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Kein Durchbruch im Abgasskandal US-Behörde lehnt VW-Rückrufplan ab

Die US-Umweltbehörde Carb hat den Rückrufplan für die manipulierten VW-Dieselfahrzeuge in den USA abgelehnt. Chefaufseherin Mary Nichols bezichtigte den Konzern, die „Lüge noch verschlimmert“ zu haben.
Update: 12.01.2016 - 22:07 Uhr

Missglücktes Interview: Amerikaner sind erbost über Müllers Aussagen

Wolfsburg/Sacramento/Frankfurt Die kalifornische Umweltbehörde California Air Resources Board (Carb) hat einen Rückrufplan von Volkswagen im Abgas-Skandal abgelehnt. Laut einer Mitteilung der Behörde vom Dienstag seien die Pläne von VW, die Fahrzeuge mit 2,0-Liter-Diesel-Motoren zu reparieren, „unzureichend“. Weil zu wenige Informationen vorlägen, sei eine technische Überprüfung der vorgeschlagenen Reparaturen nicht möglich, so die Behörde. Dennoch habe VW weiterhin die Chance, bei den Lösungsvorschlägen für den Rückruf der manipulierten Dieselfahrzeuge nachzubessern.

Volkswagen teilte dazu mit: „Die heutige Mitteilung bezieht sich auf die anfänglichen Rückrufpläne Volkswagens, die Carb im Dezember übermittelt wurden. Seither hatte Volkswagen konstruktive Gespräche mit Carb.“ Dazu gehöre auch ein Treffen aus der vergangenen Woche über den Rahmen für eine Beseitigung der Abgas-Affäre.

„Volkswagen hat die Entscheidung getroffen, bei Abgas-Tests zu schummeln und hat dann versucht, das zu verstecken“, sagte Carb-Chefin Mary Nichols. „Sie haben weitergemacht und haben die Lüge noch verschlimmert, und als sie erwischt wurden, haben sie versucht, es zu leugnen.“ So seien tausende Tonnen Stickoxid in die Luft geblasen worden, die der Gesundheit der Menschen in Kalifornien geschadet hätten. „Sie müssen das wieder in Ordnung bringen“, forderte Nichols an die Adresse von Volkswagen.

Aufgedeckt wurde die Affäre von der US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA). In einem E-Mail-Statement teilte ein Sprecher der EPA laut Bloomberg mit, die Behörde teile die Auffassung der Kollegen aus Kalifornien. Volkswagen habe keinen „annehmbaren“ Plan zur Reduktion der Umweltbelastung vorgelegt. Zugleich wiesen die Aufseher darauf hin, dass sich Bundesgesetze und kalifornische Gesetz im Hinblick auf Prozesse und Fristen unterschieden.

Die EPA erklärte jetzt, sie stimme dem Vorgehen der Carb zu, arbeite aber selbst nach einem anderen Fahrplan. Für Mittwoch ist ein Gespräch zwischen dem VW-Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller und EPA-Chefin Gina McCarthy in Washington geplant.

Deadline ist der 2. Februar

Kalifornien verhängte keine Strafen. Der Bundesstaat erließ aber eine neue Benachrichtigung, dass Volkswagen gegen die kalifornischen Standards zur Luftreinhaltung verstoßen habe. Die Ablehnung der Reparaturpläne betrifft nur die 2,0-Liter-Dieselmotoren. Bis zum 2. Februar muss Volkswagen bei der Carb einen Plan für die Reparatur der 3,0-Liter-Motoren vorlegen. Betroffen seien in Kalifornien 75.688 Fahrzeuge der Typen, Passat, Beetle und Jetta mit Zwei-Liter-Dieselmotoren, hieß es.

Vor rund einer Woche war zudem bekanntgeworden, dass die Vereinigten Staaten den VW-Konzern verklagen. Es geht dabei um Betrug und Verstöße gegen Umweltgesetze. Dem Autobauer drohen mehr als 42 Millionen Euro Strafe. In der Klageschrift der USA heißt es, dass VW auch in der Aufarbeitung des Skandals trickse und täusche. Dieser Vorwurf findet sich nun auch in der Carb-Ablehnung vom Dienstag. Zusätzlich zu der USA-Klage fordern parallel Hunderte VW-Kunden auf dem juristischen Weg Wiedergutmachung.

Im nachbörslichen Handel gab die VW-Aktie bei Lang & Schwarz schlagartig die gesamten Gewinne des regulären Handels ab. Als zweitbester Wert im Dax hatte Volkswagen den regulären Handel bei 120,95 Euro 3,3 Prozent im Plus beendet – nach Bekanntwerden der Nachricht aus Kalifornien rutschte der Kurs zeitweise auf 117 Euro und damit auf das Niveau von Montag.

Nach Interview: Kann VW-Chef Müller noch ernsthaft als Aufklärer durchgehen?

  • dpa
  • Bloomberg
  • ap
  • rtr
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