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Knorr-Bremse Haldex zieht Unterstützung für Übernahme zurück

Der schwedische Zulieferer Haldex unterstützt nun nicht mehr die Übernahme durch Knorr-Bremse. Für das Unternehmen aus München kommt der Meinungsschwenk überraschend. Nun droht ein Scheitern der Übernahme.
30.06.2017 Update: 30.06.2017 - 12:12 Uhr Kommentieren
Der Münchner Bremsen-Hersteller wollte eigentlich umgerechnet rund 583 Millionen Euro für Haldex zahlen. Quelle: dpa
Knorr-Bremse

Der Münchner Bremsen-Hersteller wollte eigentlich umgerechnet rund 583 Millionen Euro für Haldex zahlen.

(Foto: dpa)

Stockholm/München Die Übernahme des schwedischen Bremsenherstellers Haldex durch den Autozulieferer Knorr-Bremse droht zu scheitern. Da eine Zustimmung der Kartellbehörden für das rund 580 Millionen Euro schwere Vorhaben sehr unwahrscheinlich sei, habe Haldex seine Unterstützung zurückgezogen, erklärte der schwedische Konzern. Man werde sich auch gegen eine Verlängerung der Übernahmefrist durch die schwedische Börsenaufsicht aussprechen.

Knorr-Bremse zeigte sich überrascht. „Wir werden die vorgeschlagene Übernahme von Haldex weiter vorantreiben und kurzfristig über die nächsten Schritte entscheiden“, sagte eine Sprecherin am Freitag. Die Haldex-Aktie verlor am Freitag 6,6 Prozent auf 106,75 schwedische Kronen. Knorr-Bremse bietet 125 Kronen je Aktie.

Die Unklarheit über den künftigen Haldex-Eigentümer belaste das Unternehmen seit über einem Jahr, beklagte Haldex-Chef Ake Bengtsson. Viele Kunden seien nicht bereit, langfristige Verträge abzuschließen. Eine weitere Verlängerung der Übernahmefrist würde Haldex weiter schädigen, argumentierte Bengtsson. Knorr-Bremse hofft hingegen auf eine erneute Verlängerung der Frist bis zum 9. Februar 2018 durch die schwedische Börsenaufsicht. Bislang läuft sie bis zum 26. September.

Das sind die größten Autozulieferer der Welt
Platz 10: Faurecia
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Der Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die Franzosen kletterten im Ranking in diesem Jahr um einen Rang nach oben, obwohl es beim Umsatz um 0,3 Prozent nach unten ging. Der Umsatz betrug 2016 insgesamt 18,7 Milliarden Euro.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

(Foto: picture alliance)
Platz 9: Michelin
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Die vor allem für ihre Reifen bekannte Firma aus Frankreich machte 2016 insgesamt 20,9 Milliarden Euro Umsatz. Das bedeutet ein Minus von 1,4 Prozent. Dennoch reicht es für die Top Ten der größten Automobilzulieferer der Welt.

(Foto: dpa)
Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Die Japaner, ebenfalls vor allem für ihre Reifen bekannt, bleiben trotz eines Minus von 6,7 Prozent auf dem achten Platz der Rangliste. Der Umsatz betrug zuletzt 22,5 Millionen Euro.

(Foto: dpa)
Platz 7: Aisin
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Die zweite japanische Firma in den Top Ten: Aisin, das zur Toyota-Gruppe gehört, darf sich über ein Plus von 15,9 Prozent freuen. Damit lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 28 Milliarden Euro.

(Foto: picture alliance)
Platz 6: Hyundai Mobis
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Obwohl die Koreaner, die Hyundai und Kia beliefern, ein Plus von 7,6 Prozent machten, fielen sie um einen Rang zurück. Der Umsatz betrug 30,2 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)
Platz 5: ZF Friedrichshafen
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Der Stiftungskonzern vom Bodensee konnte Hyundai Mobis überholen, denn das Umsatzplus betrug zuletzt 19,3 Prozent. Der gesamte Umsatz für das Jahr 2016 beläuft sich auf 32,353 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)
Platz 4: Magna
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Der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer verzeichnete jüngst ein Umsatzplus von 17,6 Prozent. Mit einem Erlös von 34.587 Milliarden Euro verharrt Magna auf dem vierten Rang.

(Foto: dpa)

Die Schweden bezweifeln aber, dass Knorr-Bremse die Zweifel der Wettbewerbshüter ausräumen kann. Die Europäische Kommission habe bei sechs von acht Haldex-Geschäftsfeldern kartellrechtliche Bedenken angemeldet. „Diese Bereiche machen mehr als die Hälfte unseres Umsatzes aus.“ Eine Trennung von diesen Geschäftsteilen wäre sehr kompliziert und auch nicht sinnvoll, argumentiert Haldex.

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    Der Kampf um die Übernahme des schwedischen Bremsenspezialisten zieht sich seit einem Jahr hin. Im Juli 2016 preschte der Lkw-Zulieferer SAF-Holland mit der Ankündigung einer Offerte vor. Das rief den Friedrichshafener Zulieferer ZF und Knorr-Bremse auf den Plan. Haldex stellte sich zunächst hinter die ZF-Offerte, weil der Konzern bei einer Übernahme durch Knorr-Bremse kartellrechtliche Probleme fürchtete. Doch die Aktionäre wischten die Kartellbedenken zur Seite, ZF scheiterte Anfang Oktober mit seiner Offerte von 120 Kronen je Aktie.

    „Wir haben deutlich gesagt, dass wir aus dem Prozess ausgestiegen sind. Das gilt weiterhin“, sagte ein ZF-Sprecher am Freitag. Der drittgrößte Autozulieferer der Welt hat seinen 20-prozentigen Haldex-Anteil im Rahmen der Knorr-Bremse-Offerte eingereicht. Die Münchener hatten sich bis zum Ablauf der ursprünglichen Annahmefrist im Dezember mehr als 85 Prozent an Haldex gesichert.

    • rtr
    • dpa
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