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Kartellamt verhängt Milliardenstrafe Pharmahänder müssen Kartellstrafe zahlen

Das Bundeskartellamt hat ein Bußgeld von 2,6 Mill. Euro gegen vier Pharmagroßhändler und sieben verantwortliche Manager verhängt. Sie sollen den Markt unzulässig unter sich aufgeteilt haben. Drei der vier Unternehmen wollen jedoch gegen das Kartellamt klagen.

HB DÜSSELDORF. Betroffen seien die Großhändler Sanacorp, die Celesio-Tochter Gehe, die Anzag sowie Phoenix, teilten die Wettbewerbshüter am Freitag mit. Kartellamtschef Ulf Böge betonte, aufgrund von Beweismitteln, die bei Razzien bei den Unternehmen sichergestellt worden seien, habe „das Amt keinen Zweifel an der vorsätzlichen Absprache der beschuldigten Pharmagroßhändler“. Die Kartellabsprache sei von den führenden Managern der Firmen angestoßen worden. Die Bußgelder seien aber „vergleichsweise milde“ ausgefallen, da die aus dem Kartell resultierenden Gewinne, an denen sich die Bußgelder orientieren, von den Wettbewerbshütern nicht mit der „notwendigen Sicherheit“ festgestellt werden konnten.

Die Firmen können gegen die Entscheidung Einspruch beim zuständigen Kartellsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf einlegen. Gehe, Sanacorp und Phoenix kündigten bereits an, gegen das Kartellamt beim OLG vorgehen zu wollen. Die drei Firmen erklärten übereinstimmend, sie sähen die Vorwürfe als unbegründet an. Anzag will sich erst am Montag über das weitere Vorgehen äußern.

Begonnen hatten die Absprachen unter den vier deutschen Marktführern dem Kartellamt zufolge, nachdem die Anzag Anfang 2003 mit einer Rabattoffensive Wettbewerbern Apotheken als Kunden und damit Marktanteile abgejagt hatte. Daraus resultierte ein Preiskampf in der Branche, der Mitte 2003 durch Absprachen zwischen den Branchenriesen unterbunden worden sei - denn diese hätten sich entschieden, die von Anzag gewonnenen Marktanteile wieder auf die anderen Unternehmen zu verteilen. Anzag habe dazu vorsätzlich die Preise für einige Apotheken erhöht, die daraufhin wieder bei der Konkurrenz orderten. Auf diese Weise habe das Kartell die Rabattschlacht beendet und die „Marktruhe“ wiederhergestellt, erklärten die Wettbewerbshüter.

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