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Jahresbilanz Lanxess-Umbau zahlt sich aus – Umsatz und Gewinn steigen

Der Umbau hat die Ertragskraft des Chemiekonzerns Lanxess gestärkt. Trotz konjunkturellem Gegenwind erwartet der Konzern weiterhin gute Zahlen.
Update: 14.03.2019 - 15:30 Uhr Kommentieren
Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von Lanxess, kann mit dem Jahresergebnis des Chemiekonzerns zufrieden sein. Quelle: dpa
Gute Zahlen für Lanxess

Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von Lanxess, kann mit dem Jahresergebnis des Chemiekonzerns zufrieden sein.

(Foto: dpa)

FrankfurtIn seiner neuen Struktur konnte Lanxess den Umsatz um zehn Prozent auf 7,2 Milliarden Euro steigern und das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) um knapp ein Zehntel auf 1,02 Milliarden Euro verbessern. Damit hat der Chemiekonzern die Erwartungen der Analysten relativ genau getroffen. Für 2019 stellt der Konzern trotz konjunktureller Abkühlung ein stabiles Ebitda in Aussicht.

„Wir sind strategisch und operativ sehr gut vorangekommen“, kommentierte Firmenchef Matthias Zachert die Resultate. „Lanxess hat jetzt einen ganz klaren Fokus auf Spezialchemie. Wir sind heute ertragsstärker, stabiler und wettbewerbsfähiger denn je, und das zahlt sich aus.“ Zuversicht demonstriert der Konzern  auch mit dem Vorschlag, die Dividende um 10 Cents auf 90 Cents je Aktie anzuheben. Die Ausschüttungssumme steigt damit auf gut 82 Millionen Euro.

„Das soll zeigen, dass wir an die Zukunft glauben und stark aufgestellt sind“, sagte Zachert.  Deutliche Ertragsverbesserungen erzielte Lanxess dabei vor allem im Geschäft mit Spezialkunststoffen sowie mit Additiven für Kunststoffe und andere Produkte.

Das Marktumfeld entwickelt sich dabei aus Sicht des Lanxess-Chefs eher verhalten, insbesondere in China, wo die Chemienachfrage nach einem schwachen vierten Quartal auch in den ersten zwei Monaten 2019 weiter rückläufig war. „Es ist schon etwas stürmisch draußen im Markt“, sagte Zachert.

Anders als in der Vergangenheit sei Lanxess inzwischen so stabil aufgestellt, dass man solche Phasen ohne größere Einbußen bewältigen könne. „Wir blicken daher sportlich zuversichtlich auf die kommenden Jahre, obwohl das Feld schwieriger geworden ist.“

Insgesamt will Lanxess die Ebitda-Marge der nächsten Jahre im Durchschnitt auf ein neues höheres Niveau von 14 bis 18 Prozent steigern. Im vergangenen Jahr lag sie bei 14,1 Prozent.

Zum höheren Ertragsniveau sollen zum einen weitere Synergie-Effekte aus den jüngsten Akquisitionen, so insbesondere aus Chemtura und den 2018 erworbenen Phosphor-Aktivitäten von Solvay, beitragen. Zum anderen aber auch eine optimierte Produktionsstruktur, die stärkere Digitalisierung von Produktion und Logistik sowie eine Reihe von Erweiterungsinvestitionen.

Die reguläre Gewinnrechnung von Lanxess wurde unterdessen noch stark vom Umbau der beiden Vorjahre geprägt. Das Betriebsergebnis laut Gewinn- und Verlustrechnung verbesserte sich um zwei Drittel auf rund 500 Millionen Euro. Erstmals wurde die 2017 erworbene US-Firma Chemtura ganzjährig einbezogen. Darüber hinaus gingen die Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit den Zukäufen der beiden Vorjahre zurück.

Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter verfünffachte sich sogar auf 431 Millionen Euro. Hierzu trug unter anderem auch ein Veräußerungsgewinn von 90 Millionen Euro aus dem Verkauf der 50-prozentigen Beteiligung am Kautschuk-Joint-Venture Arlanxeo bei, die Lanxess zum Jahresende für 1,4 Milliarden Euro an den Partner Saudi Aramco veräußerte.

Diese Desinvestition markiert für Lanxess einen vorläufigen Abschluss der vor vier Jahren eingeleiteten Neuordnung. Aus dem vergleichsweise volatilen und kapitalintensiven Kautschuk-Geschäft hat sich der Konzern damit komplett zurückgezogen.

Mehr Wachstum erwartet

Im Gegenzug verstärkte er seine Spezialchemie-Aktivitäten durch den Erwerb des Desinfektionsmittelgeschäft des US-Chemiekonzerns Chemours im Jahr 2016 und durch die 2,4 Milliarden Euro teure Übernahme des amerikanischen Konzerns Chemtura, eines Herstellers von Flammschutzmitteln und Kunststoff-Additiven, im Jahr 2017. Chemtura generierte zum Zeitpunkt der Übernahme rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr und 245 Millionen Ebitda, die Chemours-Aktivitäten kamen auf rund 100 Millionen Euro Umsatz und 20 Millionen Euro Ebitda.

Mit Arlanxeo wiederum trennte sich Lanxess von einem Geschäft, das 2017 noch 3,2 Milliarden Euro Umsatz und 385 Millionen Euro Ebitda erzielte, im vergangenen Jahr aber offenbar einen operativen Gewinnrückgang verbuchte.

Den Verkaufserlös von 1,4 Milliarden Euro nutzt Lanxess, um seine Pensionspläne um 200 Millionen Euro aufzustocken, weitere 200 Millionen Euro sind für Aktienrückkäufe vorgesehen.

Der Rest dient der Stärkung der Bilanzstruktur. Die Nettofinanzverschuldung des Konzerns reduzierte sich von 2,2 auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Lanxess dürfte damit über neuen Spielraum für ergänzende Akquisitionen gewinnen.

Die operative Finanzkraft hat sich 2018 allerdings nicht verbessert. Der Mittelzufluss aus dem fortgeführten Geschäft hat sich gegenläufig zur Ertragsentwicklung um 17 Prozent auf 431 Millionen Euro verringert, bedingt vor allem durch steigende Vorräte. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Assets auf 497 Millionen Euro. Aus dem operativen Geschäft heraus hat Lanxess damit 2018 – anders als im Vorjahr – kaum Cash generiert.

Grund dafür sind zum einen eine Reihe von Kapazitätserweiterungen, die das Investitionsvolumen nach oben trieben. So hat Lanxess nach Aussage von Finanzchef Michael Pontzen rund 150 Millionen Euro in Projekte für das organische Wachstum investiert.

Zum anderen habe man mit einem relativ deutlichen Aufbau von Vorräten die Lieferfähigkeit auch in der Phase des Rhein-Niedrigwassers aufrechterhalten und zudem gewisse Vorsorge für den Fall eines harten Brexits getroffen. Darüber hinaus haben auch Cash-wirksame Restrukturierungskosten den Mittelzufluss belastet.

Mittelfristig will Lanxess die Cash-Generierung indessen wieder deutlich verbessern, wie Pontzen deutlich machte. So soll sich die derzeit relativ hohe Investitionsquote von sieben Prozent vom Umsatz wieder auf Werte unter fünf Prozent normalisieren.

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