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Kautschuk-Geschäft Lanxess verbündet sich mit saudischem Ölriesen

Lanxess gründet mit Saudi Aramco ein Joint Venture für das kriselnde Kautschukgeschäft. Damit gelingt den Kölnern der lang erwartete Befreiungsschlag. Mit den Einnahmen will der Konzern zukaufen und Schulden abbauen.
22.09.2015 Update: 22.09.2015 - 12:28 Uhr
Der Chemiekonzern will mit dem saudischen Ölkonzern Saudi Aramco ein Gemeinschaftsunternehmen für synthetischen Kautschuk gründen. Quelle: dpa
Lanxess

Der Chemiekonzern will mit dem saudischen Ölkonzern Saudi Aramco ein Gemeinschaftsunternehmen für synthetischen Kautschuk gründen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Spezialchemiehersteller Lanxess hat den lang ersehnten Partner für sein kriselndes Geschäft mit Kautschuk gefunden. Das Kölner Unternehmen gründet mit dem saudi-arabischen Petrochemiekonzern Saudi Aramco ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide Partner jeweils 50 Prozent der Anteile halten werden. Die Araber zahlen dafür 1,2 Milliarden Euro netto an Lanxess.

Die Ausgliederung ist bereits seit längerem geplant, allerdings hat sich die Partnersuche hingezogen. Zuletzt hatte Lanxess auch mit der Ineos-Gruppe verhandelt. Es ist der bisher entscheidende Schritt in der Neuausrichtung des Unternehmens, denn es handelt sich um die größte Sparte der Lanxess AG – und dessen einstigen Hoffnungsträger. Synthetischer Kautschuk wird vor allem für Autoreifen und Kabel verwendet. Mit einem Umsatz von drei Milliarden Euro sind die Kölner darin Weltmarktführer.

Unter dem früheren Vorstandschef Axel Heitmann hat Lanxess den Ausbau der Kautschukproduktion massiv vorangetrieben, sie war der Kern seiner Wachstumsstory. So entstanden mehrere neue Großanlagen in Asien. Doch die Strategie ging nicht auf - sondern eher nach hinten los: Zum einen blieb der erhoffte starke Nachfrageschub aus der Automobilbranche aus. Zum anderen drängten immer mehr asiatische Konkurrenten in das Kautschukgeschäft. Die Folge waren hohe Überkapazitäten und ein massiver Preisverfall, zu dem Lanxess mit den neuen Werken selbst beitrug.

Lanxess schlitterte dadurch in eine tiefe Krise und rote Zahlen. Heitmannn musste Anfang 2014 gehen und wurde durch den damaligen Merck-Finanzvorstand Matthias Zachert ersetzt. Zachert verordnete dem Konzern zunächst einen Sparkurs inklusive Stellenabbau und startete die Ausgliederung des Kautschukgeschäfts.

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    Mit dem nun gefundenen Partner soll die entscheidende Schwäche des Lanxess-Kautschukgeschäfts beseitigt werden: Bisher fehlte dem Hersteller der Zugang zum billigen Rohstoffen. Synthetischer Kautschuk entsteht auf Basis von Rohöl, zu dem Saudi Aramco besten Zugang hat. Das staatliche saudi-arabische Unternehmen ist der weltgrößte Förderer von Erdöl. Es war immer erklärtes Ziel des Saudi-Aramco-Managements, stärker in die Verarbeitung des Rohstoffs zu expandieren – also die nächste Wertschöpfungsstufe zu erklimmen. Das gelingt ihnen jetzt im Kautschukmarkt.

    „Mit dieser Allianz verschaffen wir dem Kautschukgeschäft eine sehr starke Wettbewerbsposition und die bestmögliche Zukunftsperspektive“, sagt Zachert. Das neue Unternehmen wird über eine Holdinggesellschaft in den Niederlanden geführt. Der CEO wird von Lanxess und der CFO von den Arabern gestellt. Die Geschäftsführung des Joint Ventures wird je zur Hälfte mit Vertretern der beiden Partner besetzt. Das Joint Venture wird bei Lanxess konsolidiert.

    Mit der Erlös von rund 1,2 Milliarden Euro aus dem Verkauf will Lanxess zum einen die anderen Sparten ausbauen – dazu zählen Advanced Intermediates (Feinchemie) und Performance Chemicals (Farbpigmente, Lederbearbeitung) zu nutzen. Das stellt Zachert 400 Millionen Euro bereit. Weitere rund 400 Millionen Euro sollen zur weiteren Schuldenreduzierung und etwa 200 Millionen Euro für ein Aktienrückkaufprogramm verwendet werden.

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