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Johann Horn Audi-Aufsichtsrat ist offen für ein Tempolimit

Der bayerische IG-Metall-Chef Johann Horn fordert einen Umbau der Autoindustrie. Dazu gehöre auch die Debatte über das Tempolimit.
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Audi-Aufsichtsrat Johann Horn ist offen für ein Tempolimit Quelle: Photothek/Getty Images
Tempolimit

Der Chef der IG Metall Bayern ist für eine Debatte über ein Tempolimit auf den Autobahnen offen.

(Foto: Photothek/Getty Images)

München Als Aufsichtsrat des Autoherstellers Audi hat Johann Horn viele Sorgen. Die Fabriken sind nicht ausgelastet, die Gewinne schrumpfen, Arbeitsplätze sind in Gefahr. Nötig sei ein gesellschaftlicher Konsens, wie es mit der Autoindustrie weitergehen soll, sagt der Chef der IG Metall in Bayern.

Das gelte auch für ein Thema, das bislang in der deutschen Öffentlichkeit ein Tabu war: dem Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen. „Ich glaube, dass wir uns der Debatte stellen müssen“, sagt Horn am Dienstag bei einem Pressegespräch in München. „Jeder Tote der verhindert werden kann, muss verhindert werden“.

Arbeitsplätze sieht Horn nicht gefährdet, wenn in Deutschland ein Tempolimit eingeführt werde. „Ein schneller SUV kann auch in Frankreich und Italien verkauft werden“, sagt Horn.

Nirgendwo sonst auf der Welt werden so viele leistungsstarke Autos gebaut wie rund um München, Stuttgart und Ingolstadt. Und nirgendwo wird auf Autobahnen so hemmungslos Gas gegeben wie in der Heimat von BMW, Porsche und Audi. Doch aus Sicht der Spitzenfunktionäre ist das freie Tempo auf Autobahnen kein Garant mehr für sichere Arbeitsplätze. Dafür brauche es in Zukunft andere Anker.

Tatsächlich sieht Horn die süddeutsche Autoindustrie vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Der Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto und die Digitalisierung der Fabriken verunsichere die Beschäftigten. „Tatsache ist, das ganz viele betroffen sind“, sagt Horn, ohne zu beziffern wie viele.

Eine Studie der IG Metall von 2018 kam zu dem Ergebnis, dass bis 2030 bundesweit 70.000 Jobs verschwinden dürften. „Wir müssen uns Gedanken machen, ob der Verbrennungsmotor noch eine Zukunft hat“, sagt Horn.

Für die IG Metall steht in Bayern viel auf dem Spiel. Seit der Finanzkrise, als die Gewerkschaft mit flexiblen Arbeitszeitmodellen half, die Krise abzufedern, hat sie ihre Mitgliederzahl um rund 30.000 auf 380.000 steigern können. Treiber war vor allem die Autoindustrie mit ihren Schwergewichten Audi und BMW.

Horn fordert für die nun anstehende Transformation mehr Mitbestimmung über die Fragen „wo und was gebaut wird“. Menschen, die beispielsweise in auslaufenden Motorenproduktionen nicht beschäftigt werden können, könnten ein „Transformations-Kurzarbeitergeld“ erhalten.

Am Ende brauche es wie bei der Kohle einen Kompromiss zwischen Umweltschutz, bezahlbarer Mobilität und sicherer Beschäftigung. Horn weiß: „Wenn es keine Lösung gibt, sind die Arbeitnehmer die Dummen“.

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1 Kommentar zu "Johann Horn: Audi-Aufsichtsrat ist offen für ein Tempolimit"

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  • ich habe mir erlaubt heute den unteren Text an VW zu schicken. dass man sich jetzt auch noch im Aufsichtsrat von Audi verblödet in die unsägliche Tempo Limit Diskussion einzusteigen, bei einem premium Hersteller dessen Autos mal gerne als über motorisiert
    zu bezeichnen wären. ich gehöre gerne zu denen, die anderen nicht die ideologische,
    moralische keule vor das Gesicht halten, sondern lieber anpacken und etwas tun, in der Form, dass ich den ersten Brennwertkessel verbaut habe, früh auf BHKW gesetzt habe und momentan mit Partnern 500 MW grundlastfähige emissionsfreie Kraftwerke in Europa realisiere. übrigens kommen die Mittel hierzu weder vom Staat, noch von Energie Versorgern noch von grünen Funds. Elektromobilität, ohne grünen Strom sehr sinnig, aber passt zur verlogenen Gesamtdiskussion um Glaubenskrieg Elektromobilität.
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wenn mich nicht alles täuscht hat der Betrug mit Abgaswerten von Seiten des VW Konzerns das Klima geschaffen
    für die jetzige Diesel Fahrverbots Hysterie. Ich fahre aktuell einen Golf R 2017 und habe vorher 911 und GT3 gefahren.
    Meines Wissens ist Porsche, Audi und VW ein Konzern. Dass man sich jetzt im Audi Aufsichtsrat auch noch dazu
    hinreißen lässt die nächste Sau durchs Dorf zu jagen, nämlich Tempolimit, finde ich angesichts der Autos die Audi baut
    z.B. RS6 nicht nur verlogen, sondern regelrecht dämlich. Wenn ich weiteren Krampf von dieser Seite hören muss, kaufe
    ich zukünftig ein ausländisches Fabrikat, das kann dann von mir aus nur 130 Km/h laufen, dann verkauft eure Autos an andere
    Kunden, aber vielleicht wollt Ihr auch keine Kunden mehr.


    Mit unfreundlichen Grüßen


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