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360-Grad-Kamera in der Produktion von Continental

Die Automobilindustrie richtet sich mit Elektrifizierung und Digitalisierung neu aus.

(Foto: dpa)

Jahresbilanz Zulieferer Continental belohnt die Aktionäre

Aktionäre können sich über das gute Jahresergebnis von Continental freuen. Beim wichtigsten Thema gibt sich der Zulieferer weiter bedeckt.
Update: 08.03.2018 - 12:44 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Vom guten Jahresergebnis bei Continental profitieren besonders die Aktionäre. „Der Vorstand schlägt eine Erhöhung der Dividende um 25 Cent auf 4,50 Euro vor. Wir beabsichtigen also die sechste Anhebung in Folge“, sagte Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstag bei der Präsentation des Jahresergebnisses für 2017.

Das Nettoergebnis des Automobilzulieferers ist im vergangenen Jahr auf drei Milliarden Euro angewachsen. Das entspricht einer Steigerung von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Ergebnis von 14,92 Euro pro Aktie.

Für 2018 rechnet Degenhart mit der Fortsetzung des profitablen Wachstums. „Unser Start in das Geschäftsjahr 2018 bestätigt unsere Erwartungen. Wir bekräftigen daher unseren Ausblick von Anfang Januar“, ergänzte Degenhart. Für das laufende Jahr rechnet Continental mit einem Umsatzplus von knapp sieben Prozent auf rund 47 Milliarden Euro vor Wechselkurseinflüssen bei einer bereinigten operativen Marge (Ebit) von etwa 10,5 Prozent. Die Gummi-Sparte mit Reifen und Industrieprodukten bleibt für Conti der starke Ertragstreiber, für die erwartet das Unternehmen in diesem Jahre eine operative Rendite von 15 Prozent. Das Zuliefergeschäft soll hingegen eine Marge von 8,5 Prozent erreichen.

Continental setzt voraus, dass der Weltautomobilmarkt auch in diesem Jahr weiter zulegen wird. „Ein Wachstum der globalen Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen von mehr als einem Prozent auf 96,5 Millionen Fahrzeuge bildet dafür die Basis“, betonte Degenhart.

Mit Informationen zu einem möglichen Konzernumbau hält sich das Unternehmen unverändert zurück. Degenhart bestätigte lediglich, dass Continental über eine neue Struktur nachdenke. Der Grund sind die massiven Veränderungen in der Automobilindustrie mit Elektrifizierung und Digitalisierung. „Derzeit evaluieren wir denkbare Optionen. Ein entscheidungsreifer Plan liegt noch nicht vor“, sagte der Conti-Vorstandschef.

Zugleich verwies er auf die Wandlungsfähigkeit des Unternehmens: „Continental befindet sich seit nahezu 150 Jahren beständig im Wandel. Allein in den vergangenen 20 Jahren hat sich Continental von einem reinen Reifenhersteller und Industriepartner zu einem globalen Technologieunternehmen entwickelt.“ Größere Sorgen wegen der sinkenden Verkaufszahlen beim Diesel macht sich das Unternehmen nicht. Dieselkomponenten, die an Motorenhersteller geliefert werden, machten gerade einmal zwei Prozent des gesamten Umsatzes aus. Continental könnte die eigene Produktion auf andere Bereiche umlenken.

Im Januar hatte der Zulieferkonzern aus Hannover angekündigt, dass es in diesem Jahr einen Umbau des Unternehmens geben könnte – oder dass Conti Teile auslagert und an die Börse bringt. Bis zur Jahresmitte, so damals die Ankündigung von Finanzvorstand Wolfgang Schäfer im Gespräch mit dem Handelsblatt, werde voraussichtlich eine Entscheidung getroffen.

Konzernchef Degenhart bestätigte den Zeitplan auf der Bilanzpressekonferenz, bis zur Jahresmitte soll es einen Beschluss geben. „Im Moment führen wir Gespräche mit dem Konzernbetriebsrat darüber“, sagte er. Continental befinde sich unverändert im „frühen Stadium“ seiner Überlegungen. Es gebe keinerlei Vorentscheidung dazu, welche Änderungen an der Konzernstruktur möglicherweise vorgenommen werden könnten.

Eine neue Struktur soll allerdings auf jeden Fall dafür sorgen, dass der Konzern aus Hannover in den nächsten Jahren weiter wachsen wird. Bislang hat Continental die Zahl ausgegeben, dass der Umsatz bis zum Jahr 2020 bei etwa 50 Milliarden Euro angekommen sein soll. Conti-Chef Degenhart sagte in der Bilanzpressekonferenz, dass bis zum Jahr 2025 etwa 65 Milliarden Euro erreichbar seien – wenn der Konzern mit dem Tempo und den Wachstumsraten von heute weiter zulegen könnte.

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