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Kohledebatte RWE unterstützt Konkurrenten Vattenfall

Heute auf Kohle zu verzichten, schafft morgen Versorgungslücken: In der Debatte um neue Kohlekraftwerk in Deutschland unterstützt RWE die Position des Konkurrenten Vattenfall, der um sein Kraftwerksprojekt in Hamburg-Moorburg fürchten muss.
Die Energiebranche warnt davor, den Energieträger Kohle zu verteufeln. Foto: dpa Quelle: dpa

Die Energiebranche warnt davor, den Energieträger Kohle zu verteufeln. Foto: dpa

(Foto: dpa)

BERLIN. Das drohende Aus für das Kohlekraftwerk des Vattenfall-Konzerns in Hamburg-Moorburg zieht weite Kreise. Die Energiebranche warnt davor, den Energieträger Kohle zu verteufeln. "Heute auf Kohle zu verzichten, schafft morgen Versorgungslücken", sagte RWE-Chef Jürgen Großmann dem Handelsblatt. "Die Welt setzt auf Kohle, jedenfalls bei 70 Prozent aller derzeit im Bau befindlichen Kraftwerke."

Alte durch neue Kohlekraftwerke zu ersetzen erhöhe in Deutschland die Versorgungssicherheit, den Wettbewerb und diene zudem dem Umweltschutz. Bevölkerung und Politik sollten daher ihren Widerstand gegen Kohlekraftwerke aufgeben. Das Ziel einer Kohlendioxid-Einsparung um 30 Prozent lässt sich nach Ansicht des RWE-Chefs "gerade mit modernen Kohlekraftwerken erreichen". Der RWE-Chef stützt damit die Position des Konkurrenten Vattenfall, der um sein Hamburger Kraftwerksprojekt fürchten muss.

Unterstützung erhält die Energiebranche aus der Wissenschaft. Claudia Kemfert, Energieexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), warnte davor, die Gefahr drohender Engpässe zu unterschätzen. "Wir brauchen Ersatz für die Kernkraft und für alte Kohlekraftwerke. Es gibt eine ganze Reihe von Projekten, die wir heute anschieben müssen, damit sie bis 2020 fertig sind", sagte Kemfert dem Handelsblatt.

Der wachsende Widerstand gegen Kohlekraftwerke sei ein ernst zu nehmendes Problem. "Es stellt sich die Frage, inwieweit die Versorgungssicherheit gewährleistet bleibt", sagte Kemfert. Allein durch den Import von Strom ließen sich die Engpässe nicht überwinden. Die DIW-Expertin regte an, das Planungsrecht zu reformieren. Bestimmte Kraftwerksprojekte sollten durch entsprechende bundesgesetzliche Regelungen priorisiert werden. Entsprechende Pläne existieren bereits für den Bau von Stromleitungen: Das Bundeswirtschaftsministerium erarbeitet derzeit ein Gesetz, das den Netzausbau beschleunigen soll.

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