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Italienische Sportwagenmarke Lamborghini verabschiedet sich vom Verbrenner: Sportwagen ab 2025 nur noch als Plug-in-Hybrid erhältlich

Markenchef Stephan Winkelmann lässt sich die Umstellung rund 1,5 Milliarden Euro kosten. Auch ein rein elektrischer Lamborghini ist schon in Planung.
18.05.2021 - 11:00 Uhr 3 Kommentare
Der deutsche Manager will auch bei den künftigen Modellen „die DNA des Supersportwagens beibehalten“. Quelle: Lamborghini
CEO Stephan Winkelmann

Der deutsche Manager will auch bei den künftigen Modellen „die DNA des Supersportwagens beibehalten“.

(Foto: Lamborghini)

Rom Schon vor zwei Monaten hat Stephan Winkelmann im Handelsblatt-Interview einen großen Strategieschwenk angekündigt. Nun ist klar, was der Lamborghini-Chef vorhat: Der 56-jährige Deutsche will die drei Modelle des Sportwagenherstellers komplett auf Hybrid umstellen – und das in gerade mal dreieinhalb Jahren.

„Wir haben vor, die gesamte Produktpalette, die wir heute haben, bis Ende 2024 zu hybridisieren“, sagte Winkelmann am Dienstag. Ab 2025 will die Audi-Tochter aus Norditalien keine reinen Verbrenner mehr verkaufen – sondern nur noch Plug-in-Hybride.

Es ist die größte Transformation der Firmengeschichte: 1,5 Milliarden Euro wird der Umbau der Produktion kosten. Die Entscheidung sei nicht in Ingolstadt gefallen, wie Winkelmann betont – sondern bei Lamborghini selbst. „Entweder man manövriert sich aus dem Markt heraus, indem man nichts tut“, sagt er, „oder, indem man das Falsche tut.“

Der Plan sei zwar ambitioniert und werde der Firma einiges abverlangen. Aber Winkelmann ist „frohen Mutes, dass wir das schaffen“.

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    Auch wenn der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 1,61 Milliarden Euro absackte: 2020 war das bisher profitabelste Jahr für den Autobauer, der Pandemie zum Trotz. Bei den Auslieferungen erreichte das Unternehmen mit 7430 das bislang zweitbeste Jahr. 607 davon gingen allein nach Deutschland.

    Im laufenden Jahr will Winkelmann die aktuellen Verbrenner noch einmal „richtig auskosten“. Die Auftragslage sei gut, die Modelle seien nach wie vor sehr gefragt.

    Die aktuellen Verbrennermodelle bleiben stark gefragt. Quelle: AFP
    Lamborghini Huracan auf der Automesse Schanghai

    Die aktuellen Verbrennermodelle bleiben stark gefragt.

    (Foto: AFP)

    Doch die Vorgaben der Politik zwingen auch Lamborghini zum Handeln. Für Winkelmann sind die CO2-Emissionen die „größte Herausforderung der Automobilindustrie“. Die Regeln werden immer strenger, man müsse aber trotzdem „die DNA des Supersportwagens beibehalten“.

    Mit der Umstellung auf Hybrid will Lamborghini die CO2-Emissionen ab 2025 im Vergleich zu diesem Jahr um die Hälfte reduzieren. „Es ist absolut folgerichtig und überlebenswichtig, dass sich auch eine Supersportwagenmarke diesen neuen Technologien öffnet“, meint Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) der Fachhochschule Bergisch Gladbach. Der Experte glaubt, dass alle Sportwagenhersteller ab einer gewissen Stückzahl künftig in diese Richtung gehen werden.

    Rein elektrischer Lamborghini wird vier Sitze haben

    Für die zweite Hälfte des Jahrzehnts kündigt Winkelmann zudem das erste vollelektrische Sportwagenmodell an. Es soll vier Sitze haben und damit ein komplett neues Segment für Lamborghini erschließen.

