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Kapitalspritze Thyssen-Krupp verkauft eigene Aktien

Der Konzern erlöst fast zwei Milliarden Euro durch den Verkauf eigener Aktien. Die eingenommenen Mittel sollen vornehmlich für den Schuldenabbau verwendet werden.
06.07.2011 - 20:04 Uhr Kommentieren
Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger Quelle: dpa

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Industriekonzern Thyssen-Krupp will seine Schuldenlast durch den Verkauf eigener Aktien deutlich reduzieren. In einem beschleunigten Verfahren sollen 49,5 Millionen Anteilsscheine an der Börse platziert werden, wie Deutschlands größter Stahlkonzern gestern mitteilte. Dies sind 9,6 Prozent des Grundkapitals. Thyssen-Krupp hatte die in den Jahren 2006 und 2008 über die Börse gekauft, um seine strategischen Optionen zu vergrößern.

Der Verkauf wird nun von Commerzbank, Deutsche Bank und HSBC Trinkaus & Burkhardt begleitet und könnte laut Finanzkreisen heute über die Bühne gehen. Der Wert des nun zur Veräußerung anstehenden Aktienpakets summiert sich aktuell auf 1,72 Milliarden Euro.

Mit dem Erlös aus der Transaktion will Konzernchef Heinrich Hiesinger die Schuldenlast des Unternehmens drücken. Dieser hatte sich im Verlauf des zweiten Quartals weiter erhöht und lag zuletzt bei 6,5 Milliarden Euro. Aus Sicht des Konzern und auch der Ratingagenturen ist dieser Stand zu hoch. Hiesinger hatte daher zuletzt deutlich gemacht, dass einer der wichtigsten Ziele der Schuldenabbau sei.

Dies ist auch nötig, um den Spielraum des Industriekonzerns zu vergrößern. Hiesinger will Thyssen-Krupp gründlich umbauen und benötigt dazu Kapital. Mittelfristig soll die Abhängigkeit vom Stahlgeschäft verkleinert werden, indem die Bereiche Aufzüge, Anlagenbau und Umwelttechnologien gestärkt werden.

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    Dazu will sich der seit Januar amtierende Konzernchef von Geschäftsbereichen mit einem Jahresumsatz von zehn Milliarden Euro trennen – dies ist jeder vierte Euro, den der Ruhrkonzern umsetzt.

    Zuletzt hatte Hiesinger aber einen Rückschlag verbuchen müssen. Der fest eingeplante Verkauf von weiten Teilen der Werftensparte Thyssen-Krupp Marine Systems an den arabischen Schiffsbauer Abu Dhabi Mar war gescheitert. Das Unternehmen muss nun einen neuen Käufer für den Bereich finden, was aber einige Quartale in Anspruch nehmen wird. mur

    • mur
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