Kodiaq-Premiere Bei Skoda beginnt die SUV-Offensive

Skoda steigt mit viel Schwung in das SUV-Geschäft ein. Der neue Kodiaq macht den Anfang, danach werden weitere Modelle folgen. Die tschechische VW-Tochter setzt damit Ford und Opel immer stärker unter Druck.
Mit dem neuen Kodiaq startet die VW-Tochter Skoda ihre SUV-Offensive. Quelle: Stefan Menzel
In Berlin vorgestellt

Mit dem neuen Kodiaq startet die VW-Tochter Skoda ihre SUV-Offensive.

BerlinEine tschechische Insel mitten in Berlin: Es gibt Mattoni-Wasser aus Karlsbad und selbstverständlich auch Pilsener Urquell. Doch es geht noch mehr: Sogar Karel Gott, die „goldene Stimme aus Prag“, ist mit Skoda in die deutsche Hauptstadt gekommen. Der tschechische Außenminister ist gerade auf Dienstreise in Potsdam und schaut am Abend auch noch gern im umgebauten Kraftwerk in Berlin-Mitte vorbei. Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda feiert ihr neuestes Auto, Prominenz ist in diesem Fall besonders willkommen.

Zwei Aktionskünstler lassen sich per Stahlseil von der Decke der alten Kraftwerkshalle herab, als die ersten Autos auf die Bühne rollen. Sie kommen von links, von rechts, drehen sich einmal in der Mitte und verschwinden wieder in der Tiefe. Rot, weiß, grau, silber – in vielen Farben ist an diesem Abend der Skoda Kodiaq zu sehen. Dieser SUV – Geländewagen sagt auch bei der tschechischen VW-Tochter schon lange niemand mehr – steht für den neuen Stolz bei Skoda, und vielleicht wird der Kodiaq sogar zum künftigen Flaggschiff der Marke.

„Wir starten ein neues Kapitel“, verkündet Skoda-Chef Bernhard Maier, der erst im vergangenen Herbst nach vielen Jahren bei Porsche den Wechsel in die kleine tschechische Industriestadt Mladá Boleslav nordöstlich von Prag angetreten hatte. Der Kodiaq leitet in der Tat eine wichtige neue Phase ein: Die Volkswagen-Tochter beginnt mit ihrer SUV-Offensive. Berlin passt gut dazu, meint Bernhard Maier, „die Stadt ist jung und dynamisch“. Und wenn die Hauptstadt für die Weltpremiere eines neuen Skoda-Modells ausgewählt wird, dann ist das natürlich auch eine Hommage an den deutschen Eigentümer in Wolfsburg.

SUVs erleben im Moment überall in der Welt eine extrem ausgeprägte Wachstumsphase, ob in den USA, Europa oder China. Skoda kommt da mit seinen Autos gerade recht. Im nächsten Jahr soll das Nachfolgemodell des etwas kleineren Yeti präsentiert werden, in zwei Jahren will Skoda auch einen Mini-SUV auf den Markt bringen. Speziell für das immer wichtiger werdende Geschäft in China will Skoda dann noch zwei zusätzliche SUVs entwickeln. Auch deshalb wird das Vertriebsnetz dort von aktuell 560 Standorten auf 660 bis zum Jahresende ausgebaut.

Das sind die meistverkauften Skoda-Modelle
Skoda Roomster
1 von 7

Beim Roomster hat Skoda das letzte Kapitel eingeläutet. Die Produktion dieses Hochdach-Modells ist bereits eingestellt worden, im vergangenen Jahr wurden davon gerade noch gut 16.000 Stück verkauft. Wichtiger für Skoda wird die jetzt eingeläutete SUV-Offensive – die VW-Tochter verspricht sich von diesen neuen Modellen wie etwa dem Kodiaq deutlich mehr als vom Roomster.

Skoda Citigo
2 von 7

Der kleine Citigo ist das Einstiegsmodell von Skoda in der untersten Fahrzeugklasse. Das Auto ist mehr oder minder baugleich mit den Kleinstwagen Up von Volkswagen und Mii von Seat. Der Citigo fand 2015 gut 40.000 Käufer.

Skoda Superb
3 von 7

Der Superb rundet die Modellpalette bei Skoda nach oben ab. Das neue Modell hat sich zu einem wichtigen Ertragsbringer bei der VW-Tochter entwickelt. Gute Chancen hat der Superb auch als Firmenwagen – und setzt etablierte Konkurrenten gehörig unter Druck. Gut 80.000 Mal ist das Auto im vergangenen Jahr verkauft worden.

Skoda Yeti
4 von 7

Das Zeitalter der Kompakt-SUV hat Skoda mit diesem Fahrzeug eingeleitet, und im kommenden Jahr dürfte das neue Modell zu erwarten sein. Der neue Yeti gehört zur aktuellen SUV-Offensive, mit der Skoda eine wichtige Lücke im Modell-Portfolio schließen will. Im vergangenen Jahr konnte Skoda knapp 100.000 Stück des Yeti verkaufen.

Skoda Fabia
5 von 7

Der Kleinwagen im Polo-Format hat sich inzwischen fast überall zum Klassiker entwickelt und steht dem Rapid mit ebenfalls fast 200.000 verkauften Fahrzeugen nicht viel nach. Der aktuell angebotene Fabia ist vergleichsweise neu und dürfte erst im Jahr 2021 einen Nachfolger bekommen.

Skoda Rapid
6 von 7

Der Rapid ist eher das unauffällige Brot-und-Butter-Auto aus der Skoda-Modellpalette. Immerhin ist es im vergangenen Jahr fast 200.000 Mal verkauft worden. In Europa ist das klassische Stufenheck-Modell weniger bekannt. In Schwellenländern spielt das Auto hingegen eine größere Rolle.

Skoda Octavia
7 von 7

Bei Skoda würde ohne den erfolgreichen und international auch sehr bekannten Octavia nicht viel gehen. Im vergangenen Jahr hat die VW-Tochter fast die Hälfte ihres gesamten Fahrzeugabsatzes mit diesem Modell bestritten, 430.000 Mal ist dieses Auto verkauft worden. Der Golf-Konkurrent sorgt dafür, dass die Produktion bei Skoda immer gut ausgelastet ist.

Der neue Kodiaq kommt wuchtig und bullig daher. Und er ist groß. Bei 4,70 Meter liegt die Gesamtlänge, der vergleichbare Tiguan von VW bringt es auf bescheidene gut 4,40 Meter. Deshalb ist beim Kodiaq auch Platz für eine dritte Sitzreihe, die das Auto gleich in die Nähe eines Van rücken lässt. „Ein Skoda muss immer etwas mehr Auto bieten“, beschreibt Maier den Anspruch seines Unternehmens. Dann darf ein Fahrzeug aus Tschechien eben auch einmal etwas länger als die konzerneigene Konkurrenz aus Wolfsburg werden, auch meist noch zu einem günstigeren Preis.

Wegen der hohen Nachfrage nach den SUVs ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die tschechische Volkswagen-Tochter in den kommenden Jahren mit ihren neuen Modellen noch einmal ordentlich punkten kann. Niemand in Wolfsburg bereut bis heute, dass Volkswagen Skoda im Jahr 1991 übernommen hat. Auch in der VW-Zentrale wird die Tochter aus Tschechien gelobt. „Skoda ist ein Erfolgsmodell“, sagt Konzern-Finanzvorstand Frank Witter, der zugleich auch Aufsichtsratschef von Skoda ist.

Skoda setzt Ford und Opel unter Druck
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%