Klage gegen Ferrari Spielzeugmacher will sich Testarossa sichern

Mit dem Testarossa feierte Ferrari große Verkaufserfolge. Kunden mussten zeitweise Jahre auf ihren Flitzer warten. Doch nun droht den Italienern der Verlust des Markennamens – an einen Spielzeugmacher aus Deutschland.
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Der Testarossa wurde in Italien von 1984 bis 1996 gebaut. Quelle: dpa
Ferrari-Kult

Der Testarossa wurde in Italien von 1984 bis 1996 gebaut.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Schauspieler Alain Delon hatte einen und Musiklegende Elton John auch. Der Ferrari Testarossa wurde in Italien von 1984 bis 1996 gebaut. Mit bis zu 446 PS und zwölf Zylindern konnte der kostspielige Bolide aus Maranello auf 290 Stundenkilometer beschleunigen - und er lässt die Herzen von Auto-Liebhabern immer noch schneller schlagen.

Doch nun will ein bayerischer Spielzeugfabrikant der Sportwagenschmiede den Modellnamen als Marke entziehen. Er klagt vor dem Düsseldorfer Landgericht. Seine Chancen scheinen gar nicht schlecht.

Weil Ferrari die Marke seit gut 20 Jahren nicht mehr nutze, sei sie schon längst erloschen, argumentiert Kurt Hesse (73), der frühere Eigentümer der Carrera-Rennbahn-Produktion. Inzwischen leitet er die Autec AG in Nürnberg und hat die Löschung der Marke Testarossa beantragt - beim Deutschen und beim Europäischen Markenamt.

Gelingt ihm dies, spart er sich die Lizenzgebühren für die Marke. Schon öfter habe er sich mit Auto-Herstellern vor Gericht gestritten. „Das ist nicht mehr lustig“, sagt er. Ein Auto-Hersteller verdiene mit Lizenzen an Kinderspielzeug in China inzwischen mehr als mit seinen eigenen Autos.

Die TV-Serien-Polizisten Sonny Crockett (alias Schauspieler Don Johnson) und Rico Tubbs aus „Miami Vice“ trugen zum Ruhm des Ferrari Testarossa bei, wenn sie in der flachen Flunder durch Florida brausten. Sollte Hesse Erfolg haben, könnten bald wieder nagelneue Testarossas vom Band rollen - als Spielzeuge wohlgemerkt.

Ferrari wehrt sich gegen das Ansinnen und hat Anwälte in Stellung gebracht. Immerhin sei man nach wie vor mit Wartung, Reparatur und Aufbereitung der alten Testarossas beschäftigt. Doch dies führe nicht zum Erhalt der Marke, hatten die Richter bereits in einem Beschluss ausgeführt - zumal Ferrari diese Dienstleistungen unter der Dachmarke Ferrari erbringe.

So lange kickt Özil für seinen Ferrari 458
Das Online-Portal „Carspring“ hat eine eigenwillige Statistik veröffentlicht, über Fußballer und ihre Autos:
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Zunächst haben die Briten die Medien durchkämmt, um festzustellen, welche Autos topbezahlte und besonders bekannte Profifußballer in ihrem Fuhrpark haben. Das geschätzte Jahresgehalt der Kicker wurde durch die Anzahl der Ligaspiele dividiert, so errechnete Carspring das Gehalt pro Minute. Und kalkulierte daraus folgend wie lange manche Fußballer grätschen, dribbeln, passen und schießen müssen, um - theoretisch - ihren Traumwagen abzuzahlen. Wobei der angenommene Wert der genannten Fahrzeuge dem Händlerpreis im jeweiligen Land entspricht...

Lionel Messi (FC Barcelona): Ferrari F430 Spider
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Für viele ist der kleine Argentinier mit den unwiderstehlichen Dribblings ja schon seit Jahren der beste Fußballer der Welt. Für den FC Barcelona hat er in 585 Spielen 510 Tore erzielt. Privat bietet er regelmäßig auf Oldtimer-Auktionen mit, und fährt unter anderem einen Ferrari F430 Spider mit V8-Motor. Messi benötigt weniger als 32 Minuten, um den Wert des offenen Sportwagens einzuspielen.

Cristiano Ronaldo (Real Madrid): Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse
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„CR“ braucht nur 5 Stunden und 15 Minuten, um den limitierten - und ausverkauften - Bugatti aus eigener Tasche zu bezahlen. Der Europameister von 2016 fährt natürlich, wie auch die meisten seiner Topverdiener-Kollegen, mehr als nur ein Auto spazieren. Den Bugatti des Spielers, der für Real Madrid in 393 Spielen 404 Treffer erzielte, schätzt „Carspring“ auf 2,02 Millionen Euro.

Robert Lewandowski (FC Bayern): Ferrari F12 Berlinetta
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Für den italienischen Sportwagen muss der Pole umgerechnet nur ein Spiel lang schuften. Ein weiteres Randergebnis der Carspring-Auswertung: Während Stürmer und Mittelfeldspieler eher zu sportlichen Fahrzeugen neigen, scheinen Verteidiger eher sicheres Fahren in robusten SUVs zu bevorzugen...

Wayne Rooney (Manchester United): Aston Martin Vanquish S
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ManU’s Torschützenkönig hat seit seinem ersten Ford Sportka einen weiten Weg zurückgelegt, auf sowie abseits vom Spielfeld. Mit einer Rekordzahl an Treffern für England ist es kein Wunder, dass er sich für eins der feinsten englischen Automobile entschieden hat. Sein Aston Martin Vanquish S ist jedenfalls mindestens genauso aggressiv wie er selbst. Spielzeit laut „Carspring“ um das edle Brit-Car abzubezahlen: 00:50:36.

Joey Barton (FC Burnley): Toyota Prius
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Für einen Twitter-Soldaten, Wettsüchtigen, und alles in allem ziemlich harten Kerl fährt Joey Barton ein eher überraschendes Auto. Sein umweltfreundlicher Prius ist nicht gerade das, was man von so einem Typen erwarten würde. Aber wenigstens kompensieren die Kraftstoffeinsparungen des Prius die Ausfälle in seinem Gehalt jetzt, wo er ohne geregeltes Einkommen dasteht. Zuletzt benötigte Spielzeit zum Abbezahlen des Hybrid: 28 Minuten und 56 Sekunden.

Jerome Boateng (Bayern München): Mercedes-AMG G 63
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Ein Urgestein von einem Auto, mit dem man seit über 30 Jahren klare Kante beweisen kann. Und der Allradantrieb hilft bei Ausflügen ins Münchener Umland. Boateng braucht beim FC Bayern weniger als eine Halbzeit, um sein Exemplar zu finanzieren: 42 Minuten und 53 Sekunden, hat Carspring ausgerechnet.

Einzig das Ersatzteilgeschäft könnte die Marke im Besitz Ferraris retten. So wurde über den Ölfilter für den Testarossa diskutiert. Aber auch in diesem Punkt schienen die Richter nicht überzeugt.

„Es sieht so aus, als ob das Gericht unserer Auffassung ist“, sagt Hesse. „Aber man weiß ja nie.“ Die Ferrari-Anwälte hätten sich Zeit erbeten und inzwischen nochmal nachgelegt. Hesse kennt den neuen Schriftsatz, aber: „Aus unserer Sicht ändert das nichts.“ Am kommenden Mittwoch will das Gericht eine Entscheidung verkünden.

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  • dpa
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