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Kartellamt befürchtet Preisabsprachen Razzia bei Flüssiggas-Unternehmen

Wegen des Verdachts gesetzwidriger Absprachen hat das Bundeskartellamt am Dienstag bei einer bundesweiten Razzia mehrere Unternehmen der Flüssiggasbranche durchsucht. Unter anderem Primagas, Progas und Tyczka Totalgaz GmbH waren im Visier der Beamten. Die Industriegase-Hersteller Linde und Air Liquide hingegen waren nach eigenen Angaben nicht betroffen.

HB DüSSELDORF. Eine Sprecherin der Tyczka Totalgaz mit Sitz in Geretsried bestätigte am Mittwoch die Durchsuchung der Kartellwächter. Die Firma, an der die Total Deutschland GmbH mit 50 % beteiligt ist, werde konstruktiv mit den Behörden zusammenarbeiten. Auch Büros der Dortmunder Progas wurden durchsucht. Geschäftsführer Wolfgang Macholz sagte, die Vorwürfe des Kartellamts seien „unhaltbar“. Dies werde sich im Verlauf des Kartellverfahrens zeigen. Bei der Krefelder Primagas wurden die Beamten ebenfalls vorstellig. Ein Unternehmenssprecher sagte, derzeit könne Primagas nicht zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Branchenkreisen zufolge wurden weitere Unternehmen der Branche durchsucht. Das Kartellamt wollte die Namen der betroffenen Firmen nicht nennen und teilte lediglich mit, zwölf Objekte in fünf Bundesländern seien von den Durchsuchungen betroffen gewesen.

Das Kartellamt hatte erklärt, die Unternehmen stünden im Verdacht, den Markt aufgeteilt und sich „gegenseitig zugesichert zu haben, ihre jeweils bestehenden Kundenstämme zu respektieren“. Die Durchsuchungen gingen auch auf Beschwerden von Verbrauchern zurück. Den Wettbewerbshütern lägen Informationen von Verbrauchern vor, die nach drastischen Preiserhöhungen vergeblich versucht hätten, einen neuen Lieferanten zu finden. Eine Sprecherin der Wettbewerbsbehörde sagte, bei den Razzien seien Akten sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden. Flüssiggas in Tanks und Flaschen wird vor allem in privaten Haushalten zum Kochen oder Heizen verwendet.

Ein Sprecher der Branchenvertretung Deutscher Verband Flüssiggas (DVFG) sagte in Berlin, er könne sich nicht vorstellen, dass es eine wettbewerbswidrige Gebietsaufteilung in der Branche gegeben habe. Die Branche mit einem Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro beliefere bundesweit rund 410 000 Tankgaskunden.

Die Untersuchungen geht auch auf Beschwerden von Verbrauchern zurück. Einige Kunden der Firmen hatten nach Preiserhöhungen vergeblich versucht, einen neuen Anbieter zu finden und hatten daraufhin das Kartellamt informiert.

Mit Hilfe der Landeskriminalämter seien Objekte in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen durchsucht worden. Erst kürzlich hatten die Kartellhüter einen ähnlichen Fall in der Versicherungsbranche festgestellt und mit Bußgeldbescheiden geahndet.

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