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Kampf gegen Krebs Den Tumorgenen auf der Spur

In keinen anderen Bereich investieren Pharmafirmen derzeit so stark wie in die Krebsforschung. Der Kampf gegen die Tumore ist für die großen Konzerne äußerst lukrativ – auch für Patienten ist das eine gute Nachricht.
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Krebs wird immer mehr als genetische Krankheit verstanden, die im Wesentlichen durch die genetischen Veränderungen in den Tumorzellen definiert wird und nicht durch den Ursprungsort der Krebserkrankung im Körper. Quelle: imago/StockTrek Images

Krebs wird immer mehr als genetische Krankheit verstanden, die im Wesentlichen durch die genetischen Veränderungen in den Tumorzellen definiert wird und nicht durch den Ursprungsort der Krebserkrankung im Körper.

(Foto: imago/StockTrek Images)

FrankfurtDie Onkologie dürfte auch in den nächsten Jahren ein Hotspot für die Pharmabranche bleiben. Das Geschäft wächst weiter kräftig, die Innovationsrate bleibt hoch. Darauf jedenfalls deuten die bisher vorliegenden Daten für 2017 hin.

Die 30 wichtigsten Krebsmedikamente brachten ihren Herstellern in den ersten neun Monaten des Jahres nach Berechnung des Handelsblatts in der Summe rund zwölf Prozent Umsatzzuwachs. Der Gesamtumsatz der Pharmabranche mit Krebsmedikamenten dürfte damit 2017 auf etwa 100 Milliarden Dollar zusteuern und abermals deutlich kräftiger wachsen als das Pharmageschäft insgesamt, das voraussichtlich nur leicht expandieren wird.

Zwar kämpfen auch im Onkologiegeschäft einzelne Hersteller mit Patentabläufen und nachfolgenden Umsatzeinbußen. So verbuchte etwa Novartis kräftige Umsatzrückgänge bei seinem Bestseller Gleevec. Insgesamt wurden diese Effekte aber durch die Neuentwicklungen der letzten Jahre überkompensiert. Vor allem amerikanische Pharmakonzerne wie Merck & Co, Bristol-Myers Squibb (BMS), Pfizer und Abbvie verbuchen fast durchweg starke Zuwächse im Onkologiegeschäft.

Zudem bleibt das Innovationstempo in der Krebsforschung hoch. In keinen anderen Bereich investieren Pharmafirmen derzeit so stark wie in die Krebsforschung. Insgesamt bearbeiten sie nach Daten des Beratungsunternehmens EY rund 1800 potenzielle Wirkstoffe in klinischen Studien. Potenzielle Krebsmedikamente dürften danach rund 40 Prozent der gesamten Entwicklungspipeline der Branche stellen.

Für die vielen Millionen Krebspatienten ist das eine positive Nachricht. Zwar sind Allheilmittel weiterhin kaum in Sicht. Aber es zeichnet sich ab, dass in etlichen Bereichen schrittweise Fortschritte erzielt werden können, etwa bei Lungenkrebs, Leukämien und Hautkrebs.

Auch in den Zulassungszahlen schlägt sich der hohe Einsatz bei Forschung und Entwicklung (F+E) weiterhin nieder. So wurden in Deutschland 2017 insgesamt elf völlig neue Krebswirkstoffe auf dem Markt eingeführt, in den USA hat die Arzneimittelbehörde FDA in diesem Jahr 13 neue Krebstherapien zugelassen. Die Zulassungsrate reicht damit nahe an den Rekord von 2015 heran, als 16 neue Krebsmedikamente auf den Markt kamen. Gegenüber den mäßigen Fortschritten im letzten Jahrzehnt hat sich die Innovationsrate im Onkologiegeschäft damit fast vervierfacht.

Vor allem im Bereich der Krebsimmuntherapie geht die Entwicklung rasant weiter. Bereits zugelassene Wirkstoffe und neue Substanzen werden inzwischen in Hunderten von Studien getestet. Gleich in zweifacher Hinsicht konnte die Branche dabei auch bei den Zulassungen mit einem wichtigen Durchbruch aufwarten: So erhielten der Schweizer Konzern Novartis und die US-Biotechfirma Kite 2017 in den USA erstmals Zulassungen für eine neuartige Gen- und Zelltherapie gegen spezielle Formen von Blutkrebs.

Das Novartis-Produkt Kymriah darf künftig bei bestimmten Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie eingesetzt werden. Das Kite-Produkt Yescarta gegen sogenannte B-Zell-Lymphome, eine relativ häufige Form von Lymphdrüsenkrebs.

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