    Noch befindet sich das Modell in der Konzeptphase. Form, Gewicht und Größe seien noch nicht klar, auch sei noch nicht beschlossen, auf welcher Plattform des VW-Konzerns der E-Lamborghini gebaut werden könnte. Zur Energiedichte oder der Batteriereichweite kann Winkelmann ebenfalls nichts sagen. „Das ist alles noch zu früh“, erklärt er.

    Winkelmann ist erst seit Dezember 2020 zurück in Sant’Agata, einem Vorort von Bologna, wo die Sportwagen produziert werden. Ab 2005 führte er die Marke elf Jahre lang, anschließend wechselte er zu Audi Sport, um 2018 Chef der französischen Audi-Tochter Bugatti zu werden. Nun hat Winkelmann eine Doppelrolle: Drei Viertel seiner Arbeitszeit verbringt er in Italien, den Rest bei Bugatti im Elsass.

    Grafik

    Schnittmengen mit Bugatti seien bei den neuen Modellen im Moment noch nicht geplant. „Das sind zwei sehr unterschiedliche Marken“, sagt Winkelmann. Möglich seien Synergien im Bereich der Materialien, aber im Moment „weder beim Motor noch bei der Batterietechnologie“.

    Das Gefühl, als er das zweite Mal bei Lamborghini übernahm, sei das gleiche wie vor 16 Jahren gewesen. „Aber die Herausforderungen sind heute größer.“ Die Marke steht für ihn vor einem „revolutionären Schritt“, mit dem man auch sehr viel aufs Spiel setze.

    Das röhrende Motorengeräusch, der Fahrstil wie im Rennauto: Beides darf auch beim Elektroauto nicht fehlen. Daher ist das Sounddesign eines der wichtigsten Themen bei Lamborghini.

    „Das Beispiel Porsche hat gezeigt, dass es gelingen kann, die DNA des Verbrenners in das Elektrozeitalter zu übertragen, ohne der Marke zu schaden“, meint Autoexperte Bratzel. Auch die Öffnung für ein neues Segment hält er für sinnvoll: „Wenn Marken langfristig überleben wollen, brauchen sie eine gewisse Breite.“

    Mehr: Auch Ferrari wird elektrisch: Bis 2025 soll das erste rein batteriebetriebene Modell kommen

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    3 Kommentare zu "Italienische Sportwagenmarke: Lamborghini verabschiedet sich vom Verbrenner: Sportwagen ab 2025 nur noch als Plug-in-Hybrid erhältlich"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Plug-in-Hybride finde ich aufgrund der relativ kleinen Batterie und des damit verbundenen relativ geringen Rohstoff- und Energieverbrauches sinnvoll.
      Falls dann ein Boliden Besitzer mal es mal anständig "krachen lassen" mag und Gas gibt, dann hat er auch sein Vergnügen. Aus meiner Sicht ist das eine gute Idee, die zwei Welten miteinander verbindet. Diese Sportwagen fährt man auch nicht hunderte von Kilometern, mal eine schöne Spritztour ist genau das richtige - vielleicht sogar komplett elektrisch - mit eigener Photovoltaikanlage auf dem Dach.
      Einen rein elektrischer Lamborghini halte ich für überflüssig und ökologisch widersprüchlich. Diese Autos sind Spaßautos und werden nicht Hundert Tausende von Kilometern gefahren, eine große Batterie wird sich NIE rentieren und vor allem nicht ökologisch!

    • @ Herr Uwe Stücke: In Ihren Ausführungen gibt es ein entscheidendes Wort.: "hat". Auch Droschkenbesitzer haben sich lange gegen den Siegeszuges des Verbrennungsmotors gewehrt.

    • Einen Lamborghini kauft man wegen seines V10 oder V12 Motors. Ein elektrischer Sportwagen ist auf dem Papier hübsch anzusehen, aber in der Praxis nicht zu gebrauchen. Nichts gegen Herrn Winkelmann, aber das ist für einen Politikwissenschaftler wahrscheinlich schwer zu verstehen.

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