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Kartellabsprachen China verhängt Millionenstrafe gegen Daimler

Nach BMW und Audi trifft es nun auch Daimler: Die Kartellwächter in China verpassen den Schwaben eine Millionen-Strafe wegen unerlaubter Preisabsprachen. Gemauschelt wurde demnach vor allem bei E- und S-Klasse.
23.04.2015 - 10:00 Uhr Kommentieren
Hintergrund des Kartellstreits sind Absprachen mit Mercedes-Händlern in der Provinz Jiangsu. Quelle: Reuters
Autokaufhaus in Shanghai

Hintergrund des Kartellstreits sind Absprachen mit Mercedes-Händlern in der Provinz Jiangsu.

(Foto: Reuters)

Peking, Stuttgart Chinas Kartellwächter haben nun auch gegen Daimler ein Bußgeld in Millionenhöhe wegen der Manipulation von Preisen verhängt. Hintergrund sind Absprachen mit Mercedes-Händlern in der Provinz Jiangsu. Die dortigen Kartellwächter brummten dem Stuttgarter Autobauer eine Strafe von 350 Millionen Yuan oder umgerechnet rund 53 Millionen Euro auf. In einer Mitteilung der Behörde hieß es, Mercedes-Benz und seine Händler hätten sich bei Preisen über die E- und S-Klasse sowie einige Ersatzteile abgesprochen und damit dem Wettbewerb sowie den Verbrauchern geschadet.

Ein Daimler-Sprecher sagte am Donnerstagmorgen, Mercedes-Benz China akzeptiere die Entscheidung und nehme seine Verantwortung in Bezug auf das Wettbewerbsrecht sehr ernst. Er betonte: „Wir haben alle geeigneten Maßnahmen ergriffen, um in Übereinstimmung mit dem geltenden Recht zu handeln.“

Chinas Behörden untersuchen seit vergangenem Jahr die Preispolitik von Autobauern und anderen Firmen der Branche. Neben BMW und Audi sind auch der US-Hersteller Chrysler und japanische Zulieferer schon ins Visier der Kartellwächter geraten. Bei mehreren Firmen gab es Razzien.

Im Fall von Daimler soll das Preisbüro in der Provinz Jiangsu schon seit Anfang Juli 2014 gegen Mercedes-Händler in Suzhou, Wuxi und anderen Metropolen ermittelt haben, wie die Zeitung „Jinghua Shibao“ im vergangenen Sommer berichtet hatte. Auch das Daimler-Büro in Shanghai sowie ein großer Händler mit Hauptsitz in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian seien untersucht worden.

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    Chinas Staatsmedien werfen Autoherstellern Preistreiberei vor. Im Vergleich zu den USA und Europa seien die Preise in China teilweise deutlich höher. Es sollen Ermittlungen gegen mehr als 1000 Autounternehmen, Händler und Zulieferer laufen. Im Visier haben die Wettbewerbshüter insbesondere den Oberklasse-Markt, den deutsche Anbieter wie Audi, BMW und Daimler dominieren. BMW und Audi hatten bereits im vergangenen Jahr Strafen aufgebrummt bekommen.

    Für Daimler ist China neben den USA inzwischen wichtigster Einzelmarkt. Allerdings hängt Daimler beim Absatz seinen Rivalen BMW und Audi noch hinterher. Die deutschen Hersteller drängen seit Jahren in den Markt, der im Vergleich zu anderen noch lange nicht gesättigt ist. Schätzungen zufolge könnten die jährlichen Verkaufszahlen von zuletzt 18 Millionen Autos noch auf 30 bis 35 Millionen steigen.

    • dpa
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