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Klage Ferrostaal-Chef verteidigt Korruptionsermittlungen

Ferrostaal-Chef Jan Secher sieht den Industriedienstleister sauber aufgestellt. Gegen das geforderte Bußgeld in der Schmiergeldaffäre wehrt sich das Unternehmen. 277 Millionen Euro seien „völlig unangemessen“.
06.06.2011 - 16:28 Uhr 1 Kommentar
Die Firmenzentrale des Anlagenbauer Ferrostaal in Essen. Quelle: dpa

Die Firmenzentrale des Anlagenbauer Ferrostaal in Essen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach der Aufarbeitung massiver Korruptionsvorwürfe sieht Ferrostaal-Chef Jan Secher den Industriedienstleister nun sauber aufgestellt. "Wir haben die Konsequenzen aus den Fehlern der Vergangenheit gezogen und in Rekordzeit eine funktionierende Compliance-Organisation aufgebaut", sagte Secher dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Jetzt werde ein neues Kapitel aufgeschlagen, bei dem die Kerngeschäftsfelder Anlagenbau, Maschinen-Handel, Automotive und Financial Services im Fokus stünden. "Unser Portfolio wird schmaler, aber wir vertiefen unsere Wertschöpfungskette." Randgeschäfte wie etwa Dienstleistungen für die Eisenbahnindustrie stehen auf dem Verkaufszettel.

Ferrostaal galt als größter Schmiergeldskandal der Nachkriegszeit, allerdings konnten bei internen Ermittlungen nur Schmiergelder von 8,8 Millionen Euro über die vergangenen zehn Jahre aufgedeckt werden. Den hohen Aufwand findet Secher dennoch gerechtfertigt. "Ohne den Aufwand wären wir nie sicher gewesen, ob wir alles aufgedeckt haben." Heute gebe es Kontrollmechanismen, die fragwürdigen Zahlungen zu verhindern.
Wirtschaftliche Einbußen infolge harter Richtlinien fürchtet Secher nicht. "Es klingt vielleicht naiv: Aber ich bin überzeugt, in zwei Jahren ist unser Compliance-System ein Wettbewerbsvorteil", sagte der seit einem Jahr amtierende Ferrostaal-Chef.

Gegen das von der Anklage geforderte Bußgeld in der Schmiergeldaffäre wehrt sich das Unternehmen. Die von der Staatanwaltschaft München beantragte Zahlung von 277 Millionen Euro sei „völlig unangemessen“, sagte eine Ferrostaal-Sprecherin. Secher hielt sich hingegen bedeckt, wer im Streit der Eigentümer MAN und IPIC die Kosten für die Aufarbeitung der Schmiergeldaffäre zu tragen hat. "Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können und die Interessen des Unternehmens vertreten." Der arabische Staatsfonds IPIC hatte Mitte 2009 die Mehrheit an Ferrostaal von MAN übernommen, wenige Monate später wurden die Korruptionsvorwürfe öffentlich.



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    1 Kommentar zu "Klage: Ferrostaal-Chef verteidigt Korruptionsermittlungen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn überhaupt ein Bußgeld gezahlt werden sollte, müsste es Deutschland an die geschädigten Länder weiterleiten

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