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Keine Zulassungspapiere Ermittlungen gegen VW wegen Betrugs durch Verkauf von Vorserienfahrzeugen

VW soll jahrelang sogenannte Vorserienfahrzeuge ohne gültige Zulassungspapiere verkauft haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig.
Update: 08.08.2019 - 18:40 Uhr Kommentieren
VW: Ermittlungen wegen Betrugs durch Verkauf von Vorserienfahrzeugen Quelle: dpa
Volkswagen

Jahrelang soll VW Fahrzeuge verkauft haben, die nicht den Angaben entsprachen, die in den Fahrzeugpapieren vermerkt waren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Volkswagen-Konzern sieht sich einem weiteren Ermittlungsverfahren ausgesetzt: Weil der Autobauer über Jahre hinweg Autos ohne gültige Zulassungspapiere verkauft haben soll, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Betrugs gegen Unbekannt.

Zwischen 2006 und 2008 soll VW rund 6700 Fahrzeuge, davon 4000 in Deutschland, verkauft haben, die nicht den Angaben entsprachen, die in den Fahrzeugpapieren vermerkt waren. „Wir sind informiert, dass sich die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit den Sachverhalten befasst“, sagte ein VW-Sprecher auf Nachfrage.

Konkret geht es um sogenannte Vorserienfahrzeuge. Dies sind Modelle, die jeder Hersteller vor dem eigentlichen Verkaufsstart eines neuen Modells für interne Zwecke fertigt. Diese meist einige Tausend Modelle setzen die Konzerne etwa auf Messen oder für Testfahrten ein. Die Autos können, aber müssen sich nicht von den späteren Serienfahrzeugen unterscheiden.

Im vergangenen Jahr stellte VW dann im Rahmen einer internen Überprüfung fest, dass „Fahrzeuge verkauft wurden, bei denen der Bauzustand möglicherweise nicht dem zum Vermarktungszeitpunkt aktuellen Serienstand entsprochen hat“, so VW damals in einem Schreiben an betroffene Kunden. VW habe versäumt zu dokumentieren, was an den betroffenen Fahrzeugen nicht seriengemäß sei.

In der VW-eigenen Handelsorganisation sorgte dies nach Bekanntwerden für großen Ärger, Wettbewerber kritisierten die jahrelange VW-Praxis grundsätzlich. Daimler etwa äußerte, dass Vorserienmodelle grundsätzlich nie in den Verkauf kämen.

Das Bundesverkehrsministerium ordnete schließlich einen durch das Kraftfahrt-Bundesamt überwachten Pflichtrückruf an, mit dem VW dann im November 2018 begann, da „Einschränkungen an den Sicherheitssystemen“ nicht ausgeschlossen werden könnten, wie es hieß. Gleichzeitig trat VW an die Kunden mit Angeboten heran, die Autos zurückzukaufen.

Die notwendigen Maßnahmen an den betroffenen Autos unterschieden sich dabei deutlich voneinander. Teils reichte ein kleines Softwareupdate. In anderen Fällen musste das Navigationssystem ausgetauscht werden. Manches Fahrzeug soll indes nicht mehr zu gebrauchen gewesen sein.

Wenig später begann dann auch die Staatsanwaltschaft mit Vorermittlungen und das Verkehrsministerium kündigte an, ein Bußgeld gegen VW zu prüfen. Ein solches wurde inzwischen durch das Kraftfahrt-Bundesamt verhängt, wie ein VW-Sprecher auf Nachfrage bestätigte. Zur Höhe machten weder der Konzern noch die Behörde Angaben.

Inzwischen hat VW die Abläufe hinsichtlich der Vorserienfahrzeuge nach eigenen Angaben verändert. Es werde klar festgehalten, inwieweit sich die Vor- von den späteren Serienfahrzeugen unterscheiden.

Mehr: Jahrelang hat VW seinen Kunden Testfahrzeuge ohne Zulassung verkauft. Verbraucherschützer reagieren mit scharfer Kritik an der Konzernspitze.

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