Kabelproduzent Leoni verliert langjährigen Chef

Mitten im Strategieschwenk scheidet Leoni-Chef Klaus Probst aus seiner leitenden Funktion beim Kabel- und Bordnetzeproduzenten aus. Damit entspricht er nicht dem Wunsch seines Aufsichtsrats.
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Klaus Probst, der seit 1989 bei Leoni arbeitet, machte den Kabelspezialisten mit Hilfe zahlreicher Zukäufe zu einem der größten Anbieter in Europa. Quelle: dpa

Klaus Probst, der seit 1989 bei Leoni arbeitet, machte den Kabelspezialisten mit Hilfe zahlreicher Zukäufe zu einem der größten Anbieter in Europa.

(Foto: dpa)

NürnbergDer Kabel- und Bordnetzeproduzent Leoni braucht bald einen neuen Chef: Der langjährige Vorstandsvorsitzende Klaus Probst verlängere seinen Vertrag um sechs Monate bis zum 30. Juni 2015 und scheide dann, kurz nach seinem 62. Geburtstag, auf eigenen Wunsch aus, teilte der Konzern am Dienstag in Nürnberg mit. Wer neuer Leoni-Chef wird, werde der Aufsichtsrat Anfang 2015 entscheiden.

Probst hinterlässt seinem Nachfolger die von ihm geprägte neue Strategie, die eine noch stärkere Konzentration auf die Autoindustrie und eine gleichmäßigere Umsatzverteilung auf die Regionen Europa, Asien und Amerika vorsieht. Warum der Vorstandschef dies nicht selbst umsetzen will und lieber in den Ruhestand geht, blieb zunächst offen.

Der Aufsichtsrat hätte den seit 2002 amtierenden Probst „gerne noch für eine längere Zeit verpflichtet“, sagte Chef-Kontrolleur Werner Rupp. Der promovierte Ingenieur, der seit 1989 bei Leoni arbeitet, machte den Kabelspezialisten mit Hilfe zahlreicher Zukäufe zu einem der größten Anbieter in Europa. Noch im Dezember hatte der fränkische Zulieferer angekündigt, dass Probst sich künftig wieder stärker um Akquisitionen sowie um die neue Strategie kümmern wolle, weshalb der Vorstand von drei auf vier Mitglieder erweitert werde.

Neu in die Führungsspitze kommt am 1. April 2014 der frühere MAN-Manager Frank Hiller, der Probst die Leitung der Sparte Draht & Kabel abnehmen soll; sein Vertrag läuft bis Ende 2017. Wie Leoni weiter mitteilte, wurden die Verträge von Finanzvorstand Dieter Belle und von Bordnetze-Chef Andreas Brand bis zum 31. Dezember 2019 verlängert.

  • rtr
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