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Kampf gegen Corona Biontech-Impfstoff soll am 21. Dezember in der EU zugelassen werden

Noch vor Weihnachten will die EU-Medizinbehörde eine Freigabe erteilen. In Deutschland könnte dann an den Feiertagen mit dem Impfen begonnen werden.
15.12.2020 Update: 15.12.2020 - 16:24 Uhr 1 Kommentar
Biontech und Pfizer waren die weltweit ersten Unternehmen, die erfolgreiche Daten zur Wirksamkeit aus der zulassungsrelevanten Studie mit einem Corona-Impfstoff vorgelegt hatten. Quelle: dpa
Biontech-Labor

Biontech und Pfizer waren die weltweit ersten Unternehmen, die erfolgreiche Daten zur Wirksamkeit aus der zulassungsrelevanten Studie mit einem Corona-Impfstoff vorgelegt hatten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Corona-Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech soll noch vor Weihnachten eine EU-weite Zulassung bekommen. Die europäische Medizinbehörde EMA teilte mit, sie wolle am 21. Dezember über die Freigabe für das Mittel entscheiden. Schon am zweiten Weihnachtstag könnte dann in Deutschland mit dem Impfen begonnen werden, hieß es in Berliner Regierungskreisen. Dies sei aber noch in der Diskussion.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor der EMA-Mitteilung am Dienstag in einer Pressekonferenz bestätigt, dass der erste Impfstoff gegen Covid-19 noch vor Weihnachten in der EU kommen könnte. Spahn sagte, eine Zulassung noch in der kommenden Woche wäre eine „gute Nachricht“, weil jeder Tag, an dem früher geimpft werden könne, Leid lindere.

Zusammen mit der Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, unterstrich Spahn nochmal den Sinn der Priorisierung bei der Impfstoff-Verteilung. Aus ethischer Perspektive ergebe sich, dass folgende Personengruppen bei der Priorisierung an vorderster Stelle stehen:

  1. Menschen mit signifikant erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung.
  2. Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen.
  3. Personen, die in wichtigen Bereichen der Versorgung arbeiten, wie beispielsweise die Polizei.
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    Spahn äußerte sich auch zur möglicherweise geringen Impfbereitschaft in der Bevölkerung. Aus seiner Sicht gibt es neben erklärten Impfgegnern eine recht große Gruppe von Menschen, die eine zurückhaltende Einstellung dazu hätten. Für diese Gruppe sei die Abwägung der Priorisierung sehr wichtig, aber ebenso auch eine ordentliche Zulassung des Mittels.

    Der Bundesgesundheitsminister unterstrich, dass eine Freigabe durch die EMA die erste ordentliche Zulassung des Biontech-Impfstoffs wäre. Da das Vertrauen in diese Mittel gestärkt werden soll, sei von Anfang an eine Notzulassung ausgeschlossen worden.

    Bisher gibt es das Biontech-Mittel schon in den USA und Großbritannien, wo die Gesundheitsbehörden per Notfall-Erlass dem Einsatz zugestimmt haben. Beide Länder haben bereits mit dem Impfen der Bevölkerung begonnen. In Deutschland und anderen EU-Ländern hatte der verzögerte Zulassungsprozess für Kritik gesorgt.

    Arzneibehörde: Keine Sonderbehandlung bei der Zulassung

    Dies hat in den vergangenen Tagen den Druck auf die EMA zu einer schnelleren Zulassung erhöht. Die Arzneibehörde begründete das Vorziehen der entscheidenden Beratungssitzung nun aber rein technisch: Dies sei möglich geworden, weil der Hersteller Biontech und sein Entwicklungspartner Pfizer kurzfristig weitere Daten aus den Studien eingereicht hätten.

    Zugleich unterstrich die EMA, dass es für das Biontech-Mittel keine Sonderbehandlung gebe. Eine Freigabe für die Vermarktung werde nach denselben hohen EU-Vorschriften und Maßstäben erteilt, wie sie für alle Impfstoffe und Arzneien gelten. Bei einer Freigabe werde das Mittel für alle Mitgliedstaaten zur selben Zeit zur Verfügung stehen.

