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Jim Fitterling im Interview „Das ist eine Chance für uns“ – Dow-Chemical-Chef spricht über den Kampf gegen Plastik

Der Chef von Dow Chemical, dem führenden Hersteller von Verpackungsmaterialien, spricht über Lösungen für das Müllproblem. Er begrüßt die Diskussion.
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Vernünftiges Abfallmanagement gesucht. Quelle: Bloomberg
Dow-Chef Fitterling

Vernünftiges Abfallmanagement gesucht.

(Foto: Bloomberg)

Herr Fitterling, die Debatte über Plastikabfall gilt inzwischen als größte Herausforderung für die Chemiebranche. Wie stark fühlt sich der führende Kunststoffhersteller der Welt bedroht?
Die großen Mengen an Plastikabfällen sind in vielen Ländern sicher ein großes Problem. Aber ich sehe die Diskussion um die Abfälle und das Thema Nachhaltigkeit eher als eine Chance für unsere Industrie.

Kunststoffe sind in vielen Bereichen, insbesondere auch als Verpackungsmaterialien, ein viel nachhaltigeres Produkt als etwa Stahl, Glas oder Aluminium. Und unsere Industrie kann dabei helfen, das Abfallproblem zu bewältigen.

Müssen Sie generell mehr Verantwortung übernehmen für den Müll im Meer?
Also zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass es nicht die Chemieindustrie ist, die Plastikmüll in die Ozeane befördert. Wir produzieren das Ausgangsmaterial, mit dem unsere Kunden ihre Produkte herstellen und verpacken, um sie in gutem Zustand zu den Kunden zu bringen. Sie haben insofern auch eine gewisse Verantwortung. Aber am Ende des Tages sind es die Konsumenten und die Regierungen, die dafür verantwortlich sind, wie der Abfall behandelt wird. 

In vielen Regionen fühlt sich offenbar gar niemand verantwortlich. 
Die Herausforderung besteht darin, die Wertschöpfungsketten und die Politik in möglichst allen Ländern, also auch in den Schwellenländern, auf ein vernünftiges Abfallmanagement auszurichten. Überall, wo das fehlt, gelangen leider große Mengen an Plastik in die Umwelt. Mit unserer Initiative wollen wir einen Anstoß geben, diese Situation zu ändern.

Was kann die Chemie konkret dazu leisten?

Ich denke, es besteht im Prinzip die Chance, mittelfristig eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe aufzubauen, ähnlich wie es der Aluminiumindustrie ja auch gelungen ist. Einige Kunststoffe können direkt recycelt werden. Darüber hinaus verfügen wir heute schon über Technologien, die Kunststoffe durch Pyrolyse in Rohmaterialien zurückzuverwandeln. 

Warum wird das nicht stärker genutzt?
Diese Technologien sind energietechnisch anspruchsvoll. Zudem brauchen Sie entsprechende Strukturen, um den Müll einzusammeln. Dazu sind große Partnerschaften nötig und auch ein generelles Umdenken in den betroffenen Ländern.

Inwiefern?
Wir müssen die Konsumenten davon überzeugen, dass in dem Kunststoff, den sie jeden Tag wegwerfen, ein Wert steckt. Bei Aluminium wurden sie über 40 Jahre mit Erfolg darauf konditioniert, Dosen zu sammeln und zu verwerten. Das kann bei Kunststoffen auch gelingen.

Herr Fitterling, vielen Dank für das Interview*.

*geführt wurde das Interview im Oktober 2018

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