Kia-Chefdesigner Peter Schreyer „Ich entwerfe Autos für die ganze Welt“

Peter Schreyer ist Chefdesigner bei Kia und wurde jetzt sogar ins Präsidium berufen. VW-Patriarch Piëch ärgert sich, ihn verloren zu haben. Schreyer über Formensprache, das Weltauto und warum er in Korea Golf spielt.
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Peter Schreyer mit „Double“ auf der Automesse in Detroit: „Wichtig, dass man dem Design den Stellenwert gibt, den es verdient“. Quelle: AP

Peter Schreyer mit „Double“ auf der Automesse in Detroit: „Wichtig, dass man dem Design den Stellenwert gibt, den es verdient“.

(Foto: AP)

Handelsblatt Online: Herr Schreyer, Hyundai-Kia hat Sie nach gut sechs Jahren im Unternehmen zu einem der Firmenpräsidenten ernannt. Sie sind damit der erste nicht-koreanisch Präsident eines koreanischen Unternehmens. Eine besondere Ehre für Sie?

Peter Schreyer: Auf jeden Fall! Wobei sich meine Aufgaben dadurch grundsätzlich nicht geändert haben. Ich bin immer noch Designer. Der Titel und die höhere Position in der Hierarchie zeigen aber, welchen hohen Stellenwert man dem Design im Unternehmen zumisst.

Welche neuen Impulse können Sie als Designer diesem Führungsgremium geben?

Ich habe keine Gremium-Aufgaben bekommen oder bin in ein Gremium befördert worden. Ich verantworte jetzt aber auch das Design von Hyundai. Das sehe ich als meine Hauptaufgabe. Ich finde wichtig, dass man dem Design den Stellenwert gibt, den es verdient.

Und wie gut ist Ihr koreanisch?

Ich habe versucht es zu lernen. Leider Gottes hat es nicht ganz geklappt, ich tue mich sehr schwer damit, obwohl ich bei Sprachen nicht ganz untalentiert bin. Die Schrift und die ganze Sprachlogik ist eine andere, es ist nicht leicht. Es wäre schön, wenn ich die Sprache ein bisschen beherrschen würde.

Die Sprache ist eine Sache. Wie sehr unterscheidet sich die Denkweise innerhalb eines koreanischen Unternehmens von der in einem europäischen Unternehmen?

Die koreanischen Unternehmen sind mehr in Richtung Markt und Kunden orientiert, die europäischen und deutschen Firmen sind sehr technikgetrieben. Innerhalb des Unternehmens sind die Hierarchien stärker, als wir es gewohnt sind, also nicht so flach wie hierzulande.

Und was muss man tun, um in diesen Hierarchien aufzusteigen?

Das ist doch überall das gleiche: Man muss einen guten Job machen! Da unterscheidet sich Korea nicht von Deutschland.

In Korea ist Golfspielen unter Managern groß in Mode. Müssen Sie den Schläger schwingen, um Geschäftskontakte zu pflegen?

Golf spielt sicherlich eine wichtige Rolle. Die Koreaner sind sehr Golf-verrückt. Ich bin aber nicht besonders gut. Ich habe in Korea zwar schon zwei-, dreimal Golf gespielt, aber nur, weil ich es gerne mache.

„Im Premiumsektor schwierig Fuß zu fassen“
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16 Kommentare zu "Kia-Chefdesigner Peter Schreyer: „Ich entwerfe Autos für die ganze Welt“"

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  • Noch so jemand der offensichtlich keine Ahnung hat. Was ist am - von einem Italiener verantworteten aktuellen VW-Design barock? Gar nichts. Es mag dem einen oder anderen nicht gefallen, aber Fakt ist, Schnörkel, Lametta, etc gibt es beim VW-Design nicht. Vielen erscheint es langweilig, einförmig. Aber barock ist es sicher nicht. Wie kann man nur so etwas schreiben. Schon mal in einer Barockkirche gewesen und danach einen Passat oder Golf angeschaut. Im Übrigen scheinen die Kunden weltweit das Design zu mögen, denn die Fahrzeuge verkaufen sich weltweit blendend. Also hat VW und Herr Da Silva alles richtig gemacht.

  • Autos für die ganze Welt?
    Was Kia macht, gibts bei Toyota in ausgereifter Qualität schon seit vielen Jahren.
    Deswegen ist ja auch Toyota Weltmarktführer.

  • also ick weeß ooch nüscht, ob dit hier ma erwähnt wurde, wa ey? aba so nen cabrio uff bais i30 oda ceed... dit würd echt funzen. da kannze eenen druff lassen!

  • Ick wees nich, ob das schon mal erwähnt wurde. Aber een Cabriolet uff Hyundai i30 oder Ceed Basis wäre echt dufte, wa?

  • Dieser Designer-Typ ist ein Blender, wie auch die übrigen Möchtegernstardesigner, die die Formen heutiger Autos diktieren und verschandeln. Das erkennt man tagtäglich und schon seit Jahren an den unförmigen Blechklumpen, die am Straßenrand parken...
    Was Volkswagen angeht, da spricht man vom "Wolfsburger Barock"... Mehr muß man dazu nicht schreiben

  • in der werbung für die a-klasse wird immer nur die getunte version gezeigt, das ist ein billiger trick. letzt sah ich sie in echt und normal. vorne sieht sie durchschnittlich modern und schick aus, aber hinten wir der billigste koreaner von vor 6 jahren.

  • Und ich, Herr Schreyer, tät ihn auch in NEU nehmen, wenn man ihn NEU kaufen könnte: DEN BETAGTEN JEEP VON TOYOTA, der in aller Welt dort rumgurkt, wo die Leute kein Geld haben.-

    Vielleicht zusätzlich als Station-Wagon?

    Mit Aufklapp-Zelt auf dem Dach als APP, sozusagen?

  • ja bitte herr schreyer..ein offenes auto von hyundai-i30 oder kia-cee´d...danke

  • Lieber Einheitsbrei als die neue A-Klasse, deren gestalterische Halbwertszeit ich bei schätzungsweise drei Jahren einordne. Herr Da Silva hat, meines Wissens nach, bei VW völlig freie Hand (sofern dies die technischen, etc.Bedingungen erlauben). Von einbremsen kann also keine Rede sein.

  • Schön für Dich. Leider ist bald Niemand mehr da, der sie kaufen kann.

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