Japanische Firmen Die Furcht vor dem großen Absturz

Die Top-Unternehmen Japans haben sich zwar wieder in die schwarzen Zahlen gearbeitet. Aber die Herausforderungen bleiben groß: Vor allem die schwache Wirtschaftslage im eigenen Land und die starke Heimatwährung machen ihnen zu schaffen. Führende Konzerne sind bereits in Sorge.
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Kunde in einem japanischen Elektrofachgeschäft: Noch halten sich die Japaner mit Käufen zurück. Quelle: ap

Kunde in einem japanischen Elektrofachgeschäft: Noch halten sich die Japaner mit Käufen zurück.

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TOKIO. "Wenn wir unsere Anstrengungen jetzt herunterfahren, säen wir erneut die Saat für eine Krise", sagte Shinichi Sasaki, Mitglied des Toyota-Boards, in einem Interview.

Japans Wirtschaft insgesamt hat die Finanzkrise hinter sich - die meisten Branchen, von Autobau bis Elektroindustrie, meldeten zum Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 passable Ergebnisse. Ob Toyota oder Sony, viele kehrten in die Gewinnzone zurück. Toyota etwa verwandelte ein Minus von 437 Milliarden Yen in einen Reingewinn von 209,4 Milliarden Yen (rund 1,7 Milliarden Euro).

Der weltgrößte Autobauer führt seit Jahren die Handelsblatt-Rangliste der 30 größten Unternehmen in Japan an, auch 2010 ist nichts anderes zu erwarten. Trotz Rückruf-Desaster und angekratztem Image dürfte der Konzern aus Toyota-City seine Spitzenposition in Japan und auf dem weltweiten Automarkt behauptet haben.

Bereits Anfang des Jahres hatten die japanischen Konzerne Probleme, die sie nun auch in das Jahr 2011 begleiten werden. Die Abhängigkeit von der Wirtschaft in den USA und China wird immer problematischer, die schwache Inlandsnachfrage drückt auf den Profit ebenso wie die stetige Aufwertung der heimischen Währung Yen. Allein in diesem Jahr ist sie gegenüber den meist gehandelten Währungen um zehn Prozent nach oben geklettert.

"Als exportorientiertes japanisches Unternehmen können wir dieses hohe Niveau nicht mehr lange aushalten", klagte Kyocera-Chairman Makoto Kawamura in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Aus der Automobilindustrie kommen ähnliche Töne. "Betrachtet man die Produktionskosten, ist der einzig richtige Weg, im Ausland zu produzieren und die Wagen zurück nach Japan zu bringen", sagt Suzuki-Chef Osamu

Solche Aussagen belegen: Die klangvollen Namen der japanischen Wirtschaft - heißen sie nun Toyota, Suzuki, Honda oder Sony, Panasonic, Kyocera - sind noch nicht über den Berg. Konnten viele im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres noch Gewinnsprünge verkünden, wird das dritte Quartal, das in diesem Monat endet, wohl schon schlechter aussehen. Beispiel Toyota: Das Unternehmen erwartet, dass das zweite Halbjahr nur noch zu 16 Prozent zum Jahresgewinn beiträgt.

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1 Kommentar zu "Japanische Firmen: Die Furcht vor dem großen Absturz"

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  • "Weil die Japaner darauf hoffen, dass die Waren noch billiger werden, halten sie sich mit Einkäufen zurück."
    Vielleicht tut es hier auch ein bisschen weniger ökonomischer Theorie: Fakt ist, dass der japanische Konsument ebenfalls mit Einschnitten und gestiegenen Lebenshaltungskosten zu kämpfen hat. Die Kaufzurückhaltung ist daher nicht unbedingt eine Folge des Wollens...

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