Knorr-Bremse IG Metall wirft Zulieferer „Steinzeit-Kapitalismus“vor

Der Bremsen-Hersteller Knorr-Bremse wird scharf von der IG Metall attackiert. Die Münchner sollen die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten ohne Lohnausgleich verlängert haben. Die Gewerkschaft droht mit Ärger.
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Die IG Metall wirft dem Münchner Bremsen-Hersteller Ausbeutung vor. Quelle: dpa
Knorr-Bremse

Die IG Metall wirft dem Münchner Bremsen-Hersteller Ausbeutung vor.

(Foto: dpa)

MünchenDie IG Metall hat dem Bremsen-Hersteller Knorr-Bremse Ausbeutung und „Steinzeit-Kapitalismus vom Feinsten“ vorgeworfen. In Berlin und im bayerischen Holzkirchen werde die Arbeitszeit von Beschäftigten ohne Lohnausgleich von 35 auf 42 Stunden erhöht. Zugleich verlören 180 Mitarbeiter in Berlin ihren Arbeitsplatz, weil Produktion nach Tschechien verlagert werde. „Das gibt richtig Ärger“, kündigte der Berliner IG-Metall-Chef Klaus Abel am Freitag an.

„Belegschaft und IG Metall werden nicht hinnehmen, dass sich Manager und Inhaber die Taschen vollstopfen, während die Mannschaft zu Bedingungen wie in der Steinzeit der Industrie schuften soll“, sagte Abel. Knorr-Bremse habe den Gewinn in fünf Jahren verdoppelt.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Ein Unternehmenssprecher sagte, bei Knorr-Bremse mit 5000 Beschäftigten in Deutschland gebe es seit 2006 keine Tarifbindung mehr. Die 42-Stunden-Woche sei im Konzern üblich. Zwei Tochterfirmen in Berlin und Holzkirchen würden jetzt entsprechend integriert. Mit der Verlagerung der Produktion von Dämpfern für Lkw-Motoren nach Tschechien folge Knorr-Bremse Kundenwünschen. In Berlin fielen nur 125 Stellen weg. Über Abfindungen oder Alternativen werde verhandelt.

Der IG Metall-Unternehmensbeauftragte für Knorr-Bremse, Sebastian Roloff, sagte in München: „Die Knorr Bremse zeichnet sich selten durch einen sozialen Umgang mit ihren Beschäftigten aus, im Zweifel geht etwas mehr Profit immer vor.“ Das Unternehmen will seine Jahresbilanz am 27. März vorlegen.

  • dpa
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