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Kartell-Verdacht Razzien bei Aufzugherstellern

Die EU-Wettbewerbshüter haben die Büros mehrerer europäischer Fahrstuhl- und Rolltreppenhersteller wegen des Verdachts der Marktaufteilung durchsuchen lassen. Unter den durchsuchten Unternehmen ist auch die Düsseldorfer Thyssen-Krupp-Tochter Elevator.

HB BRÜSSEL/DÜSSELDORF. Die Razzien hätten bereits am Mittwoch begonnen und seien am Donnerstag fortgesetzt worden, sagte die Sprecherin von EU- Wettbewerbskommissar Mario Monti in Brüssel. Die Anzahl und die Namen der betroffenen Unternehmen teilte sie nicht mit. Die Kommission verdächtigt die Firmen, sich bei Ausschreibungen abgesprochen und auch beim Service die freie Konkurrenz behindert zu haben.

Mit den Durchsuchungen ist noch nicht die Eröffnung eines förmlichen Kartellverfahrens verbunden. Falls die EU-Kommission tatsächlich Verfahren eröffnen sollte, drohen hohe Geldbußen. Thyssen-Krupp Elevator, weltweit Nummer drei, der Schweizer Weltmarktzweite Schindler und das finnische Unternehmen Kone bestätigten die Durchsuchungen. Bei Thyssen-Krupp seien die Standorte Düsseldorf, Essen und Brüssel betroffen gewesen. Zum Inhalt der Nachforschungen könne das Unternehmen jedoch derzeit keine Informationen geben. „Wir halten die Vorwürfe für unbegründet“, sagte Elevator-Sprecher Rembert Horstmann. Man kooperiere voll mit der EU-Kommission, betonte er.

Der Schweizer Aufzugshersteller Schindler, dessen Tochtergesellschaft in Belgien durchsucht wurde, bezeichnete das Vorgehen der Kommission als ungerechtfertigt. „Das Unternehmen weist jegliche Vorwürfe, wonach es sich an gesetzeswidrigen Absprachen oder Praktiken beteiligt habe, entschieden zurück“, hieß es in einer in Ebikon bei Luzern herausgegebenen Erklärung. Schindler werde mit den Untersuchungsbehörden voll kooperieren, sei aber überzeugt, „dass sich die Untersuchung letztlich als gegenstandslos erweisen wird“.

Unangefochtener Branchenführer ist Otis. Thyssen-Krupp Elevator will Schindler unter anderem durch Zukäufe überholen. Im Thyssen-Krupp-Konzern trug das profitable Segment Elevator 2002/03 mit rund 3,4 Milliarden Euro 9,3 Prozent zum Konzern-Umsatz bei und erwirtschaftete 355 Millionen Euro Gewinn vor Steuern (Konzern: 714 Millionen Euro). Rund die Hälfte des Umsatzes wird durch Wartung und Modernisierung erzielt. Elevator beschäftigt weltweit rund 29 000 Menschen an 23 Produktionsstandorten und 800 Niederlassungen.

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