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Klimastatistik Schwimmende Klimasünder – CO2-Emissionen der Schifffahrt wachsen

Bei Autos drängt die EU auf klimafreundliche Antriebe. Dabei wird durch die Schifffahrt in einigen Ländern mehr CO2 emittiert, zeigt eine neue Studie.
10.12.2019 - 13:43 Uhr Kommentieren
Die großen Containerschiffe von MSC sorgen für etliche Tonnen CO2 pro Jahr. Quelle: dpa
Containerschiff MSC Zoe

Die großen Containerschiffe von MSC sorgen für etliche Tonnen CO2 pro Jahr.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Schifffahrt ist deutlich klimaschädlicher als bisher angenommen. Das geht aus einer neuen Studie des europäischen Think Tanks „Transport & Enviroment“ (T&E) hervor. Für die Berechnungen der CO2-Emissionen der Schifffahrt wertete die Organisation die Daten aller Schiffe aus, deren Ziel- oder Abfahrtshafen im Jahr 2018 in der EU lag. Die Daten erhebt die EU selbst auf der Grundlage der „Monitoring, Reporting and Verification Regulation“ (MRV).

Insgesamt stoßen Containerschiffe, Fähren und Kreuzfahrtschiffe in Europa nach Berechnungen von T&E demnach ganze 139 Millionen Tonnen CO2 aus. 59 Millionen Tonnen entfallen auf Schiffe, die Konsumgüter an Bord hatten, 20 Millionen Tonnen auf den Passagierverkehr und 53 Millionen Tonnen auf Schiffe, die Schuttgüter geladen hatten. Nicht nur die Konsumgüter aus Fernost, die mit dem Schiff nach Europa kommen, belasten das Klima. Ein Fünftel aller Containerschiffe transportieren laut der Studie Kohle, Öl und Flüssiggas in europäische Häfen.

Größter Emittent der Schifffahrt ist die Schweizer Reederei MSC mit elf Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2018. Damit verursacht die Reederei sogar mehr CO2 als der Billigflieger Ryanair und landet unter den zehn größten CO2-Emittenten des Kontinents. Eine Liste, die bislang fast nur von Kohlekraftwerken in Deutschland Polen dominiert wurde.

Das Problem ist dabei hausgemacht: Die größten Emittenten der Schifffahrt kommen alle aus Europa, neben MSC auch die dänische Reederei Maersk (8,22 Millionen Tonnen CO2), die französische CMA CMG (5,67 Millionen Tonnen CO2) und die deutsche Hapag-Lloyd (4,32 Millionen Tonnen CO2). Zusammen machen die Reedereien zwei Drittel der Emissionen der Containerschifffahrt in Europa aus.

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    Deutlich mehr Emissionen als im Autoverkehr

    Allein der Schiffsverkehr aus und nach Deutschland erzeugt laut der T&E-Studie 12,3 Millionen Tonnen CO2. Zum Vergleich: Würde man die Emissionen aller Autos in den zehn größten deutschen Städten zusammenrechnen, käme man auf 9,4 Millionen Tonnen CO2. In den Niederlanden, wo mit Rotterdam der mit Abstand größte Tiefwasserhafen Europas liegt, produziert die Schifffahrt sogar mehr CO2 als alle zugelassenen Autos zusammen.

    Während Autohersteller mit strengen Grenzwerten auf den Klimaschutz ausgerichtet werden, werde die Schifffahrt zu zögerlich reguliert, kritisiert T&E. Wie bei den Autohersteller klaffe in der Schifffahrt oft eine riesige Lücke zwischen den offiziell kommunizierten Emissionswerten und den realen Emissionswerten. Alleine in der Containerschifffahrt würden so 22 Millionen Tonnen CO2 mehr emittiert als ausgewiesen, klagt T&E in dem Report.

    Aber auch bei Kreuzfahrtschiffen werde deutlich mehr CO2 ausgestoßen als bislang bekannt. Pro Passagier und Kilometer gebe beispielsweise der Kreuzfahrtanbieter Carnival eine CO-Emission von 116 Gramm an – zumindest bei maximaler Effizienz. Tatsächlich liege die Emission aber bei 277 Gramm pro Passagier und Kilometer.

    Die Reedereien müssten darum über einen „European Maritime Climate Fund“ gezwungen werden, für ihre CO2-Emissionen zu zahlen, schreibt T&E. Darüber hinaus müsse die EU – wie in der Autoindustrie schon geschehen – verbindliche CO2-Standards festlegen, um Emissionen zu senken und die Einführung neuer effizienter Technologien und Treibstoffe zu befördern.

    Mehr: Trotz aller Ankündigungen der internationalen Politik sind die Klimaziele in Gefahr. Wenn die Weltgemeinschaft einfach so weitermacht, wird es düster.

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