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Kauf von Precision Castparts Buffett landet seinen dicksten Deal

Vor seinem 85. Geburtstag richtet Warren Buffett seine Holding Berkshire Hathaway für die Zukunft aus. Der Kauf von Precision Castparts ist mit einem Wert von 37 Milliarden Dollar der größte Deal der Firmengeschichte.
10.08.2015 Update: 10.08.2015 - 14:59 Uhr 4 Kommentare
Der Multimilliardär stellt seine Holding Berkshire Hathaway für die Zukunft auf. Quelle: Reuters
Warren Buffett

Der Multimilliardär stellt seine Holding Berkshire Hathaway für die Zukunft auf.

(Foto: Reuters)

New York Die Investmentfirma des US-Milliardärs Warren Buffett will für 37,2 Milliarden Dollar den Industriekonzern Precision Castparts (PCC) kaufen. Berkshire Hathaway biete 235 Dollar je Aktie, was einem Aufschlag von gut 21 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vor dem Wochenende entspreche, teilte PCC am Montag mit. Man werde weiter weltweit das Geschäft betreiben und den Firmensitz in Portland haben. Es ist der bisher größte Zukauf in der Berkshire-Geschichte.

Der Milliardär hat mit dem Zukauf nach eigenen Worten seinen Übernahmehunger zunächst gestillt. „Damit sagen wir die Elefantenjagd in den kommenden zwölf Monaten ab“, erklärte Buffett im Sender CNBC. Berkshire will demnach aber kleinere Investitionen eingehen.

Das Unternehmen mit einem Marktwert von mehr als 26 Milliarden Dollar stellt Ausrüstung für die Flugzeug- und Energiebranche her. Mit einer Übernahme würde der Jahresumsatz von Berkshire um etwa 10 Milliarden Dollar und die Zahl der Mitarbeiter um 30.000 beziehungsweise um fast 10 Prozent steigen.

Auch würde Berkshire dadurch weiter in die Schwerindustrie vordringen und die Abhängigkeit von der Versicherungsbranche und dem Stock Picking verringern. Beides waren die Wachstumsmotoren bei Berkshire in den vergangenen 50 Jahren. Die heutige Struktur des Unternehmens, mit der Eisenbahngesellschaft BNSF und Beteiligungen im Bereich erneuerbare Energien, wäre Mitte der 90er-Jahre kaum vorstellbar gewesen. Damals waren Buffalo News und das Schuhgeschäft die herausragenden Bereiche, und die Gesellschaft wurde wegen ihrer Aktienengagements als Investmentfonds angesehen.

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    „Diese Zeiten sind vorbei“, sagt Lawrence Cunningham, Professor an der George Washington University und Autor des Buches „Berkshire Beyond Buffett,“ in einem Interview. „Es ist jetzt wirklich ein Industriebetrieb.“

    Buffett hat auch sein Aktienportfolio geändert und einige langfristige Positionen reduziert, beispielsweise bei Procter & Gamble, Ende 2008 noch das drittgrößte Engagement von Berkshire. Im vergangenen Jahr handelte er einen Deal aus, einen Großteil der Aktien an P&G zurückzugeben im Tausch gegen das Geschäft mit Duracell-Batterien.

    Der Erwerb von Unternehmen mit beständigen Aussichten sei „eine andere Art des Wertaufbaus“ als Aktien-Investments, sagte Buffett auf der Hauptversammlung im letzten Jahr. „Wir sind zu Phase Zwei übergegangen.“

    Warren Buffetts lukrativste Geschäfte
    Warren Buffett auf Einkaufstour
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    Die Beteiligungsgesellschaft von US-Starinvestor Warren Buffett, Berkshire Hathaway, steht vor ihrem bisher größten Zukauf. Mehr als 37,2 Milliarden Dollar will die Investmentgesellschaft für den Industrie-Konzern Precision Castparts zahlen – so viel wie noch nie. Die Investmentfirma des US-Milliardärs Berkshire Hathaway biete 235 Dollar je Aktie, was einem Aufschlag von gut 21 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vor dem Wochenende entspreche, teilte PCC am 10. August mit. Das Unternehmen stellt unter anderem Teile für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing sowie für Energiefirmen her und ist an der Börse 26,7 Milliarden Dollar wert. Es ist nicht die einzige Übernahme von Buffetts Firma...

    (Foto: Reuters)
    Heinz
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    Ob Coca-Cola oder Wal-Mart – Warren Buffett investiert gerne in uramerikanische Unternehmen. Im Jahr 2013 hatte Buffett Heinz zusammen mit dem brasilianischen Finanzinvestor 3G übernommen. Der Ketchup-Hersteller und der heimische Rivale Kraft fusionieren auf Betreiben von Buffet zum drittgrößten Lebensmittel-Konzern Nordamerikas. Und das hat sich für den Starinvestor mehr als gelohnt: sein Anteil an Heinz Kraft ist rund 22,5 Milliarden Dollar wert.

    (Foto: Reuters)
    Burlington Northern Santa Fe
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    Es ist der größte Deal, den Warren Buffett bisher gestemmt hat: Für 44 Milliarden Dollar kaufte Berkshire Hathaway den US-Eisenbahn-Konzern Burlington Northern Santa Fe. Nach Buffetts Worten handelte es sich dabei um eine Wette. „Es ist eine Wette auf die wirtschaftliche Zukunft der USA. Ich liebe Wetteinsätze“, sagte er. Der Konzern steigerte seinen Gewinn um fünf Prozent auf 963 Millionen Dollar. Im Jahr 2010 bezahlte Buffett für 77,4 Prozent, die ihm noch fehlten, 26,5 Milliarden Dollar.

