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Jens Bodo Koch Der Heckler-&-Koch-Chef erwartet seinen ersten großen Triumph

Das Vergabeverfahren für das Standardgewehr der Bundeswehr wurde gestoppt. Doch Rüstungsmanager Koch sieht keine Patente verletzt. Er gibt sich zuversichtlich.
25.10.2020 - 18:21 Uhr Kommentieren
Der Manager ist weiterhin optimistisch. Quelle: Heckler&Koch
Jens Bodo Koch

Der Manager ist weiterhin optimistisch.

(Foto: Heckler&Koch)

Stuttgart Für Jens Bodo Koch wird die kommende Woche spannend. Der Chef der Schwarzwälder Waffenschmiede Heckler & Koch mit Sitz in Oberndorf erwartet, dass das Verteidigungsministerium am Montag durchblicken lässt, wie es nach dem Stopp des Vergabeverfahrens für das Standardgewehr der Bundeswehr weiter verfährt.

Am Mittwoch tagt turnusgemäß der Verteidigungsausschuss. Möglich sind mehrere Szenarien – von einer Fortsetzung des Bieterverfahrens bis zu einer Neuausschreibung.

Es könnte der erste große Triumph des 47-jährigen Rüstungsmanagers werden. „Wir jedenfalls haben keine Patente verletzt“, sagt Koch im Wirtschaftspresseclub Stuttgart. Bei dem Bieterverfahren für das neue Sturmgewehr hatte sich zunächst überraschend der kleine Konkurrent Haenel aus Suhl durchgesetzt. Koch gab nicht klein bei, sondern verfasste eine Rüge gegen das Verfahren.

Vor zwei Wochen stoppte das Verteidigungsministerium die Vergabe mit der Begründung, dass eine Patentrechtsverletzung zulasten von Heckler & Koch nicht auszuschließen sei. Bei dem Auftrag geht es um die Lieferung von 120.000 Waffen mit einem Volumen von deutlich über 200 Millionen Euro.

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    Firmenchef Koch sagte zwar, ein Verlust des Prestigeauftrags wäre ökonomisch verkraftbar. Der Umsatzanteil des Sturmgewehr-Auftrags liege bei einer Laufzeit von sieben Jahren nur bei zehn bis elf Prozent. Aber die Ausrüstung der heimischen Armee gilt als wichtige Referenz für Auslandskunden. Der Waffenhersteller hatte im ersten Halbjahr 139,5 Millionen Euro umgesetzt und einen Gewinn von 7,6 Millionen Euro gemeldet – viel solider als zuletzt.

    Bei dem vorerst gestoppten Auftrag geht es um die Lieferung von 120.000 Waffen mit einem Volumen von deutlich über 200 Millionen Euro. Quelle: dpa
    Stammsitz von Heckler & Koch in Oberndorf in Baden-Württemberg

    Bei dem vorerst gestoppten Auftrag geht es um die Lieferung von 120.000 Waffen mit einem Volumen von deutlich über 200 Millionen Euro.

    (Foto: dpa)

    Mutig fanden Beobachter vor zweieinhalb Jahren den Wechsel des Managers mit den sorgfältig zurückgekämmten grauen Haaren von Atlas Elektronik zu H & K. Das hochverschuldete Unternehmen befand sich in den Händen des undurchsichtigen Investors Andreas Heeschen.

    Das Verteidigungsministerium musterte das Oberndorfer Sturmgewehr G36 aus. Ex-Mitarbeiter standen wegen illegaler Waffenexporte am Pranger, und auf der Hauptversammlung führten Aktionäre aus der Friedensbewegung das Wort.

    Angekündigte Offenheit umgesetzt

    Über Abwechslung konnte sich Koch wahrlich nicht beklagen. Aber er trat an, H&K durch mehr Transparenz wieder hoffähig zu machen. Das Klang damals eher unwahrscheinlich, weil kaum ein börsennotiertes Unternehmen so verschlossen war. Aber Koch setzte die angekündigte Offenheit um, reagiert jetzt schnell mit Informationen sowie Positionen und scheut, anders als seine Vorgänger, das Licht der Öffentlichkeit nicht.

    „Die Grüne-Länderstrategie war für mich ausschlaggebend, den Job anzutreten“, sagt Koch an diesem Abend. Nach der Vorgabe liefert H & K seit drei Jahren keine Waffen mehr in Krisenländer. Hohe Maßstäbe, an denen der CEO sich messen lassen wird. Eine Belieferung der Bundeswehr wäre jedenfalls unproblematisch.

    Mehr: Wie Waffentechnik von Heckler & Koch in Weißrussland und Saudi-Arabien landete.

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