue SAP-Co-CEO Christian Klein, der beim Softwarekonzern aus Walldorf bei Heidelberg auch die Verantwortung für die Kooperation mit Porsche übernehmen wird. In Branchenkreisen wird das als Hinweis darauf gesehen, dass SAP der Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Sportwagenhersteller größere Bedeutung beimisst.

Dabei besitze die Einführung der Softwareplattform SAP S/4 Hana hohe Priorität in der Kooperation mit Porsche, so Klein weiter. Künftige gemeinsame Entwicklungen sollten zudem über die SAP Cloud-Plattform in vorhandene Systeme eingebunden werden.

SAP S/4 Hana gilt in der IT-Branche als ein System, das für die verarbeitende Industrie eine immer größere Bedeutung bekommt. S/4 Hana ist ein Programmpaket, mit dem Unternehmen Geschäftsprozesse von der Beschaffung über die Finanzen bis zum Personal steuern können.

SAP schneidet die Software auf die Bedürfnisse einzelner Branchen speziell zu. Für die Automobilindustrie sind Funktionen wie etwa für das Ersatzteilmanagement, für die Lagerverwaltung und für Industrie 4.0 von besonderer Bedeutung.

Für die Einführung von S/4 Hana war SAP bereits im Sommer eine Kooperation mit dem fränkischen Automobilzulieferer Schaeffler eingegangen. Auch bei dieser Partnerschaft geht es darum, Standards zu entwickeln, die später auch von anderen Unternehmen eingesetzt werden können.

Beim Porsche-Mutterkonzern Volkswagen ist die Einführung der SAP-Computerplattform ebenfalls geplant. Der Wolfsburger Autohersteller will mit der Software die eigenen Verwaltungsabläufe deutlich vereinfachen. Damit ist auch ein Abbau von 4000 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2023 verbunden.

Volkswagen wiederum ist mit anderen IT-Konzernen weitere umfassende Softwarekooperationen eingegangen. Mit Microsoft arbeitet der Porsche-Mutterkonzern an einer Softwareplattform, mit der künftig alle Fahrzeuge bei VW und den anderen Konzerntöchtern ausgestattet werden sollen, dem sogenannten „VW.os“.

Das entspricht einem Betriebssystem, wie es etwa schon bei Smartphones bekannt ist. Mit Amazon will Volkswagen seine gesamten Produktionsabläufe vereinfachen und standardisieren.

Mehr: SAP will im Zuge einer Partnerschaft mit Microsoft die Einführung seines Hauptprodukts S/4 Hana erleichtern. Das sorgt für einiges Neugeschäft.

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