J&J kauft Actelion US-Konzern zahlt 30 Milliarden Dollar für Biotechfirma

Nach langen Verhandlungen ist Johnson & Johnson endlich am Ziel. Der US-Pharmariese übernimmt die Biotechfirma Actelion für stolze 30 Milliarden Dollar. Was das Schweizer Unternehmen so begehrt macht.
Update: 26.01.2017 - 12:26 Uhr 2 Kommentare
Die Firma ist auf Medikamente zur Behandlung von lebensbedrohlichem Bluthochdruck im Lungenkreislauf spezialisiert und hochprofitabel. Quelle: Reuters
Actelion-Zentrale in Allschwil

Die Firma ist auf Medikamente zur Behandlung von lebensbedrohlichem Bluthochdruck im Lungenkreislauf spezialisiert und hochprofitabel.

(Foto: Reuters)

ZürichDer US-Konzern Johnson & Johnson greift nach Europas größter Biotech-Firma Actelion. 30 Milliarden Dollar (rund 28 Milliarden Euro) will der Pharma- und Konsumgüterriese aus New Jersey für den Hersteller von Lungenmedikamenten aus Allschwil bei Basel auf den Tisch legen.

Die Übernahme kommt erst im zweiten Anlauf zustande: Nach einer ersten Verhandlungsrunde ohne Einigung zog sich J&J zunächst zurück und überließ dem französischen Pharmakonzern Sanofi das Feld. Nun kündigte J&J am Donnerstag an, den Actelion-Aktionären 280 Franken je Aktie in bar zahlen. Der Deal wäre einer der größten im Pharmasektor seit Anfang 2016.

„Die Struktur des Deals ist sehr attraktiv“, sagte Eleanor Taylor Jolidon, Fundmanagerin bei der Genfer Union Bancaire Privee, die zu den 40 größten Actelion-Investoren zählt. Die Offerte entspricht einem Aufpreis von 23 Prozent gegenüber dem letzten Börsenkurs. Nimmt man als Messlatte den Aktienkurs von vergangenen November, als erste Spekulationen über ein Interesse der Amerikaner an Actelion die Runde machten, streichen Investoren sogar mehr als drei Viertel als Prämie ein.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Daher halten es Börsianer auch für wenig wahrscheinlich, dass ein Konkurrent in letzter Minute eine noch höhere Offerte aus dem Hut zaubert. „Das ist so gut wie unter Dach und Fach“, erklärten die Analysten der Bank Berenberg. An der Börse in Zürich schoss die Actelion-Aktie um 20 Prozent auf 272,80 Franken in die Höhe.

Im Zuge der Transaktion soll Actelions Forschung in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden. Dieses solle mit einer Milliarde Franken ausgestattet und an die Schweizer Börse SIX gebracht werden. Die Actelion-Aktionäre erhalten Aktien dieser R&D NewCo genannten Firma, an der auch J&J beteiligt sein wird. Actelion-Chef Jean-Paul Clozel wird R&D NewCo leiten. Der 61-jährige Kardiologe, einer der Firmengründer, war in der Vergangenheit ein entschiedener Verfechter eines eigenständigen Kurses und galt als Schlüsselfigur bei dem Deal.

Immer neue Milliardendeals in der Branche
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  • @ Redaktion: Besten Dank, dass Sie die unqualifizierten Kommentare, die Herr Hoffmann überall streut, nicht veröffentlichen.

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