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Jürgen Köhler Chef gefeuert, Aktienkurs eingebrochen: Chaostage bei SGL Carbon

Noch vor wenigen Tagen bestätigte der Chef des Kohlefaserspezialisten seine Jahresprognose. Weil er damit falsch lag, ist er nun seinen Job los.
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Dem Rauswurf folgte der Kurssturz. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Jürgen Köhler

Dem Rauswurf folgte der Kurssturz.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Düsseldorf Kürzlich noch war Jürgen Köhler voller Zuversicht. Der Chef von SGL Carbon bestätigte die Prognose für 2019 – obwohl sich die Konjunktur abkühle, wie er betonte. Die Aussage entpuppte sich als Märchen, und Köhler ist seinen Job los. Die Ziele für 2019 und die folgenden Jahre würden nicht erreicht, teilte SGL mit.

Nach der Gewinnwarnung brachen die Papiere des Kohlefaserspezialisten um fast ein Drittel ein. Köhlers Ablösung markiert eine dramatische Krise des Konzerns, der eigentlich zu einem Schlüssellieferanten der deutschen Autoindustrie werden sollte. SGL ist der einzige Produzent des Werkstoffs, der Fahrzeuge leichter und stabiler macht. Ein Grund für BMW, Voith und Volkswagen, sich an der Firma zu beteiligen.

Größte Aktionärin ist die Milliardärin Susanne Klatten. Als Aufsichtsratsvorsitzende war sie es, die Köhler vor fünf Jahren auf den Chefsessel beförderte. Hauptargument für den heute 58-Jährigen war, dass er zwar den gleichen Nachnamen besaß wie der alte CEO, aber anders tickte.

Sein Vorgänger hieß Robert Köhler und gebärdete sich hemdsärmelig. Mit seiner Dynamik hatte er SGL aus dem Chemiekonzern Hoechst herausgelöst und neue Geschäfte erschlossen, doch die Rentabilität war ihm entglitten.

Der leise auftretende und öffentlichkeitsscheue Jürgen Köhler dampfte SGL ein, indem er Teile des Geschäfts verkaufte. Er etablierte auch eine neue Kultur, indem er Luxus-Dienstwagen und Flüge in der First Class untersagte. Köhler selbst zog nach Amtsantritt in ein bescheidenes Büro. Trotz der Umbauten blieb SGL aber im Krisenmodus. Einen Nachfolger für den glücklosen Köhler will die Firma zeitnah benennen.

Mehr: Der Kohlefaserspezialist muss sich vor dem Hintergrund einer enttäuschenden Geschäftsentwicklung einen neuen Chef suchen. Jürgen Köhler wird mit Wirkung zum 31. August 2019 zurücktreten.

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