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Joe Kaeser Der Siemens-Chef soll den Asien-Pazifik-Ausschuss anführen

Der Siemens-Chef soll Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft werden. Die Aufgabe ist anspruchsvoll.
08.10.2018 - 18:20 Uhr Kommentieren
Der Siemens-Chef spricht lobend von der „Neuen-Seidenstraßen“-Initiative Chinas, erwartet aber auch gleiche Wettbewerbsbedingungen von dem Land. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Joe Kaeser

Der Siemens-Chef spricht lobend von der „Neuen-Seidenstraßen“-Initiative Chinas, erwartet aber auch gleiche Wettbewerbsbedingungen von dem Land.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Berlin, München Für einen Infrastruktur-Anbieter wie Siemens ist die „Neue Seidenstraßen“-Initiative Chinas ausgesprochen verlockend. Und so sparte Konzernchef Joe Kaeser im Juni in Peking bei einem Treffen von 1000 Vertretern von Regierungen, Unternehmen und Investoren auch nicht mit großen Worten. „Die ‚Neue Seidenstraße‘ hat sich als umsichtige und starke Kraft erwiesen, um die Infrastrukturentwicklung in vielen teilnehmenden Ländern zu beschleunigen“, sagte der Siemens-Chef.

Sein Konzern nehme „eine herausragende Stellung ein, wenn es darum geht, den nachhaltigen Erfolg der Initiative sicherzustellen“.

Eine exponierte Stellung soll Kaeser nun auch an anderer Stelle übernehmen: Der Siemens-Chef soll als Nachfolger von Hubert Lienhard laut Industriekreisen den Vorsitz des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA) übernehmen. Noch ist die Entscheidung nicht offiziell gefallen. Doch dürfte die Personalie Anfang November auf der Asien-Pazifik-Konferenz in Jakarta verkündet werden. Kaeser und Lienhard werden dort anwesend sein.

Ein Schwerpunkt von Kaesers neuem Zusatz-Job wird natürlich China sein. Das Thema ist für viele deutsche Unternehmen ambivalent. Für die meisten Firmen ist China einer der wichtigsten Märkte, doch das Verhältnis ist vielfach schwieriger geworden, auch, weil die Chinesen zwar ihre Märkte teilweise abschotten, gleichzeitig aber verstärkt auf die Weltmärkte drängen. „APA hat einen starken Kandidaten gesucht, weil die Herausforderungen größer geworden sind“, heißt es in Industriekreisen.

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    Dass Kaeser für den heiklen Job gefragt wurde, kommt nicht überraschend. Schon der erste APA-Chef, Heinrich von Pierer, kam von Siemens. Auch Kaesers Vorgänger Peter Löscher hatte den Posten inne. Kaeser selbst ist im Siemens-Vorstand für die Region zuständig und hat Bundeskanzlerin Angela Merkel des öfteren bei ihren Reisen nach Peking begleitet.

    Kaeser ist ohnehin viel als oberster Verkäufer in der Welt unterwegs. Zuletzt warb er in Bagdad, unterstützt von der Bundesregierung, um einen Milliardenauftrag für die Elektrifizierung des Landes. Es könnte um bis zu 13 Milliarden Euro gehen. Inzwischen hat der Rivale General Electric ein Gegenangebot vorgelegt. Beide Konzerne müssen nun abwarten, wie die neue irakische Regierung weiter vorgeht.

    Kaeser steht ein schwieriger Spagat bevor

    Die Aufgabe als APA-Chef ist knifflig, das ist allen Beteiligten klar. Wie schwierig der Spagat zwischen den globalen politischen Herausforderungen und wirtschaftlichen Interessen ist, weiß Kaeser nur allzu gut. Als er Wladimir Putin in der heraufziehenden Ukraine-Krise vor laufenden Kameras für die Olympischen Winterspiele in Sotschi lobte, musste er ebenso Kritik einstecken wie beim Weltwirtschaftsforum in Davos, als er US-Präsident Donald Trump für seine Steuerreform pries.

    Später aber kritisierte er den US-Präsidenten wegen seiner Handelspolitik. „Nach einer großartigen Steuerreform, um neue Jobs zu schaffen, ein lausiger Ansatz zu fairem Handel. Nicht gut für Kunden, nicht gut für Jobs. Nicht gut für eine freie Welt“, schrieb er auf Twitter.

    Kaeser gilt ohnehin als einer der politischsten CEOs in Deutschland. Als einer von wenigen Top-Führungskräften stellte er sich gegen die AfD. Nach einer verbalen Entgleisung der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel im Bundestag twitterte er „Lieber Kopftuch-Mädel als Bund Deutscher Mädel. Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt.“ Danach wurde sogar seine Familie bedroht. Doch der Siemens-Chef bereute seine Aussagen nicht. „Wir dürfen das Feld der Öffentlichkeit nicht populistischen und nationalistischen Kreisen überlassen.“

    Als Siemens-Chef allerdings muss er in vielen Ländern – auch autokratisch regierten – um Aufträge werben. Den größten Auftrag in der Konzerngeschichte aus Ägypten handelte Kaeser persönlich mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi aus. Es sei immer ein Spagat, doch habe sich „Wandel durch Handel“ in der Vergangenheit vielfach bewährt, heißt es in Industriekreisen.

    Und da kommt derzeit kaum ein Unternehmen an China vorbei. Die Neue Seidenstraße habe das Potenzial, zur neuen „Welthandelsordnung für freien und fairen Handel made by China“ zu werden, sagte Kaeser. Zugleich mahnte er an, es müsse sichergestellt werden, dass es in Europa und China gleiche Wettbewerbsbedingungen gibt. Es bleibt ein Spagat.

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