Kampfjet-Auftrag in Südkorea Airbus tritt gegen Lockheed an

Bis zu 120 eigene Kampfjets will Südkorea bauen. Das Projekt ist knapp sieben Milliarden Euro schwer. Nun hat sich Airbus zusammen mit Korean Air beworben. Es kommt zum Duell Europa gegen USA.
Update: 24.02.2015 - 12:36 Uhr Kommentieren
Der europäische Rüstungskonzern bewirbt sich um einen Auftrag für neue Kampfjets in Südkorea. Quelle: dpa
Eurofighter von Airbus

Der europäische Rüstungskonzern bewirbt sich um einen Auftrag für neue Kampfjets in Südkorea.

(Foto: dpa)

SeoulDie Fluggesellschaft Korean Air bewirbt sich mit Airbus als ihrem technischen Partner um ein milliardenschweres Projekt für den Bau neuer Kampfjets für die südkoreanische Luftwaffe. Korean Air (KAL) habe zusammen mit der Rüstungssparte des europäischen Flugzeugbauers Airbus Defence and Space ein Angebot eingereicht, teilte ein Sprecher der Beschaffungsbehörde Dapa am Dienstag mit.

Das sogenannte KF-X-Programm für den Bau von bis zu 120 Jagdflugzeugen aus einheimischer Produktion hat ein Volumen von rund 8,5 Billionen Won (etwa 6,8 Milliarden Euro).

Ein Konkurrenzangebot kommt den Angaben zufolge vom Flugzeugbauer Korean Aerospace Industries (KAI), der sich mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin für das Projekt zusammengetan hat. Bedingung für die Teilnahme an der Ausschreibung war, dass koreanische Bewerber einen ausländischen Partner für die technische Unterstützung vorweisen. Vor dem Hintergrund der sicherheitsstrategischen Partnerschaft mit den USA bezieht Südkorea einen Großteil der Rüstungsgüter von amerikanischen Unternehmen.

Die größte südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air bezeichnete Airbus als den geeignetsten Partner für das Projekt. „In Zusammenarbeit mit Airbus werden wir unseren eigenen Kampfjet entwickeln, der den Eurofighter übertreffen wird“, erklärte KAL. Beide Seiten hätten eine Vereinbarung über ihre Partnerschaft unterschrieben, sagte ein Sprecher.

Das sind die größten Waffenhersteller der Welt
Platz 10: L-3 Communications
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Platz 10: L-3 Communications

Das Unternehmen mit Sitz in New York ist bekannt als Hersteller der Körperscanner an Flughäfen (im Bild der damalige Innen- und heutige Verteidigungsminister Thomas de Maizière in Hamburg 2010). Laut Sipri erwirtschaftet L-3 Communications aber 82 Prozent seines Umsatzes mit militärischem Gerät. Produziert werden vor allem Kommunikations- und Navigationssysteme. Insgesamt kommt das Unternehmen in der Militärsparte auf einen Umsatz von 12,5 Milliarden Dollar.

Erlöse aus Waffenverkauf 2012:

10,84 Milliarden Dollar

Erlöse aus Waffenverkauf 2011:

12,52 Milliarden Dollar

Gesamterlös:

13,15 Milliarden Dollar

Anteil der Waffenverkäufe am Gesamtgeschäft:

82 Prozent

Gesamtgewinn 2012:

0,78 Milliarden Dollar

Mitarbeiter weltweit:

51.000

Platz 9: Finmeccanica (Italien)
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Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Platz 8: United Technologies (USA)
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US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Platz 7: Airbus Group (Europa)
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Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)
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Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Platz 6: General Dynamics (USA)
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Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 4: Raytheon (USA)
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Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

„Voraussichtlich bis zum April werden wir die Angebote studieren“, sagte ein Dapa-Sprecher. Nach der Auswahl eines bevorzugten Verhandlungspartners soll dann in den nächsten Monaten der Gewinner verkündet werden. Die Ausschreibung musste wiederholt werden, nachdem Anfang Februar zunächst nur ein Angebot von KAI vorgelegen hatte. Gemäß den Regularien mussten aber mindestens zwei Gebote vorliegen.

Im vergangenen Jahr hatte Südkorea bereits 40 neue Kampfjets von Lockheed Martin im Wert von 7,3 Billionen Won (etwa 5,5 Milliarden Euro) bestellt. Die Streitkräfte setzten auf die Auslieferung der neuen F-35A mit modernster „Stealth“-Tarnkappentechnik zwischen 2018 bis 2021, hieß es im September. Zuvor hatte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte den Kauf der F-15 Silent Eagle des US-Konzerns Boeing sowie des Eurofighters vom europäischen Konsortium um Airbus ausgeschlossen. Beide hatten sich ebenfalls beworben.

Südkorea will seine alternde Flotte von Kampfjets erneuern und sich besser gegen die Streitmacht Nordkoreas aufstellen. Beide Länder befinden sich völkerrechtlich seit dem Ende des Korea-Kriegs von 1950 bis 1953 noch im Kriegszustand.

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