Jacht-Messe in Monaco Superjachtbauer bangen um russische Milliardäre

Die Millionen-Dollar-Frage auf der diesjährigen Jacht-Messe in Monaco lautet: Kommen die Russen? Die Spannungen durch die Sanktionen der EU und der USA könnte die Jachtbauer viel Geld kosten. Sehr viel Geld.
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Blick auf die Monaco Yacht-Show: Der Anteil der Jachten mit einer Länge von mehr als 40 Metern, die einem russischen Eigner gehören, hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt auf rund acht Prozent der gesamten Flotte. Quelle: AFP

Blick auf die Monaco Yacht-Show: Der Anteil der Jachten mit einer Länge von mehr als 40 Metern, die einem russischen Eigner gehören, hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt auf rund acht Prozent der gesamten Flotte.

(Foto: AFP)

Die Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union und der USA gegen Russland aufgrund der Spannungen in der Ukraine lassen die Hersteller von supergroßen Luxus-Jachten um neue Aufträge bangen. Russische Milliardäre waren bislang mit die wichtigsten Käufer in dem Marktsegment. Ein Beispiel ist die 162,5 Meter lange „Eclipse” des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch.

„Einige Projekte in der Branche sind eindeutig wegen der aktuellen Situation nicht zustande gekommen”, sagt Peter Lürßen, geschäftsführender Teilhaber der Fr. Lürssen Werft mit Sitz in Bremen. Das Familienunternehmen ist auf den Bau der weltweit längsten Motorjachten spezialisiert. „Wir hatten Vorgespräche mit einigen Leuten, die darum baten, die endgültigen Verträge hinauszuschieben.”

Auf der Monaco Yacht Show in dieser Woche wurden am Port Hercules Mega- und Superjachten gezeigt, glänzende schwergewichtige Boote, ausgestattet mit Schwimmbädern, Wellness- und Trainings-Einrichtungen, Badezimmern aus Marmor, mit feinsten Porzellan- und Kristallwaren, einem Flügel. Mit einem Hubschrauberlandeplatz an Deck sowie einem Beiboot in der Millionen-Dollar-Preisklasse sind sie das Spielzeug der Super- Reichen.

„Die Russen sind ein sehr wichtiger Teil der Kundschaft”, sagt Theo Hooning, Generalsekretär des Verbands Superyacht Builders Association mit Sitz in Monaco.

Lürssen hat die Längste
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Mehr als 100 der teuersten Yachten der Welt präsentieren sich bis zum 28. September in Port Hercule in azurblauem Wasser vor azurblauem Himmel. Wer das nötige Kleingeld hat, kann eines der Traumschiffe mit nach Hause nehmen. Der Rest darf sie zumindest bestaunen – vor der mondänen Kulisse des Fürstentums.

huGO-BildID: 33075049 A visitor looks at a yacht with a submarine on the deck, at the 24th edition of the Monaco Yacht Show, Wednesday, Sept. 25, 201
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Abgefahrene Erfindungen wie ein U-Boot für die Luxusyacht sind liegen bei der Monaco Yacht Show im Trend. Das spektakuläre Unterwassergefährt (Foto) wurde unter anderem von Graham Hawkes erfunden. Der nennt das Gefährt „Unterwasserflugzeug“: „Das ist buchstäblich wie Fliegen unter Wasser.“ Der Brite arbeitet bereits seit Jahren an ähnlichen Erfindungen rund ums Thema Wasser.

huGO-BildID: 33075475 Yachts are showing at the 24th edition of the Monaco Yacht Show, Wednesday, Sept. 25, 2013, in Monaco.The Monaco Yacht Show, ta
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Die ausgestellten Luxusyachten, die im Hafen Bordwand an Bordwand festgemacht haben, liegen mit ihren allerlei Besonderheiten – vom ausfahrbaren Sonnendeck über den Hubschrauberlandeplatz bis zu dem U-Boot – im Preis schnell bei Summen im acht- bis neunstelligen Bereich.

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Die Zielgruppe ist daher klar definiert: Der Veranstalter richtet sich vor allem an die „Ultra high net-worth individuals“, sprich: die „Super-Superreichen“.

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Bereits zum 23. Mal findet die Yacht Show statt. Prinz Albert II. von Monaco hat die Schirmherrschaft über das Event der Millionäre und Milliardäre. 500 der größten Unternehmen der Branche stellen ihre Werke im Fürstentum aus. Die größte Yacht der diesjährigen Show ist übrigens mit 88 Metern Länge die Quattroelle (Foto) mit Hubschrauberlandeplatz, gebaut von Lürssen. Die italienische Werft CRN feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

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Kleine Luxusbesonderheiten an der Backbordseite: Diese Yacht (Foto) hat einen Sonnenplatz mit zwei Ligen. Bei der Yacht Show ist übrigens auch ein deutscher Vertreter dabei: die Werft Blohm + Voss. Die Hamburger bauten schon die 163 Meter lange „Eclipse“ für Roman Abramowitsch, dem Mäzen des FC Chelsea.

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Für Yacht-Käufer ist vor allem eines wichtig: Individualität. Was es schon mal gab, wird nicht gekauft. Für die eigene Yacht sollen sich die Designer etwas besonderes einfallen lassen. Besonders beliebt sind Massageräume und Bars an Deck.

Der Anteil der Jachten mit einer Länge von mehr als 40 Metern, die einem russischen Eigner gehören, hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt auf rund acht Prozent der gesamten Flotte. Es ist das am schnellsten wachsende Segment des Marktes, und die Russen liegen nur noch knapp hinter den neun Prozent der Eigner aus den Ländern im Nahen Osten. Jachten in den Händen von Westeuropäern und US-Amerikanern machen den bei weitem größten Anteil aus.

Im Rahmen ihrer Sanktionen gegen Russland haben Europa und die USA Dutzende russischer Politiker und Geschäftsleute auf eine schwarze Liste gesetzt, ebenso Unternehmen und ganze Branchen. Das US-Heimatschutzministerium hat mit der Suche nach Flugzeugen, Jachten, Immobilien und anderen US-Besitztümern von Russen, die den Sanktionen unterliegen, begonnen.

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