    Die EU hat 200 Millionen Dosen des Impfstoffs fest bestellt und hält eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen. Biontech sicherte zu, nach einer Freigabe umgehend mit der Auslieferung beginnen zu können. Das Mittel wurde parallel zum Entwicklungsprozess bereits produziert. Biontech hat Werke in Belgien und Deutschland. Der Großteil der Lieferung an die EU dürfte im ersten Quartal 2021 erfolgen.

    Grafik

    Noch-EU-Mitglied Großbritannien hatte seiner nationalen Arzneibehörde per Sonderverordnung das Recht eingeräumt, unabhängig vom Rest der Union eine Zulassung des Impfstoffs erteilen zu dürfen. Aus Sicht von Europapolitikern ist dieser Schritt vor allem aus politischen Gründen erfolgt, um Unabhängigkeit von der Europäischen Union zu demonstrieren. Normalerweise sind die EU-Staaten an die Entscheidung der EMA gebunden.

    Die Vereinigten Staaten haben am Montag mit der Impfung der Bevölkerung begonnen. Die nationale Gesundheitsbehörde FDA hatte das Biontech-Mittel am Wochenende ebenfalls per Notfall-Verordnung freigegeben. Begonnen wurde dort mit der Impfung von medizinischem Personal in Krankenhäusern.

    Der Fernsehsender CNN übertrug Bilder von der Impfung einer Krankenschwester im Osten des New Yorker Stadtteils Queens. „Ich möchte öffentlich Vertrauen schaffen, dass die Impfung sicher ist“, sagte Sandra Lindsay nach der Impfung. „Wir erleben eine Pandemie, wir müssen alle unseren Teil beitragen. Ich möchte jeden ermutigen, sich impfen zu lassen.“

    Impfstoff von Moderna überzeugt bei FDA-Prüfung

    Die USA haben sich vertraglich die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen von Pfizer und Biontech gesichert. Ein noch größeres Kontingent hat die US-Regierung beim heimischen Biotechkonzern Moderna geordert. Dessen Impfstoff-Entwicklung steht nun kurz vor der Zulassung. Darauf deuten Aussagen der FDA vom Dienstag hin.

    Die amerikanische Arzneibehörde bestätigte nach ihrer Prüfung die Einschätzung von Moderna, dass das Mittel eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent habe. Die Effektivität des Wirkstoffs sei über verschiedene Alters- und ethnische Gruppen hinweg feststellbar. Bei den über 65-Jährigen liege die Wirksamkeit bei 86 Prozent, bei Menschen jüngeren Alters seien es 95,6 Prozent. Komplikationen seien bei über 18-Jährigen ausgeblieben. Schon am Donnerstag will die FDA über eine Notfall-Genehmigung beraten.

    Beim Biontech-Mittel wurde eine Wirksamkeit von 95 Prozent festgestellt. Beide Impfstoffe basieren auf der neuartigen mRNA-Technologie. mRNA ist ein natürlicher Botenstoff des menschlichen Körpers, der Bauanleitungen für Proteine enthält. Geimpft wird den Menschen ein veränderter Botenstoff, der in Zellen einzelne Teile des Coronavirus produzieren lässt. Darauf reagiert das Immunsystem des Menschen und bildet Antikörper. Die mRNA zerfällt anschließend.

    Mehr: Warum Deutschland weiter auf den deutschen Corona-Impfstoff wartet

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    1 Kommentar zu "Kampf gegen Corona: Biontech-Impfstoff soll am 21. Dezember in der EU zugelassen werden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Jeder muss es für sich entscheiden ob man sich impfen lässt, diese Freiheit lässt uns der Staat, und das ist nur in einer Demokratie so möglich, die auch funktioniert. Querdenker können nur so verwirrte Thesen proklamieren, weil wir in einer Demokratie leben und nicht in einer Diktatur, wie so mache verwirrte behaupten. Die Abwägung der Risiken spricht jedoch ganz klar für das Impfen. Außerdem ist es letztlich auch eine Verantwortung für das engeres Umfeld in Familie, Freundeskreis, Arbeitsumfeld und für die Gesellschaft. Wer möchte die Last der Schuld mit sich tragen, wenn er jemanden ansteckt, der daran stirbt, egal wie alt oder jung man ist. Deshalb IMPFEN lassen - ich werde es jedenfalls tun, so bald ich dazu aufgefordert werde.

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