    (Foto: ap)
    General Re
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    Für 16 Milliarden Dollar übernahm Buffet 1998 den Rückversicherungskonzern General Re. Bereits vor dem Deal war General Re die größte Rückversicherungsgesellschaft in den USA und machte einen Umsatz von einer Milliarde Dollar.

    (Foto: Reuters)
    Bank of America
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    2011 beteiligte sich Warren Buffet an der Bank of America: sein Investmentfonds hatte fünf Milliarden Dollar in die Bank gesteckt. Buffett kaufte 50.000 Vorzugsaktien zu je 100.000 Dollar, die die Bank zu diesem Zwecke extra ausgab. Für diese Aktien zahlt sie eine Dividende von jährlich sechs Prozent. Diese Investition brachte Buffett 280 Millionen Dollar in nur 24 Stunden ein. Der Starinvestor hatte zu der Zeit bereits auf dem Höhepunkt der Finanzkrise sein Vertrauen in das US-Bankensystem demonstriert, in dem er in eine andere Großbank investierte...

    (Foto: dpa)
    Goldman Sachs
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    Nach der Lehman-Pleite hatte Buffett darauf gesetzt, dass die US-Regierung die großen Banken an der Wall Street retten wird. Berkshire Hathaway hatte dem New Yorker Brokerhaus Goldman Sachs im Jahr 2008 fünf Milliarden Dollar geliehen. Die Rechnung ist für Buffett aufgegangen, seit der Finanzkrise sind Goldman-Sachs-Aktien deutlich gestiegen. Heute gehört die Investmentbank zu den Top-10-Aktien im Portfolio von Berkshire Hathaway.

    (Foto: dpa)
    Lubrizol
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    Die Feuerwehr vor Lubrizol in Hamburg: Der US-Spezialchemiehersteller Lubrizol weckte im Jahr 2011 das Kaufinteresse von Starinvestor Buffett. Er investierte 9,2 Milliarden Dollar in das Unternehmen, das seinen Firmensitz in Ohio hat. „Lubrizol ist genau die Art von Unternehmen, mit denen wir gerne zusammenarbeiten – Weltmarktführer bei mehreren Anwendungen, das von einem fähigen Vorstandschef geführt wird“, sagte Buffett damals zu der Übernahme.

    (Foto: dpa)

    Precision Castparts stellt mit moderner Ingenieurtechnik Metall-Industriekomponenten für Flugzeugmotoren und Kraftwerke her sowie Röhren für die Öl- und Gasbranche. Zwar standen die Ergebnisse in letzter Zeit im Energiesektor unter Druck, was den Aktienkurs belastet hat. Aber das ist wahrscheinlich kein Problem für Buffett, der nach Langfristengagements sucht, wo hohe Einstiegsbarrieren potenzielle Konkurrenten abschrecken würden. Die Aktien des Unternehmens stiegen vorbörslich im New Yorker Handel um fast 19 Prozent. Allerdings waren die Titel in den vergangenen zwölf Monaten um 17 Prozent gefallen.

    „Das ist ein Geschäftsbereich mit einem Horizont von mehreren Jahrzehnten“, sagt David Rolfe, Fondsmanager bei Wedgewood Partners. „Sie haben diese unglaublich langen Beziehungen mit einigen Kunden. Und diese werden nicht zu einem Billiganbieter gehen, um ein Teil im Inneren eines Flugzeugmotors etwas billiger zu bekommen.”

    Versicherungsbereich entwickelt sich schlechter
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    4 Kommentare zu "Kauf von Precision Castparts: Buffett landet seinen dicksten Deal"

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    • ... wenn VW die gleichen Margen erzielen würde: Operative Marge VW: 6 %; Precision Castparts: 25 %...

    • ... 1,25 Mil.$ je Mitarbeiter
      und das 3,5 fache vom Jahresumsatz.
      VW wäre dann so etwa 700 Milliarden € wert.
      Für mich ist so was immer zum Staunen

    • NGO s unterwandern die Demokratie

      Holdings unterwandern die freie Wirtschaft

      PFUI !!

    • Warren Buffet kauft wieder ein Unternehmen!

      Auf Seite 1 im Handelsblatt.

      Ja, Warren Buffet ist der Guru des Kapitals. Die Amerikaner sind unsere Sektenführer. Ihre Verheißung ist unsere Zukunft.

      Was hat Warren Buffet gestern gemacht? Was trank er heute morgen zum Frühstück?

      Wer hat in Amerika wieder einen Furz gelassen, den es hier zu sezieren gilt?

      Warren Buffet kauft ein! Wie ist das Wetter an der Ostküste? Wie die Verkehrssituation gerade in New York? Ich vermisse diese Informationen. Wir wollen informiert sein, was im Lande des Herrn abläuft. Wo kann man heute die günstigsten Erbeeren im Silicon Valley kaufen? Wie ist die Regenwahrscheinlichkeit morgen in Kentucky? Was lief in den Texas Nachrichten?

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