Kampf gegen Monsanto BASF bereitet Gegengebot für Syngenta vor

Der Chemieriese BASF hat einem Agenturbericht zufolge einen Kredit für ein weiteres Angebot für Syngenta aufgenommen. Mit den 50 Milliarden Dollar wollen die Ludwigshafener Monsanto Paroli bieten.
Update: 03.08.2015 - 17:56 Uhr Kommentieren
Der Chemiekonzern BASF will womöglich Syngenta kaufen. Quelle: dpa
BASF-Gelände in Ludwigahafen

Der Chemiekonzern BASF will womöglich Syngenta kaufen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer deutsche Chemiekonzern BASF bringt neuen Schwung in den Übernamepoker um Syngenta. Der Ludwigshafener Konzern bereitet Insidern zufolge ein mögliches Gegengebot für den von Monsanto umworbenen Schweizer Agrarchemieriesen vor. BASF habe sich bei großen Banken ein Finanzierungspaket gesichert, das für einen Kauf von Syngenta ausreiche, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Einer der Insider spricht von 50 Milliarden Dollar. BASF werde aber nicht die Initiative ergreifen. BASF und Syngenta wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

Die Syngenta-Aktien bauten ihre Kursgewinne nach dem Reuters-Bericht aus, die Aussicht auf einen Bieterkampf ließ die Anleger zugreifen. Die Anteile stiegen um 2,5 Prozent. „Jetzt kommt möglicherweise etwas Dynamik in die Geschichte“, sagte ein Börsenhändler in Zürich.

Monsanto will für Syngenta 45 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Syngenta wehrt sich nach Kräften gegen einen Verkauf. „Wir haben 2011 nein gesagt, wir haben 2012 nein gesagt, wir haben 2015 nein gesagt. Welchen Teil von nein verstehen sie nicht?“, hatte Syngenta-Chef Mike Mack kürzlich seine Ablehnung bekräftigt. Das Management habe die wichtigsten Investoren hinter sich

Auch Monsanto setzt im Ringen um Syngenta auf die Aktionäre und ein Einlenken des Managements. Ein feindliches Übernahmeangebot ist nach Ansicht des Managements unrealistisch. Investoren hoffen auf ein noch höheres Angebot aus den USA. Monsanto-Chef Hugh Grant schlug vor, sich bei einer Due Diligence gegenseitig in die Bücher zu schauen. Dann könnte Monsanto seine Bewertung für Syngenta „verfeinern“.

Einer der Insider sagte, BASF habe sich vorsorglich 50 Milliarden Dollar gesichert. Damit wolle BASF Monsanto Paroli bieten können, falls sich die Amerikaner gegen den Widerstand des Syngenta-Managements durchsetzten. „BASF wird sich nicht als Erster bewegen, sondern würde nur reagieren“, sagte einer der Insider. BASF habe ein Interesse daran, dass Monsanto bei Syngenta nicht zum Zug komme, weil die Amerikaner damit zur absoluten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln würden, sagte ein Investmentbanker. Am Ende könnte eine Übernahme nur mit rund 30 Milliarden Dollar an Krediten finanziert werden, den Rest könnte BASF in bar oder mit einer Kapitalerhöhung stemmen, so die Insider.

Öl aus Libyen, Styropor und die Kompaktkassette
Firmengründer Friedrich Engelhorn
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Der Leuchtgasfabrikant Friedrich Engelhorn gründet im April 1865 in Mannheim mit Partnern die Aktiengesellschaft „Badische Anilin- & Soda-Fabrik“ (BASF). Sie soll aus Steinkohlenteer synthetische Farbstoffe gewinnen. Doch Mannheim bleibt Engelhein nur sehr kurz treu.

Konzession
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Denn Subventionen locken ihn schon unmittelbar nach Gründung nach Ludwigshafen. Datiert auf den 8. Mai 1865 ist eine Konzession für die Badische Anilin- und Soda-Fabrik.

BASF-Stammwerk 1866
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In den Anfangstagen reichte das Werk in Ludwigshafen noch nicht bis ans Rhein-Ufer. Doch die Schlote qualmten auch damals schon.

Auslandsexpansion
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Auch die Auslandsexpansion gehört schon früh zur Geschäftsstrategie von BASF. Das Bild zeigt eine Fabrik in Moskau im Jahr 1877.

Stammwerk Ludwigshafen, 1881
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Schon wenige Jahre nach der Gründung folgen die ersten Zukäufe. Sehr schnell übernehmen neben den Kaufleuten die Chemiker und Ingenieure eine tonangebende Rolle im Unternehmen – und treiben die Expansion mit bahnbrechenden Neuerungen voran, mit Herstellverfahren etwa für Farbstoffe, Schwefelsäure oder später dem Haber-Bosch-Verfahren, das die Düngemittelproduktion revolutionierte.

Werk in Ludwigshafen, 1901
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Das rasante Wachstum der Firma lässt sich am Wachstum des Werksgeländes in Ludwigshafen ablesen.

Forschung wird zum Erfolgsfaktor
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Aufbau einer Produktionsanlage im Jahr 1913 in Oppau, nahe Ludwigshafen. Ab 1908 beginnt die BASF nach grundlegenden Arbeiten des Karlsruher Professors Fritz Haber unter Leitung von Carl Bosch mit der Realisierung der Ammoniaksynthese im industriellen Maßstab.

Am liebsten wäre es BASF, wenn sich am Status Quo nichts änderte, sagte einer der Insider. Eine Übernahme von Syngenta durch BASF würde zwar bei den Wettbewerbshütern auf Widerstand stoßen und wäre deshalb schwer machbar. Doch BASF wolle einem Konkurrenten nicht ohne weiteres den Vortritt lassen. Der deutsche Konzern kommt in seiner Pflanzenschutz-Sparte mit 5,4 Milliarden Euro Umsatz auf einen Weltmarktanteil von elf Prozent und ist damit die Nummer drei hinter Syngenta und Bayer.

  • rtr
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